Zitat von Giraffenmädchen:
Erschwerend kam für mich hinzu, dass er es mir gegenüber immer mit den "Umständen" argumentiert hat und ich nicht wusste, ob wir uns wenn ich Single wäre weiter kennenlernen könnten.
Das hat es für mich schwieriger gemacht, vielleicht kannst du das verstehen, ich war ja bereits sehr verliebt in ihn. Durch die rosarote Brille sieht man bekanntlich nicht so gut.
Das ist jetzt aber auch geklärt - ich weiß, dass er nichts mehr von mir möchte. Niemals, unter keinen "Umständen". Sich das einzugestehen, schwächt den Selbstwert, vielleicht kannst du das auch verstehen.
Verstehen kann ich alles oder fast alles.
Du hast Dich eben an seine Art der Kommunikation gehalten und "Umstände" sind keine klare Aussage, sondern ein ausgesprochen schwammiger Begriff, in den man alles hinein interpretieren kann. Das sollte man auch immer bedenken, wenn das Gegenüber so was sagt.
Und so wusstest Du nicht, ob sich die Umstände darauf beziehen, dass Du nun mal eine verheiratete Familienmutter bist oder ob er damit ausdrücken wollte, dass seine Gefühle für Dich nicht über die freundschaftliche Basis hinaus gehen.
Du hättest natürlich auch Klarheit einfordern können , aber dazu bist Du zu feige.
Und außerdem ist es immer schlecht, sich wegen eines anderen Mannes zu trennen. Denn so einfach ist das alles nicht, man springt ja nicht von gestern verheiratet auf morgen solo, als ob nichts wäre. Und hinzu kommt, dass Jemand, der sich wegen eines Anderen trennt, dann natürlich gewalitige Erwartungen hat. Die Botschaft an den Anderen ist dann so: Ich habe mich Dir zuliebe getrennt, also liefere gefälligst das, was ich haben will.
Das Gegenüber spürt den Zugzwang und geht auf Distanz, denn so was wie der Heilsbringer in Deinem Schmalspurleben will und kann er nicht sein. Als mein AM merkte, dass es mir ernst war, ging er auf einmal gefühlt auch auf Abstand. Und ich war ratlos und die altbekannten Ängste kamen wieder auf. Oh Gott, was ist nur los? Was hat sich geändert? Wir sind doch alle beide auf einer Wellenlänge!
Ja, aber nur, solange alles noch einigermaßen unverbindlich blieb. In dem Moment, als er merkte, dass ich etwas Verbindliches anstrebe, kamen seine Ängste auf. Oh Hilfe, jetzt wird es ernst und das macht mir zu schaffen. Will ich das eigentlich, denn sie willl dann ja auch was von mir? Nein, das wird mir zu viel, ich ziehe mich zurück. Zwar trenne ich mich noch nicht, aber ich muss jetzt ein wenig Distanz herbeiführen, denn das alles überfrachtet mich.
Zur Sache mit dem Selbstwert. Ja, so was wird als Niederlage eingestuft, was aber falsch ist. Denn es ändert sich ja nichts am Wert einer Person, nur weil ein Anderer keinen engeren Kontakt möchte. Der Wert ist im Grund genommen unantastbar. Aber bei Menschen mit einem schwachen Selbstwertgefühl wird das dann eben als "weggeworfen" und wertlos interpretiert.
Außerdem bringt diese Erkenntnis, das man sich mehr erhoffte, auch Klarheit und das ist nüchtern betrachtet, durchaus ein Vorteil. Zwar ist jetzt klar, dass Träume keine Realität werden, aber man weiß zumindest Bescheid.
Eine Beziehung kommt nur zustande, wenn zwei Personen denselben Wunsch haben. Einer reicht nicht und wenn der Andere auf Abstand geht oder sich nur sporadisch meldet, dann ist es eben so. Und das muss man dann halt akzeptieren. Aber immerhin ist die Situation dann klar.
Was mich bei Dir stört, ist, dass Du zwar in den Anderen verliebt warst, Dir alles Mögliche zusammen geträumt hast und gehofft hast, aber dass Du Dich auch nie aus Deiner Situation begibst. Stattdessen ist die Rede von einer halbherzigen Paartherapie, die nichts bringt, wenn beide offenbar nicht dahinter stehen. Ein Therapeut kann Euch Tipps geben, er kann darlegen wie er Eure Dynamiken einordnet, aber ändern an Eurem Leben kann er nichts.
Du jammerst bloß immer gerne, pflegst unrealistische Träumereien von dem Einen, der Dich retten soll, aber Du selbst bleibst ja absolut passiv und genau das strahlst Du auch auf die Umwelt aus.