Zitat von E-Claire: Sie hat dadurch quasi einen ganzen Kreis an Menschen aktiviert, um für sie Lösungen zu erarbeiten.
Der ganze Kreis lässt sich aktivieren, um Lösungen für sie zu erarbeiten. Diese Verantwortung liegt nicht bei der Themenstarterin. Es gibt verschiedene Motive, um helfen zu wollen. Alle sind völlig ok, liegen aber nicht in der Verantwortung von ihr.
Ich finde auch manche Beiträge sehr hart und abwertend, auch respektlos. Aber vielleicht passiert das auch im Eifer des Gefechts und vielleicht auch aus einem Ohnmachtsgefühl heraus. Jeder Mensch ist wertvoll, auch dann wenn er Fehler macht. Wenn Gott uns perfekt gewollt hätte, hätte er uns perfekt gemacht.
Entscheidungen werden nicht immer durch den rationalen Teil in uns gefällt. Sie werden oft durch Gefühle, Bedürfnisse, Schutzmechanismen, Verhaltens- und Gefühlsmuster beeinflusst und auch durch das, was wir bisher durch Erfahrungen lernen durften. Es gibt auch blinde Flecken, wie im Auto den blinden Winkel.
Ich z.B. habe bisher nie erkannt, dass ich mich immer unter dem Radar bewege, unsichtbar werde und nichts mehr sage, wenn ich nicht ausdrücklich damit willkommen bin. Das ist mein uralter Schutzmechanismus, der unbewusst ablief. Ich nehme ihn erst jetzt bewusst war. Die Ursache liegt in meinen Kindheitserfahrungen.
In Beziehungen werden Gefühlszusammenhänge ausgelöst, die es schon lange vor dieser Beziehung gab
und uralt sind.
Die Themenstarterin ist sehr ehrlich und vertrauensvoll hier bei uns. Sie hat sich auch hier bis jetzt nicht selbst geschützt. Das habe ich von anderen Themenstartern hier schon anders erlebt.
Auf meine Frage teilte sie vor kurzem mit, dass ihre Angst existentiell sei. Das bedeutet, es ist eine Untergangsangst, man überlebt es nicht. Es gab demnach irgendwann in der Vergangenheit existentiell bedrohliche Ereignisse oder ein solches Ereignis, was immer noch unbewusst in ihr wirkt und das ganze Chaos befeuert. Meistens passiert so etwas in der Kindheit. Denn wenn die Bezugspersonen einen verlassen wollen oder ablehnen, dann ist das existentiell bedrohlich für ein Kind. Als erwachsener Mensch löst Ablehnung und Trennung keine Untergangsangst aus, weil man weiß, dass man dadurch kommt und es irgendwann wieder besser ist. Man hat Selbstvertrauen. Mit der Untergangsangst und dem fehlenden Selbstvertrauen ist man aber ausgeliefert.
Die gut gemeinten Lösungsvorschläge können nicht fruchten, weil diese Ängste alles blockieren und sie in ihrem Zustand erstarrt ist. Möglichkeiten bei Gefahr: Angriff, Flucht oder Erstarrung und ich glaube noch ein viertes. Alle Entscheidungen ihrerseits haben der Reduzierung von Schmerz und dieser Untergangsangst gedient und waren deshalb in Bezug auf die Ehesituation nicht logisch.
Wenn @Giraffenmädchen mit uns weiter machen möchte, dann würde ich mir wünschen, dass wir ihr beim Reflektieren helfen. Vielleicht mit Fragen wie, was hast du dabei gefühlt, wovor hast du Angst, oder die Fragen, die euch beim Reflektieren geholfen haben.
