Zitat von VictoriaSiempre:Ich sehe es so wie @abraxas. Wenn man sich entschließt, nach einer aufgeflogenen Affäre die Partnerschaft weiterzuführen, dann muss man auch bereit sein, wieder einen Vertrauensvorschuss zu geben. Was schwer genug ist und nicht heißt, dass man künftig mit Scheuklappen durchs (Ehe)Leben geht. Ideal wäre es, den Betrug - auch mit professioneller Hilfe - aufzuarbeiten, zu gucken, warum es dazu gekommen ist und dann eben NICHT einfach wie gewohnt weiterzumachen.
Genau. Ich sehe es auch so. Komischerweise fiel mir das nie schwer. Aber wahrscheinlich- und da bin ich sehr ehrlich war das gleichzeitige Verkünden: So wie bisher kann und will ich nicht mit Dir alt werden- So ein Schock für mich, dass ich in den -ichwillmitgewaltdiesefrauzurück- Modus verfallen bin. Und ich erinnere mich genau. Trotz dieses Wunsches hatte ich klar kommuniziert, dass unsere gemeinsame Zukunft unbedingt von Ehrlichkeit mir gegenüber abhängt. Alles, was besprochen wird, muss ehrlich und offen sein- egal, ob es wehtut, oder unangenehm ist. Eine weitere Lüge und - Ende.
Was natürlich immer ging war: Auskunftsverweigerung. Auch diese Karte wurde gespielt. Im Nachhinein war das auch gut. Ich musste auch erst lernen, was ich wissen will und was nicht.
Ich hatte aber dann auch nie das Gefühl, angelogen zu werden- weder aktiv noch passiv. Klar kamen erst so nach und nach die für mich wichtigen Details ans Licht.
Der Weg zu uns, war und ist aber kein zurück. Und ich bin fest davon überzeugt, dass das nicht gehen wird. Diese wechselseitige Zäsur (Aufgeflogene Affäre vs ichmagnichtmehr) wird immer da sein und nicht verschwinden.
Was mich hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lässt ist:
Gemeinsames Verständnis einer Partnerschaft- es ist eben nicht der Hafen, sondern ein gemeinsamer Weg.
Selbstliebe als Basis für Liebe zum Partner- man muss im Reinen mit sich sein, damit es auch klappt. Und da sehe ich uns auf dem Weg, aber noch nicht am Ziel.
Vertrauen- wir haben unseren Weg des Vertrauensbeweis gefunden. Außenstehende mögen vielleicht denken, dass ich doof und naiv bin, aber sind sind außen vor.
Einsicht, dass man dem Partner gegenüber falsch gehandelt hat und mehr oder weniger tief verletzt hat, Reue dafür.
Rücksichtnahme, Bereitschaft, Trigger zu beseitigen, auch wenn man selber das anders sieht.
Kommunikation. Offen, schonungslos. Hier würden wir erkennen, ob etwas zwischen uns steht, und wenn ja, ob man es überwinden kann.
Weg von der Couch, sich attraktiv für den Partner machen. Diesen auch wirklich wertschätzen und das zeigen
Wege finden, den Alltag gemeinsam zu bewältigen, bei sich und beim Partner zu bleiben
Naja, und das alles wirkt mit und ineinander. Die Herausforderung besteht darin, den Willen zu haben, sich auf den Weg zu machen, seinen Stolz hin anzustellen, neugierig einfach mal machen.
Und dann, ja dann gibt es die Chance, dass die Verletzung verheilt und die Partnerschaft gestärkt weiter bestehen bleibt.
Es ist Ansichtssache, ob man diesen Prozess als Reparatur oder Beginn einer neuen Beziehung mit demselben Partner betrachtet. Es ist anstrengend, manchmal frustrierend, aber ein Riesenabenteuer und ein Riesenschritt in der persönlichen Entwicklung.
hach und ohne dass wir in Paartherapie wirklich waren (wurden weggeschickt, weil die Therapeutin der Meinung war, wir kämen ganz gut alleine zurecht) bin ich ja froh, dass die Therapeutin dasselbe vermittelt, was wir alleine hingekriegt haben:
Zitat von Isely:Der wesentliche Teil der Therapie handelte natürlich um Probleme in der Beziehung vor der Affäre und Kommunikationsprobleme. Um Wünsche die nie ausgesprochen wurden, um Bequemlichkeit und Ängste, um Selbstliebe, wieder Immer wieder um Konflikte die umschifft wurden.
Auch die Nähe und Distanz ( ich Distanz, er Nöhe) Distanz hat er als Ablehnung verstanden, als ungeliebt. Seine ständige Erwartung nach mehr, noch mehr Distanz meinerseits.