Zitat von Matroschka:Deswegen nehme ich die TE sehr ernst , insbesondere in dem Satz , sie sieht schon Hass in seinen Augen und ab dem Moment , sind wir ganz kurz vorm Knall .
Ich nehme die TE auch sehr ernst, wenn ich ihr sage, dass sie ihn nicht ändern kann, sondern bei sich bleiben soll. Das hat nichts mit Schuldzuweisungen zu tun sondern damit, dass ich ihr Anteile an der Situation zuschreibe. Sie hat subjektiv - das gilt es zu akzeptieren - Angst vor ihm, ist zum Glück jedoch nicht seine Gefangene und sollte deshalb so schnell wie möglich gehen.
Zitat von Matroschka:Nicht selten ist es so das enge Freunde und Familie plötzlich mit dem Täter sympathisieren , deswegen suche Dir Rat und Hilfe bei einer Frauenorganisation und ähnlichen ,
Ich hab es hier schon häufiger gelesen, dass Narzissten wahnsinnig charmant auftreten und das gesamte Umfeld um den Finger wickeln können. Ich nehme das jetzt mal als gegeben hin - zum Glück hatte ich es wohl nie mit Narzen zu tun, sondern nur mit ganz gewöhnlichen @erschen. Vielleicht ist dann eine externe Organisation oder auch eine Klinik die bessere Anlaufstelle.
Allerdings frage ich mich schon, wie lange ich selber wohl unangemessenes und bösartiges Verhalten des Partners bereits nach außen - auch den engsten Angehörigen und Freunden gegenüber - gedeckelt und schön geredet haben muss, dass die mit wehenden Fahnen zum "Feind" überlaufen und nicht zu mir stehen

Das hat dann schon einen großen Anteil Co-Abhängigkeit bzw. Co-Narzissmuss. Wäre für mich wieder ein Punkt, auch mal auf mich und mein Verhalten zu gucken.
Zitat von Matroschka:auch die Polizei hilft Dir da weiter .
Wobei genau soll die Polizei weiterhelfen? Ihn verhaften, weil er böse geguckt und gemein zu ihr war? Auf welcher Rechtsgrundlage? Es ist mir völlig neu, dass die Polizei Beziehungsprobleme klärt.
Zitat von Matroschka:Es ist Deine Wohnung, theoretisch könntest Du seine Sachen packen , ihn kurz bevor er kommt vor die Tür stellen , Schlösser austauschen, fertig - und neue Handynummer für die wichtigsten Anrufe , ein Zweithandy im Bad oder anderer Raum , wo Du Dich einschließen kannst wäre sinnvoll.
Theoretisch könnte sie das tun. Praktisch ist es die Ehewohnung und egal, wem sie gehört: Beide dürfen drin wohnen, solange es keine einvernehmliche oder gerichtliche Einigung/Lösung gibt. Über manche "Ratschläge" wundere ich mich echt - gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Hier könnte dann übrigens auch tatsächlich die Polizei zum Einsatz kommen: Weil sie gerufen wird, um ihm Zugang zur ehelichen Wohnung zu verschaffen. Tipps zur Deeskalation sehen für mich anders aus.
Die TE will mit Fug und Recht aus der Ehe raus: Ich würde ihr da dringend raten, einen Fachanwalt für Familienrecht einzuschalten, für eine gewisse Zeit abzutauchen. Es wäre wirklich traurig, wenn eine 29jährige weder Familienangehörige noch Freunde hat, wo sie unterkommen kann! Das wäre aber auch noch einmal ein ganz anderes Thema. Da sie lt. eigener Aussage gut verdient, gibt es sicher auch zu Coronazeiten noch andere Möglichkeiten.
Dann das Trennungsjahr einläuten, die Verfügung zur Alleinnutzung der Ehewohnung beantragen, Scheidung. Diese Schritte muss die TE aber selber gehen; hoffentlich mit moralischer Unterstützung.
Zitat von Der_aus_Münster:Liebe TE, wenn du einen Weg findest zu erkennen und zu akzeptieren, dass es vollkommen egal ist, wer oder was derjenige ist, tut oder denkt, wirst du an den Punkt kommen nur noch darauf zu schauen wer du bist, was du tust und was du denkst!
Ja genau. Dein Leben, Deine Verantwortung.
Zitat von Der_aus_Münster:Und für alle Damen, die glauben, dass nur Männer Narzissten sind und sie das alleinige Recht auf Opferrolle und Expertise haben: Es gibt auch Narzisstinnen und Männer, die darauf reinfallen und trotzdem nicht alle Frauen über einen Kamm scheren!
So sieht es aus! Wir Frauen sind gleichberechtigt

und dürfen auch Narzisstinnen sein.
Mich triggert nicht das Thema Narzissmus an sich. Das empfinde ich eher als inflationär, oftmals als Etikett, das es einfacher macht, zu erklären, warum man sich einen doofen Partner ausgesucht hat.
Mich triggert, das gebe ich zu, die Opferrolle, in die sich vornehmlich Frauen begeben. Wir haben das Jahr 2021. Frauen sind nicht mehr so wirtschaftlich abhängig wie noch vor 30 Jahren (als es keine garantierten Kindergartenplätze, verlässliche Halbtagsschulen und Recht auf Teilzeitarbeitsplätze gab), Frauen sind - immer noch nicht überall - gleichberechtigt, Frauen haben Rechte, die sie noch vor 44 Jahren nicht hatten. Unsere Mütter (okay: In meinem Fall die älteren Cousinen

) sind in den 60ern demonstrieren gegangen - und das Ergebnis ist immer noch "aber ich liebte ihn doch so und kann nix dafür!"?
Wir reden hier ja nicht über physische, sondern als solche empfundene psychische Gewalt. Die wird von Frauen wie Männern ausgeübt. Es braucht aber immer jemanden, der mitmacht.
Habe fertig! Und (theoretisch) breite Schultern, man kann gerne auf mich einschlagen
