Nochmals ein großes Danke an euch alle, für die vielen Antworten, Meinungen und Ratschläge. Es tut mir im Moment einfach unendlich gut, alles hier abzuladen und hilft mir mich zu sortieren. Ich kann leider nicht auf jeden einzelnen Beitrag eingehen, man möge es mir nachsehen.
Zitat von Catwoman2017:ich hoffe, dass Du etwas schlafen konntest.
ein bisschen, aber viel zu wenig. Mein Kopf raucht nach wie vor, aber ich merke dass das Schreiben hier mir wirklich gut tut. Zuvieles hat sich einfach unausgesprochen aufgestaut.
Übrigens, gibt es auch sowas wie ein Gefühlskater am Tag danach?

Denn so fühle ich mich gerade irgendwie, statt zuviel Alk hatte ich letze Nacht wohl eine Überdosis Gefühle.
Zitat von Catwoman2017:Rheuma ist ein A., ich kenne das von meiner Mutter (ähnliche Diagnose, konnte sich nur unter Schmerzen bewegen).
Je nachdem, wie ausgeprägt dieses Krankheitsbild ist, würde ich ebenfalls vorschlagen, für Dich schöne Dinge herauszusuchen, die Dich eine Zeitlang aus der Zu Hause-Höhle herausholen.
Ich versuche es so gut wie möglich. Das ich jeden verdammten Tag Schmerzen habe, macht es für mein seelisches-emotionales Wohlbefinden natürlich auch nicht besser. Und oft weiss ich auch nicht, ob ich diesen Frust, den ich alleine schon wegen meiner Krankheit habe, nicht auf meinen Mann und unser Eheleben projeziere. Dass ich in ihm einen Sündenbock suche, an dem ich mich abarbeite, weil meine Krankheit mein Leben mit lauter Stopp-Schildern gepflastert hat.
Zitat von tesa:Ich will keinesfalls befürworten wie er sich verhält, aber was ist die Lösung? Ich denke, er ist nicht minder frustriert! Auf einer Waage zählt seine S..uelle Zwangsenthaltsamkeit wahrscheinlich ebensoviel wie die einzelnen Geschichten bei dir. Er hat offenbar genauso sehr jegliches Motiv verloren, lässt sich deshalb gehen. Welche Aussicht hat er, wenn er seinen Körper pflegt? Er bekommt nichts dafür! (Dämliches denken, aber so ist es halt!)
Versteh mich nicht falsch, ich bin schon bei dir und ich kann spüren, wie frustriert du bist. Aber ich kann ihn auch verstehen! Männer wollen erfolgreich sein. Wenn er seit ewigen Zeiten nicht arbeitet, wo sind seine Erfolge? Ihr befindet euch beide in einem Käfig und findet keinen Ausweg!
Sein Sich-gehen-lassen ist das Ventil für seinen Frust. Wahrscheinlich ein Spiegel davon, wie es ihm innerlich geht!
Du sagst ich kann das nicht . er drückt es auch aus! Körperlich!
Ja natürlich sehe ich das. Er hat auch jedes Recht deswegen frustriert zu sein. Welcher gesunde Mann besten Alters würde einfach so sein S.Leben beerdigen - und dabei nicht mal ans Fremdgehen denken?
Es ist zutiefst unfair ihm gegenüber. Das hat nichts damit zu tun, dass ich hier alle Schuld auf mich laden will, aber ich sehe meinen Teil der Verantwortung. Dass der Karren so verfahren ist, wie er derzeit ist, daran habe ich eben auch mitgearbeitet. Nur wäre es eben unendlich leichter, wenn ich nicht immer alleine den Karren ziehen müsste.
In unserer Ehe hat vor einigen Jahren eine Abwärtsspirale eingesetzt, die sich nun mittlerweile immer schneller dreht. Ich - WIR haben dies beide nicht rechtzeitig gestoppt, und nun ist fraglich ob sich das Todeskarusell überhaupt noch stoppen lässt.
Nach der Geburt unseres Kindes hatte ich - hatten WIR - eine sehr schwere Zeit. Mir ging es gesundheitlich sehr schlecht, auch unser Sohn hatte die ersten zwei Jahre massive gesundheitliche Probleme. Dass da kein Spielraum mehr für ein erfülltes S.Leben ist logisch. Hier hat der erste Abwärtstrend eingesetzt. Natürlich hat er sich zurückgenommen, auf bessere Zeiten gehofft und mich auch nie bedrängt, oder mehr gefordert als ich diesbezüglich geben konnte.
Deswegen sage ich ja, er hat durchaus viele Qualitäten, wie Treue und Rücksichtnahme, die es FÜR MICH erstrebenswert machen, diese Ehe fortzuführen.
Aufgrund meiner Krankheit und den daraus resultierenden Fehlzeiten setzten bei mir die ersten beruflichen Probleme ein - sowas kann man sich in einer Managerposition eben nicht wirklich leisten. Als unser Sohn 3 Jahre alt war, wurde ich gekündigt, war also arbeitslos, ich hatte unglaubliche Zukunftsängste da ich doch die Alleinverdienerin war. Seine Lösungsstrategie war, dass er sich in ein Schneckenhaus verkrochen hat, wo ich Nähe und Gespräche gebraucht hätte um die immer größer werdende Distanz zu überbrücken. Gesundheitlich ging es noch weiter bergab, das Karusell drehte sich schnell, er in seinem Schneckenhaus und ich wurde zu einem ständig forderndem, zeterndem Etwas, das Reden, Reden, Reden wollte - wo er einfach nur Schweigen wollte.
Die äussere Lage hat sich dann zwar entspannt als ich kurz darauf anstandslos berentet wurde, auch gesundheitlich wurde ich stabiler, der Kleine war endlich aus dem Gröbsten raus und es lief wieder - äusserlich. Innerlich war wohl bei mir so einiges zu Bruch gegangen, ich hatte mich in dieser Zeit zuvor so unglaublich im Stich gelassen gefühlt. Er sich von mir wohl auch - irgendwie. Nur an diesem Punkt war die Abwärtsspirale der Entfremdung, der nicht ausgesprochenen Fruste und Wünsche wohl schon zu groß.
Um da jetzt wieder herauszukommen bräuchte ich Nähe, Gespräche, das er mir zeigt was ich ihm bedeute. Wir müssten uns auf der Paarebene wieder näherzukommen um auch auf der S.Ebene wieder einigermassen funktionieren zu können. Aber genau das tut er eben nicht. Er redet nicht, er macht nichts. Meine Versuche (Date Night) verlaufen im Nirwana und ich kann nicht ewig so weitermachen. Ich will es auch gar nicht.
Entweder Ich/Wir finden eine Möglichkeit wie es wieder ein UNS geben kann, oder ich muss für MICH einen Weg finden damit klar zu kommen. Das kann entweder ein weitermachen in einer Freundschafts-Zweck-WG sein, oder ein Weg ohne ihn.