Kaja1964
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Mir wird gerade der Boden unter den Füßen weggerissen und ich habe wahnsinnige Zukunftsangst.
Ich bin 55 und seit 35 Jahren mit meinem Mann zusammen, davon 23 Jahre verheiratet.
Wir haben uns während seines Studiums kennengelernt. Jobbedingt durch meinen Mann mussten wir oft umziehen. Nach unserer Hochzeit mussten wir für einige Jahre in die USA ziehen und ich habe dafür meinen Job aufgegeben, da ich dort nicht arbeiten durfte. Nach 5 Jahren mussten wir zurück nach Deutschland. Zu dem Zeitpunkt war ich im 7. Monat schwanger und konnte meine Arbeit nicht wieder aufnehmen. Nachdem unser Sohn geboren wurde, wurde ich Vollzeitmama. bis heute. Ich habe meinem Mann den Rücken freigehalten, war für Familie, Haus und Finanzen zuständig. Mein Mann musste nie Rücksicht auf seine Familie nehmen, hatte nach Feierabend Freizeit und konnte alle beruflichen und privaten Termine ohne Rücksprache terminieren.
Mittlerweile ist er ganz oben an der Karriereleiter angelangt. hat beruflich und privat erreicht was er wollte.
Wir haben ein großes Haus, dicke Autos und sind finanziell sehr gut aufgestellt.
Vor einigen Monaten fing er an sein ganzes Leben in Frage zu stellen, wollte plötzlich eine Auszeit. Die Auszeit sollte aber Zuhause vollzogen werden. mit mir ist er seitdem nicht mehr zufrieden, ich wurde nur noch kritisiert, konnte ihm nichts mehr Recht machen und die ganze Ehe wäre nur noch Gewohnheit.
Über die vielen bösen Worte, die zu dieser Zeit fielen, mag ich gar nicht reden. Sie waren einfach nur verletzend. Vor 3 Monaten habe ich herausgefunden, dass er eine Affäre hat. Vor 22 Jahren hat genau diese Dame bereits für ein kurzes aus unserer Ehe gesorgt, aber damals hat er die Affäre beendet und ich habe ihm verziehen.
Jetzt will er die Trennung, möchte mich aus dem Haus haben und unser Sohn, der in 2 Jahren sein Abitur macht, soll hierbleiben. Ich möchte nicht, dass unser Sohn sich zwischen uns entscheiden muss, deswegen ziehe ich in Erwägung in eine andere Stadt zu ziehen. Hier in der Stadt möchte ich nicht bleiben,
denn durch die ganzen ehrenamtlichen Tätigkeiten, die ich ausgeführt habe, kennt mich fast jeder und diese mitleidigen Blicke der Nachbarn und Freunde, würde ich nicht ertragen.
Ich habe Angst, dass ich nach 23 Jahren Arbeitspause keinen Job mehr finde, ich habe Angst vorm Alleinsein und mir bricht es das Herz, dass ich meinen Sohn zurücklassen muss.
Bisher habe ich noch mit niemandem darüber gesprochen und die ganze Situation frisst mich auf. Ich funktioniere, schlafe nicht mehr und bin viel am weinen.
Mein Mann trifft sich mit seiner Freundin fast täglich, am Wochenende verbringt er die Vormittage dort, kommt aber nachmittags nach Hause und tut so, als ob nichts gewesen wäre.
Sorry. ist leider etwas viel geworden und sicherlich ein wenig verwirrend. Mir gehen so viele Gedanken durch den Kopf und leider gibt es Momente, wo ich keinen Sinn im Leben mehr sehe.
Liebe Grüße
Kaja