Liebe Alle,
vielen Dank für euren Zuspruch. Es ist halt weiterhin eine Achterbahn, aber wie es so ist, je länger man drin sitzt, desto weniger schlagen einem die Loopings und Sturzflüge auf den Magen, desto weniger Schrecken haben die die danach kommen.
Gestern war der Anwaltstermin, es hat sehr gut getan, die rechtliche Seite zu durchleuchten. Wieder ein Stück mehr den Steuerknüppel in die Hand zu nehmen und Selbstbestimmung können auszuüben. Es gab ja viele Dinge, die ich bereits vorher mit meiner Frau abgemacht habe, und zu denen sie weiterhin steht. Eigentlich alles was elementar ist. Obhut, Haus, Unterhalt, Vermögen. Alles wurde auch von seiner Seite als rechtlich konform und fair betrachtet. Er meint, unsere Lösungen seien wohl auch im Grossen und Ganzen die, die bei einer Kampfscheidung herauskämen. Auch im Nachgangsgespräch am Abend mit meiner Frau hält sie weiter daran fest und ist bereit das auch so aufs Papier zu bringen. Auch wenn ich natürlich erst sicher sein kann dass sie es tut wenn es so ist, die Emotionen weichen zusehends, es wird entspannter und ich glaube mal dran dass das so klappt. Bezüglich Betreuungszeiten werden wir das "übliche Minimum" festlegen, wird darauf hinauslaufen jedes 2.WE, 2 Wochen Ferien und Aufteilung von Geburtstagen und Feiertagen. Ich möchte nicht, dass sie in einer Vereinbarung sich gezwungen fühlt, die Kinder häufiger zu übernehmen. Das dient niemandem, nicht ihr, nicht mir und erst recht nicht den Kindern. Ich denke weiter wir können vieles nachher miteinander absprechen. Aber für den durchaus wahrscheinlichen Fall, dass sich dies ändert, ist es dann klar für alle. Es gibt immer wieder Geschäftsreisen, in denen ich einige Tage fort bin, die nächste im September, wo ich eine Woche in Portugal sein werde. Und diese Zeiten ist sie für die Kinder da. Und wenn das nicht funktioniert dann habe ich immer Plan B und Plan C im Background.
Ja und die emotionale Seite... Irgendwie empfinde ich ihr gegenüber grade rein gar nichts mehr. Es ist alles wie weggeblasen. Die Liebe, die Zuneigung, die Eifersucht und das Gefühl sie soll doch nicht gehen. aber auch die Wut, der Hass, das Unverständnis... Einfach weg, alles. Es irritiert mich etwas und ich stehe dem auch misstrauisch gegenüber, was passiert da noch, was macht es mit ir wenn sie dann wirklich weg ist, wenn ich sie glücklch mit ihrem Neuen seh. Ich weiss es nicht, aber es fühlt sich grade seltsam an. Zu seltsam um dem Frieden zu trauen.
Belastend ist für mich grade etwas die innerliche Auseinandersetzung mit der Frage nach Trennung oder Scheidung. Gestern beim Anwalt war alles so wunderbar sachlich und nüchtern und die Frage kam natürlich. Rein sachlich ist die Scheidung der schlauere Weg. Alles ist abschliessend geregelt, ohne dass es wie bei einer Trennung und späteren Scheidung noch ein zweites Mal entschieden werden muss. Die Kosten sind deutlich tiefer als in 2 Schritten, heisst wir reden hier von Scheidungskosten einmalig rund 3500 Euro. Bei Trennung uns späterer Scheidung wird's rund doppelt so viel. Ansonsten sind die Unterschiede sehr klein. Ja und jetzt kommen die diesbezüglichen Emotionen. Meine Frau war dem die ganze Zeit leidenschaftslos gegenüber (so wie allem anderen auch) und sagt es sei ihr egal. Dies ist immer noch so. Von der praktischen emotionslosen Seite gibt es kein grund der für eine Trennung spricht, sachlich ist die Scheidung der zu bevorzugende Weg. Und jetzt steh ich da und msus etwas entscheiden, dass ich noch vor 6 Wochen nicht für eine Sekunde überlegt habe, da ich bis zu diesem Zeitpunkt in meiner Illussion gesteckt habe, in der die Welt voller Einhornkacke, Flamingofürzen und Regenbogendurchfall ist. Was tu ich. Entscheide ich sahclich und ohne Emotion und lasse mich scheiden? Vollziehe ich die halbherzige Trennung (auch gerichtlich bestätigt dann) und habe aber das Risiko, dass bei einer eventuellen Scheidung in 2 Jahren der Konsens hinüber ist und dann über alles nochmals Krieg geführt werden müsste (Worstcaseszenario). Es fällt mir einfach grade sehr schwer, einfach den endgültigen und finalen formellen Schlusstrich unter die letzten 12 Jahre zu ziehen, es ist noch so frisch und dann wars das...!
Zitat von Alleswirdgut123:Pass aber gut auf dich auf, nicht so schnell etwas Neues anfangen. Verständlich, aber muss sich das alles nocht noch setzen?
Doch muss es. Meine momentane Offenheit überrascht mich selbst. Keine Ahnung wohin es führt, aber grade jetzt fühlt es sich gut und richtig an.
Zitat:P.S.: Lieg ich richtig? Ich würde schätzen Deine Next hat selber Kinder und lebt ca. 1 Stunde weit weg von Dir
Es sind 5 Stunden, mit den Kindern liegst richtig. 5 Stunden sind zuviel für nen spontanen Zoobesuch und dann die Zootante zu treffen...

Next ist ein blödes Wort, nennen wir es doch einfach ein Wetterphänomen, das ursächlich dafür ist, dass in ner Zeit von Regen und schei. wie aus dem Nichts ein Hochdruckgebiet kommt und unerwarteter Weise die Sonne zwischendurch scheint...
