Zitat von Naja:Hat er bei deinem Einzug konkret so formuliert oder ist nur dein persönliches Empfinden?
nicht ich bin bei ihm eingezogen, es war vielmehr so, dass seine EF auszog, die Wohnung zu groß war und nun die Frage im Raum stand, wohin soll er. Ich weiß bis jetzt nicht, warum ich nicht in mich hinein gehört habe und das Magengrummeln, das ich bei diesem 2. Mal schon hatte, beachtet habe. (das hatte ich alles schon mal geschrieben, kann es sein, dass Du doch nicht alles gelesen hast?)
Er hat gesagt, er möchte mit mir leben und außerdem will er nicht unbedingt allein leben. Ich weiß leider nicht genau, ob seine Intuition vordergründig war, nicht allein zu sein und dann lieber mit mir zu leben als ohne Frau oder war es ihm wirklich wichtig, mit mir zusammen zu sein. Das frage ich mich jetzt, nachdem ich mich immer unwohler fühle. Außerdem klingt es jetzt für mich so merkwürdig: er kann den Kontakt zu mir nicht lassen, was seiner EF nicht gefällt, sie zieht aus und er kommt sofort zu mir und fragt(mal ganz grob gesagt): wollen wir es noch einmal versuchen? Jetzt komm ich mir doch bißchen wie ein Notnagel vor...
Offensichtlich steckte ich noch völlig fest in mir und war noch immer in einer misslichen, emotionsgeladenen Situation, ein rationales Denken war nicht stark genug.
Zitat von Naja:Vielleicht ist es für dich hilfreich konkret zu formulieren, was du dir wünscht von ihm und zwar konkrete Handlungen. Was soll er in welcher Situation konkret ändern.
ehrlich gesagt, habe ich das bereits in den langen Gesprächen getan, die wir geführt haben, als es drum ging, wollen wir den 2. Versuch wagen? Ist ja nicht so, dass ich sofort ohne ein Wort juchhu geschrien habe. Immerhin hatte er mich ja schon einmal belogen und getäuscht und verlangte Unmögliches von mir. (z.B. fuhr er, als wir das 1. Mal zusammen wohnten, mit seiner EF und Enkelkind 1 Woche in den Urlaub...und ich saß zu Hause) Ich habe da vermutlich schon den Fehler gemacht und nicht klar meine Grenzen formuliert. Aber das ist ein Schwachpunkt, dass ich geübt darin bin, meine persönlichen Grenzen aufzuweichen, weiter und weiter zu schieben. Ich weiß natürlich, für solche Sachen brauchts immer 2.
Also, das sollte er eigentlich wissen, was ich mir wünsche. Ihn zu ändern liegt mir fern, wenn er an seinen Handlungen nicht von sich aus etwas ändert bzw. ändern will, dann kann ich das auch nicht verlangen. Das ist ja so ein Punkt, woran ich verzweifel, er weiß genau, welche Handlungen mich leiden lassen und tut sie trotzdem und zwar heimlich, um mich zu schonen? Das machts ja noch schlimmer. Kann ich denn daraus nicht schließen, dass er sich eben nicht vollumfänglich für mich entschieden hat? Dann würde er doch ganz von sich aus entscheiden, das zu lassen oder mir ganz ehrlich sagen, dass er es nicht lassen will, dann weiß ich aber woran ich bin. Und da ist es mir völlig wurscht, ob es harmlose Gründe sind, die ihn bewegen.
Zitat von Naja:Es kann m. E. nicht sein, dass du einfach nur geheiratet werden willst, weil du sonst ein Versorgungsproblem hast?
hier bin ich jetzt sicher, dass Du nicht alles gelesen hast, in dem ganzen Tread hier habe ich nirgends geschrieben, dass ich geheiratet werden will wegen Versorgungsproblemen - wie kommst Du darauf?
Nach meiner desaströsen Ehe habe ich ihm sogar von Anfang an gesagt, dass eine Heirat für mich nicht mehr in Frage kommt. Eine gute Beziehung macht für mich nicht ein Trauschein aus. Und Versorgungsprobleme hab ich nicht, das war nie ein Thema.
Zitat von netteL:Hallo Hannah50, er hat gesagt er möchte nicht alleine wohnen und er hat nie gesagt, dass er Dich liebt. Und er lügt Dich an. Kommunikation fehlt auch. Das ist doch keine Basis. Da wird Dir doch ewig das Herz weh tun. Was sagt der Bauch? Garantiert auch nichts Gutes. Ich hoffe, Du findest den richtigen Weg und es geht Dir besser!
nein, es ist keine Basis, das stimmt, das wird mir jetzt ja auch bewußt, je mehr ich über alles nachdenke. Mein Bauch hat schon kurz nach unserem Zusammenzug beim 2. mal gegrummelt. Jetzt wird es nicht besser. Ich versuche halt gerade auch herauszufinden, ob ich mich nicht doch an paar Dingen festklammer und nicht erkenne, dass es doch noch eine Beziehung werden kann, wie ich es für mich brauche, man muss nur drüber reden...
Aber bei dem Gedanken, alles ist beredet, abgehakt, geklärt und wir leben zusammen mit neuem Schwung, wird mir nicht so richtig warm ums Herz. Immerhin begann das alles mal als Affäre und ich komme ins Zweifeln, ob es sich da um die ganz große Liebe gehandelt hat (sowohl von meiner Seite als auch von seiner Seite)oder ob es nur ein Erfüllen meiner damals sehr ausgeprägten emotionalen Bedürftigkeit war und bei ihm ein Entfliehen aus dem 30jährigen Ehetrott ohne drum zu kämpfen, es schien halt alles so leicht, wir haben uns recht schnell sehr vertraut gefühlt, neben der sexuellen Anziehung die uns überrannt hat.
@StAmt
Zitat:ich finde es gut, dass Du die Zeit seiner Kur nutzt, um über Euch nachzudenken.
Du hast Dir auch schon Punkte klar herausgearbeitet, welche Dich stören und was mir am meisten auffällt:
Dir geht es gut OHNE ihn. Zu mindest was das Zusammenleben betrifft.
Allerdings machst Du Dir zu viel Gedanken darüber, wie er reagiert, ob er verletzt ist...
Fakt ist doch auch, dass Du ihm klar gesagt hast, dass Du dieses hinter dem Rücken treffen nicht möchtest.
Er hält sich nicht dran und belügt Dich. Es interessiert ihn hier auch nicht, dass es Dir damit nicht gut geht und dass er Dich mit seinem Verhalten verletzt.
ja, es geht mir gut, wenn er jetzt nicht da ist, außer, wenn ich konkret drüber nachdenke, dass nach seiner Rückkehr unweigerlich ein Gespräch stattfinden muss, dann wird mir bissl schlecht. Grund dafür wird sicher sein, wie Du schreibst, dass ich mir zuviele Gedanken drüber mache, ob ich ihn damit verletze. Das ist wirklich zum Verrücktwerden, dieses Gefühl, dass er völlig enttäuscht, traurig, hilflos sein könnte, wenn ich ihm sage, dass ich gehen werde, ist so übermächtig in mir. Dabei ist es ja vielleicht nicht mal so, aber allein die Vorstellung schafft mich sehr.
Darum grübel ich momentan extrem über alles nach, um mir felsenfest sicher zu sein, was ich will, was für mein Leben gut und wichtig ist. Wenn ich mir dabei ganz sicher bin, kann ich die emotionale Last besser tragen und lass mich nicht wieder einwickeln.
Zitat:Du kennst die Antwort zum "WAS" bereits.
Du hörst nur nicht hin, weil Du es nicht willst.
(Nicht böse gemeint. Ich kenne diese Situation ( in anderen Kontexten) auch, wenn eine Wahl ansteht und man mit sich ringt... dieses nicht wissen was, stellt sich dann, wenn man DEN einen Punkt nicht wirklich zulässt, der der richtige wäre).
da hast Du vermutlich recht, aber warum lass ich es nicht zu, das WAS zu akzeptieren, als einzige Variante, um mich wieder zufriedener zu fühlen? Warum will ich es unbewußt denn nicht, obwohl es mir viel besser damit gehen würde? Sind da immer noch Hoffnungen? Worauf? Kann es sein, dass ich unterbewußt einfach nur die angenehmen Dinge möchte, die es aber nicht gibt ohne die unbefriedigenden?
@kuddel
Zitat:Ehrlichkeit und Wahrheit - das sind im Grunde sehr wichtige Werte ...aber auch sehr schwer auszuhalten - für einen selbst und für´s Gegenüber... wenn sich diesbezüglich nicht beide auf Augenhöhe bewegen. Gehen beide Menschen in dieser Hinsicht konform, kann allerdings sehr viel mehr miteinander bewältigt werden, wird viel eher verziehen, wird vieles viel eher von der menschlichen Seite gesehen - Offenheit und Ehrlichkeit macht menschlich/er.
das ist wohl wahr, Ehrlichkeit und Wahrheit können tatsächlich schwer auszuhalten sein, aber ohne dem fühle ich mich persönlich nicht wohl, dann für mich ist ein Leid durch Ehrlichkeit leichter zu ertragen, als die Folge einer Lüge, wenn sie dann als solche rauskommt und sie kommt in den meisten Fällen raus.
Wenn nun aber in einer Beziehung einer großen Wert auf Ehrlichkeit und Offenheit legt und der andere nicht und scheinbar mühelos und leidlos unehrlich und verschlossen sein kann, dann ist nichts mit Augenhöhe, dann wird es aber auch auf Dauer nicht lebbar sein.
Zitat:Ja....das WAS herauszufinden, ist nicht immer einfach! WIE dem auf die Spur zu kommen - das hat etwas mit Offenheit und Ehrlichkeit zu sich selbst zu tun. Wenn dir klar ist, was DU wirklich willst, dann wird sich ein Weg zeigen, was du bereit bist, dafür zu tun.
genau, hier bin ich gerade und kämpfe jeden Tag, um einen - meinen Weg zu finden. Ihr helft mir hier ganz prima dabei, danke, vor allem Dir, kuddel, was Du schreibst, läßt mich viel nachdenken.
Zitat:Was will der Mann WIRKLICH....und DU willst nicht wollen, dass der ein Leben wie in seiner Ehe "in besten Zeiten" will! ER wird sich "bewegen/verändern" müssen....denn ein "weiter so" wird er sich abschminken müssen - AUCH wenn du ihn "nicht (mehr) willst" und er wieder zu Hause "Einzug" halten muss.
ich habe keine Ahnung mehr, was er wirklich will, sein verheimlichen und rumdrucksen, wenn ich ihn z.B. auf eine Scheidung anspreche, lassen mich völlig im Dunkeln. Er frißt einfach alles in sich rein, er läßt mich auch immer wieder ratlos dastehen, indem er immer wieder nonverbal, nur durch gucken oder dastehen, zum Ausdruck bringt, dass ihm irgendwas an mir oder an dem was ich tue missfällt. Das macht mich völlig fertig, dann frage ich und versuche, irgendwas aus ihm rauszubekommen, was denn los ist. Leider greift hier ganz schnell immernoch meine Altlast, ich fühle mich dann unfähig und denke, was ich tue, ist falsch. Aber auch das habe ich ihm schon mehrfach erklärt und gesagt.
Ich will damit nur sagen, ich bin emotional und kommunikativ und manchmal auch vermutlich naiv und er kann in mir lesen, wie in einem Kinderbilderbuch. Ich in ihm nicht. Also - keine Ahnung, was er wirklich will. Und ehrlich gesagt, habe ich auch irgendwie keine Kraft mehr und auch keine Lust mehr, ständig Rätselraten zu veranstalten, ständig ihm alles wieder zu erklären und Antworten aus der Nase zu ziehen. Was den Alltag und allgemeine Themen angeht, ist er manchmal eine ganz schöne Quasselstrippe. Aber das reicht mir nicht.
Zitat:Austauschbar willst du auch nicht sein - und wenn ein Mensch einen anderen kennenlernen möchte, ihn wirklich liebt, dass ist das "the special one" und nicht nur ein "normal one"!
Du weißt, was du dir wert bist - und wenn du dich als "special one" verstanden wissen willst, hast du zu entscheiden, ob DER Mann dir das bieten kann. Allerdings - ohne dass er kommuniziert, wird er "the special" eher NICHT von "the normal" zu unterscheiden wissen. Und nein...dabei geht es nicht um Materielles....sondern ausschließlich um Ideelles!
Mir kommt jetzt immer wieder mal genau dieser Gedanke: habe ich einfach den Platz seiner EF eingenommen? Nur ist es für ihn angenehmer, da ich eben anders bin als sie, noch relativ "neu", es sind ja erst 5 Jahre? Und automatisch rutsche ich in diese Rolle rein und finde Situationen, wie sie auchaus meiner Ehezeit stammen könnten und das erschreckt mich, das wollte ich nie wieder, das triggert mich sehr. Nein, ich muss da raus, es tut mir schlussendlich nicht gut.
Das ist es ja, Altlasten, ich habe ja einfach noch keine Gelegenheit gehabt, wirklich zu verarbeiten, was ich in 23 Jahren vorher erlebt, ertragen und ausgehalten habe. Jetzt, in einer eheähnlichen Beziehung mit Unehrlichkeiten und dem Schein des Alltags, werde ich das auch nicht schaffen. Ich kann mich ja überhaupt nicht fallen lassen, das Vertrauen ist weg, ich fühle mich irgendwie ausgenutzt.
Was genau ist denn das, mir sagen, du, ich bin für dich da, weine dich ruhig aus und ist doch alles gut, nimm dir die Zeit, die du brauchst, um dann wieder zu vermitteln, ich versteh dich nicht, muss ja nun aber auch mal gut sein, das Leben geht ja weiter und dazu noch heimlich ein Nebenleben weiter führen?
Ja, ich bin es wert "the special one" zu sein und das bin ich eben nicht, jedenfalls vermittelt er es mir nicht, falls es doch so ist, ich weiß es ja nicht, keine Kommunikation....