Vielen Dank allen, es ist echt immer hilfreich eure Antworten zu lesen
👍 Zitat von Nickschonweg: Du allerdings steckst in einem psychischen Zustand. Wer weiss, wieviele Jahre schon. Da das für Dich der Normalzustand ist, denkst Du, es wäre Dein Charakter. Aber ich glaube das nicht wirklich.
Ja vermutlich seit immer, eigentlich erinnere ich mich sogar schon mit 10 daran so zu sein wie jetzt irgendwie ... ernüchternd.
Zitat von Nickschonweg: Und das Thema Frauen ist mit deinen super zarten 39 noch lange nicht durch.
Seit einem Jahr bin ich mittlerweile ein anderer Mensch. Meine Therapeutin war total überrascht mich nach 6 Monaten wieder zu sehen. Ich kann alleine sein und bin es auch ganz gerne. Das kann man lernen. Dann konzentriest du dich Mal auf dich selbst.
Also das Thema Frauen ist so was, für mich steht fest das war es. Auch weil ich keinerlei Strategie hätte jemanden kennenzulernen. Mir fällt immer wieder auf das ich halt nicht erwachsen bin. Diese ganze Datingwelt ist mir fremd und habe ich kein Zugang zu. Ich denke ich bin Emotional schon irgendwie gestört und nicht in der gleichen Liga wie Erwachsene Menschen und spielt ja eh keine Rolle, ich brauch ein Konzept mein Leben in Alleine/Einsam zu ertragen.
Zitat von lafiness: So, und das Alleine sein, nun ja, du gehst doch einkaufen oder? Siehst du da Menschen?
Überall sind Menschen. Wie kommst du zu der Annahme zu seist alleine?
Allerdings auch hier gilt, du musst wollen nicht mehr alleine zu sein und dich fragen was dich davon abhält. Welche Angst steckt dahinter?
Und dann brauchst du Mut...probiers doch mal aus und mach der Kassiererin im Supermarkt ein Kompliment. Nichts aufdringliches, oder zeigt ihr Wertschätzung indem du ihr etwas nettes sagst.
Nah klar sind überall Menschen, ich bin gerne unter Menschen, soweit ich verstanden habe bin ich auch kein Introvertierter Mensch. Ich finde viele Menschen gut, ich gehe zum Buchlesen in ein Cafè weil ich alleine zuhause es nicht schaffe etwas zu lesen. Ich hab immer in WGs gewohnt. Ich bin zwar dann Allein, aber es wuselt um einen herum, dass ist besser als ganz allein. Ich mag z.B. Konzerte und es ist mir egal ob mit 100 oder 10000 Menschen. Aber Menschen einfach so ansprechen ist so weit weg, da würde ich wahrscheinlich vorher versuchen die Welt alleine mit dem Fahrrad zu umrunden.

Wenn ich alleine auf ein Konzert gehe rede ich mit niemanden außer dem Bierverkäufer oder so.
Zitat von lafiness: Nochmal, Einsamkeit ist kein Zustand sondern ein Gefühl.
Alleine sein ist der Zustand.
Beides kannst du ändern, wie viele andere vor dir, du musst es allerdings auch wollen und tun.
Das Selbstmitleid deines Egos such das Leid und es lässt nicht los, da es vom Leid lebt.
Das ist wohl wirklich wahr. Ich lese grade von Lars Svendson - Philosophie der Einsamkeit. Sehr aufschlussreich. Einsamkeit hat nix mit sozialen Kontakten, Beziehungen oder sonst was zutun, so die Statistik. Kann ich voll nachvollziehen. Ich bin nicht so sozial scheu sondern eher bleibt es zu 100% bei Small Talk (wenn ich den mal mit jemanden rede). Ich denke ich bin kein Interessanter / Lustiger / Kluger oder was auch immer Mensch mit dem man gerne langfristig Kontakt knüpft und das fange ich immer mehr an zu akzeptieren. Ich kann wunderbar mit Arbeitskollegen ein B. trinken gehen, über Arbeit reden. Kein Thema, aber daraus ergibt sich jetzt nichts weiteres.
Ich glaube inzwischen das ist eine Angstproblematik, ich fühle mich immer Falsch wenn ich rede, bin immer der Hässlichster, und mache sowieso immer alles Falsch, also rein von der Selbstwahrnehmung, ich kann mir durchaus einreden das es mal anders ist. Aber das kommt dann Emotional immer wieder zurück und wird noch schlimmer. Bin da einfach nicht emotional stabil . Und mir ist absolut nicht klar wie man rationale Erkenntnisse in Gefühle umbaut. Ich habe es 39 Jahre mit Verdrängung versucht, mit dem Ergebnis das echt viel schief gegangen ist und ich überhaupt nicht mehr weiß was man wollen soll oder nicht. Hatte jetzt das erste mal Therapie und das wird viel aufreiben. Ich weiß nicht ob das eine gute Lebensphase ist um das zu machen. Ich muss mich um mein Kind kümmern, um die Arbeit. Ich bin eh schon nah daran am Nervenzusammenbruch gefühlt. Vielleicht überschätze ich die Einsamkeitsproblematik? Vielleicht gebe ich mich erst mal ein bisschen dem funktionieren hin. Ich habe jeden Tag mehr das Gefühl nichts ändern zu können / wollen wie man das auch immer nennt. Ich ergebe mich vermutlich dem Selbstmitleid wenn ich das hier so lese. Aber grade kann ich auch echt nicht mehr und bevor ich zusammenklappe ist das vielleicht auch ein plan.