Ich oute mich mal als Mobber, zumindest bis ich natürlich kapiert habe was wir da eigentlich machen.
In den 90er Jahren war so etwas nicht so offensichtlich wie heute, alleine das Wort Mobbing gab es damals nicht einmal. Ich weiß nicht ob es was geändert hätte, aber ich denke schon, weil vielen von uns gar nicht bewusst war wie viel Schaden damit verursacht wurde.
Für uns war das ein Spiel, wir fanden es witzig andere ins Klo zu tauchen, sie zu ärgern etc... aber an den was es erwischt, haben wir gar nicht gedacht. Daher sind nicht alle Mobber auch gleichzeitig schlechte Menschen, es ist ihnen nur nicht bewusst was sie da eigentlich gerade tun, zumindest bis zu einem gewissen Alter wo es eigentlich jedem bewusst werden muss was er da eigentlich macht.
Als Kind findest du dicke Kinder nun einmal lustig, besonders wenn man selbst halt sportlich ist, der beste in der Klasse bist und dann bilden sich diese kleinen Gruppen, die einen sind halt die Außenseiter und die anderen die Macher, so etwas wird es immer geben und daran ist auch nix falsch, falsch wird es erst wenn man diese Außenseiter dann noch beleidigt, ärgert und vor allem Gewalt anwendet. Jedoch und das finde ich dann immer sehr schlimm, sind meistens diese ausgesetzten Kinder, die eben nicht in diese Gruppe gehören, meistens selbst auf irgendeine weise Mobber.
In meiner Schulzeit haben sich diese Kinder dann nicht zusammengetan und versucht sich gegenseitig zu helfen, sondern haben dann ihre Wut auf uns, an den nächsten schwächeren ausgelassen, bis es irgendwann keinen schwächeren mehr gab und so entstand dann eine Mobbingkette, wo einer eben die A.. Karte gezogen hat.
Doch eins muss ich auch dazu sagen, wir haben niemals krasse Gewalt angewendet, wir steckten ihre Köpfe ins Klo, es gab mal ein Ar. oder Beleidigungen etc... aber niemals hätten wir sie krankenhausreif geschlagen wie das heut zu tage so der Fall ist.
An Messer und Co hätten wir erst recht nicht gedacht, es war für uns eben nur ein Spiel und natürlich ist so etwas nicht richtig, aber man wird nie alle Kinder unter einen Hut bringen.
Ich finde bei diesem Thema die Mitte zu finden, ist verdammt schwer, weil jeder hat da ein anderes Verständnis von. So im Nachhinein war einiges nicht ok, anderes wiederum finde ich nicht so schlimm, würde aber wahrscheinlich als Mobbing durchgehen.
Ein Beispiel wäre, jemanden nicht mitspielen lassen, weil man diesen Jungen oder dieses Mädchen halt nicht ab kann. Auch wenn Teams gebildet werden, ist es eigentlich klar dass die zusammenspielen die sich mögen, wird aber heut zu tage schon als Ausgrenzung bezeichnet.
Ich finde es auch nicht schlimm wenn man Fußball spielt im Sport und dann sagt das man xyz nicht im Team haben möchte weil er oder sie zu dick ist. Manche Tatsachen sollte man auch sagen dürfen, aber das ist wie immer meine Meinung.
Ansonsten sollte man sich aus dem Weg gehen wenn man sich nicht leiden kann, aber Kinder sind da noch nicht so weit im Kopf, schon gar nicht in einer Gruppe und wir wissen ja alle, da haben nicht nur Kinder ihre Probleme, sondern auch Erwachsene.
Nicht umsonst gibt es da ein berühmtes Sprichwort von Albert Einstein. In der Masse wird der Mensch einfach bescheuert und so ist es bei Kindern nun einmal auch. Sie Stacheln sich gegenseitig an und dann haben wir den Gruppenzwang, wo es halt immer mindestens ein Opfer geben wird.
Ich denke da muss in beide Richtungen gearbeitet werden, einmal dieser Gruppe klar zu machen was geht und was nicht, ihnen ihre Macht nehmen und auf der anderen Seite das Opfer stärken durch mentales Training und vor allem Hilfestellung von außen.
Wenn man so etwas erkennt, muss man diesen Kindern klar machen was hier eigentlich passiert, denn macht man dies in der heutigen Zeit nicht, schaukelt es sich immer höher und höher, bis wirklich was schreckliches passiert.
Bei mir war das halt einfach irgendwann vorbei, ich schaute dann lieber auf mich, andere waren mir egal und ich wollte einfach nur Fußball spielen, Spaß haben etc...
Ich habe mich halt dann komplett in eine andere Richtung entwickelt und ich kann immer nur wieder jedem Elternteil empfehlen eure Kinder in einen Verein zu stecken. Dort wächst man zusammen, lernt Teamfähigkeiten und was zusammenhalt bedeutet. Sport hat definitiv mein Leben verändert. Ich hab mit 3 angefangen Fußball zu spielen im Verein und um so intensiver dieser Sport in meinem Leben wurde, um so mehr habe ich gelernt dabei und es gibt für jeden Menschen den passenden Sport, ihr müsst nur herausfinden was eure Kinder gern mögen.
Tanzen, Basketball, Fußball, Tennis, Handball, Tischtennis usw. Es gibt so viele Möglichkeiten und Kinder wissen einfach nicht was sie wollen. Als ich angefangen habe mit dem Fußball, war gegenüber eine Baustelle und ich war verrückt nach Baggern und Co, denkt ihr ich hätte einmal ordentlich mitgemacht am Anfang? Bis man mich animiert hat, ich erkannt habe wie viel Spaß es machen kann und hätte meine Mom damals sofort abgebrochen nur weil ich einmal gesagt habe ich will lieber mit den Baggern spielen,hätte ich die schönsten Momente in meiner Kindheit verpasst.
Heut zu Tage wird viel zu schnell aufgegeben und dann werden Kinder lieber zu Einzelgänger und vielleicht sogar zu opfern. Ich will nicht sagen, dass Sport alle Probleme lösen kann, aber es kann einiges in Bewegung setzen und vor allem auch begeistern neu Freunde zu finden, doch dazu müsste man auch mal hart sein als Eltern oder etwas bestimmen und auch diese Entwicklung finde ich beängstigend. Viele Mobbing Opfer sind gemachte Opfer und ja dazu stehe ich. Diese Helikopter Eltern kann ich nicht ab und wenn die Kinder dann schon so verzogen sind und so in die Schule kommen, ist der Anschluss natürlich um so schwerer und wenn man dann noch dick ist, ist man meistens das leichte Opfer.
Auch hier muss man diesen Eltern eine Schuld mitgeben dürfen und ich weiß, dieses Thema wird wieder extrem in eine Richtung gehen und am Ende gesperrt werden. Ich sage nicht das man mit meiner Meinung mitgehen muss, ich werde mir aber da auch keine andere Meinung aufschwatzen lassen oder mir verbieten lassen so zu denken. Für mich sind viele Mobbingopfer leider schon Haus gemacht und vieles könnte man schon verhindern wenn man nur auch mal seinen Kindern die Stirn bieten würde und auch mal Dinge entscheidet, die am Anfang vielleicht nicht so toll sind, aber später dann um so schöner werden könnten.
Auch hier gilt, ein Training macht noch kein Meister und ein Training entscheidet noch lange nicht über mögen oder nicht mögen. Macht einen Deal mit euren Kindern, gebt ihnen das Gefühl etwas selbst zu entscheiden, auch wenn sie es gar nicht wirklich entscheiden.
Lasst sie mal für eine Saison in einem Verein, lasst sie ankommen und sich den Spaß entwickeln und vor allem fangt damit so früh wie möglich an. Es gibt in jedem Verein die Bambinis, da können 3 Jährige zusammen anfangen zu spielen, sich entwickeln und dann wird es definitiv ein Gewinn für eure Kinder sein, doch dazu müsste man auch fähig sein das Kind mal aus der Hand zu geben und vor allem sich eigenständig zu entwickeln. Die Freude an der Bewegung finden, darauf kommt es an und alleine durch diese Tatsache und der richtigen Ernährung, haben es Kinder dann schon doppelt so leicht in die Schule zu starten.
Meistens sind mindestens 5 Schüler in einer Klasse die selbst sportbegeistert sind und alleine nur dadurch hat man schon Anschluss gefunden. Viele Eltern tun ihren Kindern keinen Gefallen wenn man sie behütet wie einen Schatz und nur wenn man alle Seiten dieses Themas mal beleuchtet, findet man auch Wege um Mobbing halbwegs zu beseitigen, denn ganz wird dies wohl nie möglich sein, aber da gilt dann, dies zu erkennen und mit harten Strafen zu verhindern.
Danke fürs Lesen und wie gesagt, tut mir leid wenn es euch triggern, aber fragt euch lieber mal warum dies so ist, anstatt auf mich jetzt los zu gehen, denn es fängt immer bei einem selbst an und vor allem was er daraus lernen kann.