Zitat von Kundalini:Damit können Männer nicht umgehen, fühlen sich dann wie im Wettkampf, die Betonung liegt auf "Kampf".....anstatt es als prima Ergänzung wahrzunehmen, sehen sie starke Frauen als Bedrohung für ihre Männlichkeit, nach dem Motto "wer hat hier bitte die Hosen an!
Das ist leider auch meine Erfahrung. Rückblickend muss ich sagen, dass ich das nur anstrengend und nervtötend fand. So viel vergeudete Lebensenergie! So richtig klar wurde mir das, als ich Monate nach der Trennung so ein Fernsehspiel, eine Schmonzette im Fernsehen sah, an deren Ende ein alter Mann am Grab seiner Frau stand und sich bei ihr bedankte, dass sie ihn so gut ergänzt hatte.
Was sich mein Ex-Mann alles einfallen ließ, um mir zu beweisen, dass er der Held ist. Ein Lieblingsthema war das Einparken. Ich kann es nun mal nicht besonders. Aber das war nicht das Schlimmste. Das Schlimmste war: Ich stehe dazu. Anstatt mich schamhaft klein zu machen, weil ich so etwas Titimäßiges nicht kann, habe ich seinen Abwertungen entgegen gehalten: "So what? Ich kann nicht gut einparken, aber dafür kann ich die Waschmaschine bedienen, ohne dass wir anschließend den Kundendienst kommen lassen müssen." Das ging GAR NICHT! Dazu auch noch stehen, das war das Allerletzte.
Und dann das Auto ... sowieso ... ich habe ein sehr feines Gehör und habe halt mehrfach gehört, dass da etwas nicht stimmte. Er hat das immer weggewischt. Weibergewäsch! Aber ich hatte IMMER Recht. Einmal habe ich ihn sogar davor bewahrt, dass er bei einem fast neuen Auto einen Motorschaden von 6.000 Euro produziert hat, nur aus Sturheit, weil ich gerochen hatte, dass etwas mit dem Wagen nicht stimmte (der Kühlwasserschlauch war defekt und er wollte damit noch 500 km über die Autobahn fahren; er hat mich angebrüllt, ich sei hysterisch und könnte ja mit dem Zug fahren; 20 km weiter wäre das Kühlwasser komplett draußen gewesen; ich hatte es gerochen, es roch nach Ammoniak). Ihr glaubt nicht, welche Register ich ziehen musste, damit er dann schließlich doch eine Servicewerkstatt aufgesucht hat.
All solche Dinge waren letztlich Sargnägel unserer Beziehung. Leider bin ich in den drei Jahren seit unserer Trennung noch stärker geworden. Zuerst bekam ich eine Krankheit, die mir unerträgliche Schmerzen verursachte, und es dauerte ewig, bis ich die richtige Diagnose hatte. Ich bin noch dabei, das Laufen wieder zu lernen. Und jetzt hatte ich noch eine Krebsdiagnose. Das alles habe ich alleine durchgestanden und bin auch die meiste Zeit voll arbeiten gegangen. Ich habe viele Tränen geweint, aber diese drei Jahre haben mich so was von abgehärtet und mein Selbstbewusstsein gestärkt, dass ich mich in Zukunft echt zurückhalten werde und versuche werde, das möglichst nicht raushängen zu lassen.