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Muss ich ihn schon loslassen?

Mäusla

Mäusla


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Gib ihm noch etwas Zeit. Setz dir selbst ein Limit wie lange du das mitmachen möchtest und dann schau weiter

01.02.2020 23:08 • #16


Tatiana

Tatiana


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Okay, ich sehe das anders, weil ich im Bereich Psychologie arbeite. Ich glaube, es ist anders herum: Nicht,dass durch die Essstörung dein Selbstwertgefühl nicht da ist und du dich nicht selber liebst, sondern eben genau anders herum. Ich schätze, dass da irgendein Loch ist, dass nicht ganz zu ist und das führt dann zu so was wie Essstörungen, am Partner festhalten und viel Bestätigung von ihm brauchen, viel entschuldigen und mit sich machen lassen und jetzt diese Angst, die du fühlst.

Wenn du wissen willst, wie du tickst und warum, kann ich dir versprechen, dass deine Antworten in der "attachment theory" liegen. Leider kann ich dir den Begriff nur auf Englisch nennen, weil ich auf Englisch arbeite, aber das sollte sich schnell googeln lassen. Wenn ich du wäre, würde ich mir so viel wie möglich davon anlesen und auf YouTube erklären lassen, wie du nur irgendwie kannst. Das könnte lebensverändernd sein, im positivsten Sinne. Die Antworten sind alle da. Warum du zB die Angst gerade fühlst, warum er sich jetzt zurückzieht und und. Es gibt 3 oder 4 Typen von Menschen und die Theorie erklärt, welche Typen zusammen passen und was passiert, wenn die eben nicht kompatibel sind. Ich schätze, du bist Typ "Anxious" und das würd ich mir genau anlesen.

Viel Glück! Du schaffst das auf jeden Fall, mit dem nicht schreiben! Immer daran denken, dass er nicht weg ist.

02.02.2020 00:33 • x 2 #17



Hallo Celinew_e,

Muss ich ihn schon loslassen?

x 3#3


Plentysweet

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Zitat von Tatiana:
Okay, ich sehe das anders

Ich auch.

Zitat von Tatiana:
Ich schätze, dass da irgendein Loch ist, dass nicht ganz zu ist und das führt dann zu so was wie Essstörungen, am Partner festhalten und viel Bestätigung von ihm brauchen, viel entschuldigen und mit sich machen lassen und jetzt diese Angst, die du fühlst.

Sehr gut erklärt. Man könnte auch sagen, es gibt im Inneren, in der Psyche eine Art Sollbruchstelle. Etwas was meist, wie Tatiana und die attachment theory sagt, aus der Kindheit herrührt. Eine tiefe emotionale Verletzung, frühkindlicher Bindungsabbruch, Trauma, etc.. Eine Stelle, an welcher unverarbeitete Emotionen aus der Vergangenheit schlummern und immer wieder aufbrechen können. Bei entsprechenden Triggern (Auslösern). Und da liegt u.U.bei Dir die Ursache für die starke Verlustangst.
Zitat von Tatiana:
Es gibt 3 oder 4 Typen von Menschen und die Theorie erklärt, welche Typen zusammen passen und was passiert, wenn die eben nicht kompatibel sind.

Genau. Es könnte nämlich z.B.sein, daß Dein Freund Bindungsängstler oder -vermeider ist. An so einem Menschen arbeitet sich ein Verlustängstler verzweifelt und erfolglos ab. Und die Ausprägungen bei Jedem werden imner mehr. Der Bindungsängstler wird in seiner Angst sich zu binden, bestätigt. Und der Verlustängstler ebenfalls durch die Message: Ich bin nicht liebenswert, ich werd weggestoßen, verlassen. Eine sehr präkäre und ungesunde Mischung. Eigentlich können beide nur verlieren. Oder müssen sich in eine Paartherapie begeben, in der ihre Probleme und Ängste bewusst gemacht werden und daran gearbeitet wird. Dieses müssen aber beide wirklich wollen. Denn einfach ist es dann trotzdem nicht.

02.02.2020 09:58 • x 2 #18


Celinew_e

Celinew_e


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Ja, bindungsabbrüche sind auf jeden Fall ein grund. Meine Eltern haben sehr viel gestritten, sehr laut und wild. Ihre Kinder benutzten sie immer dafür, sie auf ihre Seite zu ziehen um gegen den Partner zu schießen (stellten Bindung her- waren ein Team) sowieso der Streit abflachte wurde dieses Teamgefühl abgebrochen und wir wurden nicht mehr gebraucht wenn alles war ja wieder gut, wir wurden dann links liegen gelassen bis zum nächsten Knall. Verlustangst auch dadurch da mir meine Mutter über ein Jahr fehlte als Mutter. Mein Bruder war schwer krank und sie opferte sich komplett für ihn während wir Kinder die Zeit bei Oma und Opa verbrachten .. ich habe sehr sehr sehr viele Therapien hinter mir und habe meine Ursachen schon erarbeitet. Nur das überwinden dieser Ängste ist noch nicht passiert. Mein Freund ist definitiv eher der vermeidet, gerade in solchen Situation rennt er vor dem Ernst weg, drückt sich vor emotionalen Gesprächen und schützt sich vor Verletzungen oder Konfrontationen mit eigenen Gefühlen. Auch kindliche Erfahrungen mit Trennung, Streit etc.. wirklich sehr schwierige Mischung.

02.02.2020 10:28 • x 2 #19


Plentysweet

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Zitat von Celinew_e:
Mein Freund ist definitiv eher der vermeidet, gerade in solchen Situation rennt er vor dem Ernst weg, drückt sich vor emotionalen Gesprächen und schützt sich vor Verletzungen oder Konfrontationen mit eigenen Gefühlen. Auch kindliche Erfahrungen mit Trennung, Streit etc.. wirklich sehr schwierige Mischung.

Dann ist wirklich die Frage, ob Ihr Euch mit Euren Mustern und Erfahrungen gegenseitig längerfristig gut tun könnt. Eine Beziehung soll ja glücklich machen und tragen. Nicht eine Last werden, die nicht mehr zu schultern ist. Du wirst Dich an jedem weiteren Bindungsvermeider wahrscheinlich wieder hoffnungslos abarbeiten und Deine Ängste legen sich nie. vielleicht wäre es auch besser eine Weile keine Beziehung zu führen, damit sich Deine Ängste beruhigen und Du lernst Dich auf Dich selbst zu stützen. Und Du zu mehr Selbstvertrauen kommst und unabhängiger wirst. Ohne Dich zu kennen, denke ich, ist dies für Dich das A&O.

02.02.2020 11:03 • x 1 #20


Celinew_e

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Er ist seit meiner letzten Beziehung 2014 und nach meiner Krankheit, der tiefphase jedenfalls, meiner aller erste Beziehung.. ich könnte mir aktuell nicht vorstellen ohne ihn zu sein, auch wenn ich weiß dass wir uns auf Dauer nicht sehr gut tun. Dennoch hat es bis dato super funktioniert und meine Ängste waren nicht so stark. Erst seitdem er sich eben zurück zog spitze sich alles zu..

02.02.2020 11:05 • #21


Plentysweet

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Zitat von Celinew_e:
Erst seitdem er sich eben zurück zog spitze sich alles zu..

Ja klar, weil da Deine Verlustangst mit Dir durchging. Du solltest da wirklich daran arbeiten, sonst wird es für Dich und Deine Partner immer wieder eng. Eine Beziehung soll nicht der Lebensmittelpunkt sein. Sondern eine beglückende Ergänzung des selbst bestimmten eigenen Lebens.

02.02.2020 11:10 • x 3 #22


Celinew_e

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Ja damit hast du recht. Irgendwann wird es auch zum Ende kommen, nur ich würde mir oder uns gern die Chance geben, und hoffe er möchte das auch. Ich beweise ihm ja jetzt dass ich sein Rückzug respektiere und ihn nicht permanent in Kontakt haben muss ..

02.02.2020 11:17 • #23


Plentysweet

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Zitat von Celinew_e:
Ich beweise ihm ja jetzt dass ich sein Rückzug respektiere und ihn nicht permanent in Kontakt haben muss ..

Das ist ja schon mal gut und ein erster Schritt raus aus Deinen Ängsten ! Halte das durch und mach Dir immer klar, es ist keiner Schuld von Euch. Jeder hat seine Ängste und Baustellen. Auch er. Ich kann mir auch vorstellen, daß er von Gewissensbissen Dir gegenüber geplagt ist und ihm das auch nicht leicht fällt. vielleicht findet Ihr nochmal zueinander. Oder jeder geht für sich einen anderen Weg. Manchmal sind Gefühle da. Aber die Menschen sind einfach nicht kompatibel (s.o.).

02.02.2020 11:22 • x 1 #24


Celinew_e

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Ich denke auch er weiß genau wie es mir geht. Er meinte auch er weiß dass es nicht fair ist aber er weiß nicht wie er damit umgehen soll. Er meinte ja ich soll ich jetzt nicht vor Entscheidungen stellen, die er nicht treffen kann aktuell. Wie soll ich das verstehen? Ich meine, sowas sagt man doch nicht wenn man NICHT Schluss machen möchte.. dann würde man das doch garnicht in Frage stellen:-(

02.02.2020 11:27 • #25


Plentysweet

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Zitat von Celinew_e:
Er meinte ja ich soll ich jetzt nicht vor Entscheidungen stellen, die er nicht treffen kann aktuell. Wie soll ich das verstehen?

Das allein weiß er nur selber. vielleicht kann oder will er sich auch momentan nicht entscheiden.
Du kannst auch für Dich selber jederzeit den Schlußstrich ziehen. Mach Dich nicht so abhängig von ihm.
Und bedenke bitte: Eine Partnerschaft dient nicht dazu, Dich zu erlösen von Deinen Problemen und Ängsten. Du bist für Dein Leben und Dein Wohlergehen selbst zuständig.

02.02.2020 11:32 • x 2 #26


Celinew_e

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Ja du hast recht. Trotzdem hab ich beschlossen ihm jetzt die Zeit zu geben und sein Studiumskram klar zu erledigen. Ich kann es ja verstehen dass ich nur weiterer Stress bin in unserer aktuellen Situation. Abwarten und Dinge für mich selbst tun. Danke für deine lieben Tips und Nachrichten

02.02.2020 11:33 • x 1 #27


Tatiana

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Das re: deiner Vergangenheit klingt doch sehr reflektiert. Ist doch super- mach von deinem Wissen gebrauch. Du wirst zB wissen, dass es nicht unbedingt was mit DIR zu tun hat, wie er jetzt reagiert, sondern mit diesen Bindungs-Dynamiken. Du wirst auch wissen, dass die Angst, die du fühlst, einfach dein "Bindungssystem" ist, was Alarm schlägt. Das ist meist so, wenn man so intensive Gefühle fühlt (Also: Es ist nicht "Liebe" per se, oder gar "Fakt", dass du wirklich nicht ohne ihn könntest). Und wenn man erstmal Angst hat, dann ist das mit dem Denken auch alles anders- zB sieht man eher schwarz oder malt sich die schlimmsten Dinge aus. Oder man denkt eben unterbewusst so was wie "Früher wurde ich oft links liegen gelassen/verlassen- daher wird es jetzt auch so sein". Was nicht stimmen muss- die Vergangenheit hat mit dem Jetzt da nichts zu tun. Und daher kannst du dir auch Zeit lassen- es muss jetzt nicht alles JETZT passieren--vielleicht braucht er gerade eine Auszeit, aber das heißt nicht, dass es für immer vorbei ist.
Kümmere dich jetzt um dich und dem Teil von dir, der Angst hat- und das geht wirklich dann über 'self-care': Nett zu sich sein, sich mal was gönnen, sich selber viel Verständnis zeigen, und Dinge -machen- anstatt nur zu denken.
Und darüber hinaus ist die Lage leider nicht in deinen Händen, im Moment. Und das ist echt sehr schwer und ich fühle da wirklich mit dir bzw kann deine Angst verstehen. Ich glaube auch, dass das mit dem Heilen dieser Bindungs-Sachen schwer ist. Daher hatte ich gesagt, es fühlt sich bei mir privat manchmal an, als wäre es "in meine Gene gebrannt".

Aber! Ich sag dir eins: Nach ein paar Jahren, seit ich mir dieser Dynamiken bewusst bin, meinen Typ kenne und daher weiß, wie ich so ticke, habe ich Dinge geändert. zB kommuniziere ich jetzt mit dem anderen, wie ich mich fühle (anstatt einfach auf Rückzug zu gehen). Manchmal funktioniert das, oft auch nicht, aber der andere hat dann eben auch das Recht, das blöd zu finden und MICH dann ab zu sägen, klar. Egal. Abgesehen davon habe ich auch "einfach so" eine riesen Veränderung bei mir gesehen: Ich gucke jetzt bei der Partnerwahl viel viel weniger auf's Äußere und: Wie durch ein Wunder kann ich jetzt in ganz vielen Menschen einen potentiellen Partner sehen- nicht nur in einem bestimmten Typ. Es ist, als hätte ich erkannt, dass man gute Partnerschaften selber erarbeitet- nicht, dass alles schon sofort perfekt sein muss, an ihm.

Warum erzähle ich dir das? Es gibt quasi Hoffnung. Das ist jetzt speziell zu meinem Typ, aber ich wolte sagen, dass sich durch dieses Wissen wirklich fundamentales ändern kann. Ich weiß nicht genau, wie genau ich das verändert habe, aber ich glaube, es kommt einfach daher, dass ich ganz viel gelesen habe und mir mein eigenes Verhalten und das "Warum tue ich das?" bewusst gemacht habe. Und dann auch, dass es nicht so sein MUSS, oder einfach so IST. Also, es ist nicht unbedingt normal, dass man sich nur auf Leute einlässt, die äußerlich total mein Typ sind, zB. Das hätte ich früher als Fakt gesehen- aber ich habe gesehen, dass meine Freunde das zB auch anders machen und so stellte sich langsam bei mir eine Veränderung im Denken ein.

Wie passt das Ganze auf dich? zB das mit dem Kommunizieren würde ich dir natürlich auch raten. Nicht JETZT in deiner Lage, aber in Zukunft- entweder mit ihm oder wem anders. Bei jemandem vom Typ "anxious" reicht nämlich sehr oft ganz wenig, um dich wieder zu beruhigen. Ein Wort hier, ein Satz da und du kannst wieder aufatmen. Und du könntest ihm dann zB erklären, warum du das ab und zu brauchst. Wenn idas nämlich nicht passiert, ist die Gefahr, dass sich der Stress/die Angst bei dir aufbaut und staut und ihm dann wiederum zuwider ist- es sei denn, er weiß vielleicht was das ist.

Aber das für später. Im Moment: Viel self-care, viel selber machen, viel sich um sich selber kümmern. Sich drauf besinnen, was man vor ihm getan und gemocht hat. Heute ist Sonntag- ich weiß, du wolltest ihm heute schreiben?

02.02.2020 11:35 • x 2 #28


Ben67

Ben67


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Zu wenig mit einander kommunizieren war auch mein Problem (mein Problem) - und das lässt sich nicht wieder rüclkgängig machen oder nachholen. Kann Dich sehr gut verstehen!

02.02.2020 11:45 • x 1 #29


Celinew_e

Celinew_e


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Wahnsinns Message, vielen Dank dafür. Ich bin sehr reflektiert und weiß woher das alles kommt. Nur denke ich in solchen Situationen nicht an meinen Bindungstypen und die Ängste, welche gerade mein klammern auslösen. Aber ich habe das Gefühl es jetzt besser verstanden zu haben und es auf die Beziehung zu beziehen, objektiv und realistisch gesehen, ohne Gefühle. Vielleicht wäre es mir möglich dass in Zukunft umzusetzen, vorausgesetzt er gibt uns die Chance. Ich habe einfach Angst, da spricht wieder der Bindungstyp, aber auch die Liebe, die da ist. Ich denke im es wirklich dauerhaft umzusetzen muss ich noch einiges erarbeiten und mir vor Augen halten und keine Kurzschluss Reaktionen.
Ja, ich hatte eigentlich geplant garnichts zu schreiben bis er sich meldet, das haben mir auch alle geraten. Wir hatten seit Donnerstag keinen Kontakt. Er schrieb mir gute Nacht und bedankte sich für meine Rücksichtnahme. Ich habe dann aber nichts mehr geschrieben. Ich wollte heute eine kleine Nachricht schreiben, nur ne kleine. Aufmerksamkeit aber weiß nicht ob ich wirklich soll.?!

02.02.2020 11:54 • x 3 #30




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