Zitat von arjuni:Was genau ist eigentlich gemeint mit "gesellschaftlicher Status"?
Tja, man könnte sich jetzt hochwissenschaftlich an das Konstrukt "Status, seine Symbole und das Streben innerhalb der Gesellschaft" heranarbeiten, aber ich persönlich stelle mir darunter vor, dass unsere Gesellschaft, wenn sie doch auch keine starren Schichten mehr hat, so doch in gewisse Statusgruppen und Statusebenen unterteilt ist.
Zwischen diesen Gruppen und Ebenen findet ein reger Austausch und auch Wanderungsbewegungen statt - jeden Tag, jede Woche, Monat, jedes Jahr und Jahrzehnt.
Dabei geht es nicht um Geld. Ein junger Assistenzarzt hat in seinen ersten Berufsjahren nach dem Studium sicher weniger Geld zur Verfügung als der gleichaltrige unstudierte Facharbeiter am Band eines großen deutschen Automobilkonzerns oder auch dem heutigen fertig ausgebildeten Handwerkernachwuchs sagt man teilweise phantastisch gute Löhne zu.
Gleichwohl hat sich der junge, überarbeitete Assistenzarzt sehr viel mehr Status erarbeitet, als es wahrscheinlich der gutbezahlte Facharbeiter oder der Handwerker je mit ihrem Beruf erreichen werden. (Von Karrieren abseits des Berufes rede ich jetzt mal einfachheitshalber nicht).
Status hängt also, in Deutschland zumindest, immer stark von der Berufswahl/Reputation des Berufes, von Studium/Nicht-Studium und natürlich auch den Zukunftsaussichten und den aktuellen Trends (kaum einer will heute noch Bankkaufmann werden, vor 15-20 Jahren undenkbar) ab.
Deswegen wollen heute alle studieren. Deswegen gibt es bei Handwerkern Nachwuchsmangel, etc.
Ich rede hier nicht von den Statussymbolen wie Auto, Schuhe und IPhone.
EDIT: Und ja Status hängt immer von der Peer-Group ab. Ist ja schön, wenn sich meine Großeltern freuen, dass ich eine solide Lehre abgeschlossen habe und einen Mangelberuf habe - wenn meine Peer-Group (die ich übrigens selbst festlege, durch Erziehung, soziale Kontakte, etc. ) der Ansicht ist, dass man studieren sollte und am besten im Ausland gelebt haben sollte, dann werde ich nie den Status meiner Peers erlangen, die eben diesem Ideal erfolgreich folgen.
Man könnte nun sagen - "ist doch egal", richtig, aber dann wird es eben ärgerlich, wenn die Frauen der peer-Group tatsächlich so denken und man deswegen schlechtere Chancen bei der Partnerwahl hat. - dann sind wir wieder bei Selbstbewusstsein, Auftreten und den Basics beim Dating.