Hallo zusammen,
die letzten drei Tage waren wieder ziemlich wechselhaft.
Gute Phasen wechseln sich mit schlechten Phasen ab.
Insgesamt habe ich aber den Eindruck, dass die guten Phasen immer länger werden.
Dazu kann ich endlich wieder einigermaßen gut schlafen. Lag also Nachts konsequent mindestens 10 Stunden im Bett und Nachmittags gabs auch immer noch ein kleines Nickerchen.
Nachts wache ich immer noch mindestens einmal auf, meist mit einem mal mehr mal weniger intensiven Alptraum, kann dann aber meist recht zügig weiterschlafen.
Schlaftechnisch habe ich aber wohl auch definitiv einiges nachzuholen.
Ich möchte die nächste Zeit hier auch nutzen, um einfach ein paar Gedanken loszuwerden. Ich weiß nicht ob es für euch besonders interessant ist, und ich wiederhole mich garantiert auch zum Teil, aber ich glaube mir hilft es, das hier einfach nieder zuschreiben
Ich habe die letzten Tage nochmal intensiv darüber nachgedacht, welche Anzeichen es vor der Trennung eigentlich gegeben hat
- Der erste Punkt geht eigentlich schon Jahre zurück: Unsere Sexualität. Unsere Beziehung war jetzt noch nie besonders sexuell, aber wir hatten durchaus immer wieder mal unsere Highlights. Die sind allerdings in den letzten Jahren schon immer weniger geworden. Zum Ende war es für mich immer weniger befriedigend und für sie offensichtlich ebenso.
- Als erstes konkretes Ereignis bei dem ich mir gedacht habe, dass irgendwas nicht stimmt ist mir der Besuch von einem Kumpel mit seiner neuen Freundin im Gedächtnis geblieben: Sie hat den kompletten Abend in Anwesenheit der Gäste meist ziemlich boshafte teils auch neckische Bemerkungen über mich gemacht. Ich fand das überhaupt nicht lustig. Das habe ich ihr dann auch gesagt. Sie hatte sich entschuldigt und für mich war die Sache dann erstmal erledigt.
- Danach begann eine sehr stressige Zeit. Ich habe zu Beginn des Jahres einen neuen Job angetreten, der eine deutlich weitere Fahrtzeit mit sich brachte und bei dem ich gerade zu Beginn auch erstmal Leistung zeigen wollte, was dann zu einigen Überstunden geführt hat. Gleichzeitig standen die Umzugsvorbereitungen in unsere "Übergangswohnung" an, die wir beziehen wollten bis der Bau abgeschlossen ist. Vor allem in der "Übergangswohnung" aber auch in der alten Wohnung gab es dann noch einiges an Renovierungsarbeiten zu erledigen. Nebenbei wollte natürlich auch der Hausbau weiter geplant und vorangetrieben werden, was zwar größtenteils ihr Vater erledigt hatte, wir da aber natürlich auch intensivst mit eingeplant waren. Wenn es in dieser Zeit bereits eine emotionale Distanzierung von mir gab hatte ich kaum die Möglichkeit, dass mir dabei etwas auffällt.
- Richtig etwas aufgefallen ist mir dann ihre Arbeitswut nachdem der Umzug über die Bühne gebracht war. Dieser Job den sie dort hat, war eigentlich nur als Übergangsphase gedacht bis etwas adäquates gefunden ist. Sie hat den gleichen akademischen Abschluss wie ich und zusätzlich noch ein Staatsexamen gemacht. Bisherige Bewerbungsversuche sind allerdings leider alle gescheitert und ihr Übergangsjob ist so mies bezahlt, dass sie weniger als die Hälfte von dem verdient, was ich verdiene. Und mein Gehalt ist OK aber auch nicht sonderlich hoch. Trotzdem war es so, dass sie kurz nachdem ich aus dem Haus bin angefangen hat zu arbeiten und meist erst ein bis zwei Stunden nachdem in wieder zu Hause war von der Arbeit heimgekommen ist. Trotz meiner Pendelzeit von ca. 2h täglich. Zusätzlich hat sie dann sogar am Wochenende, Samstags wie Sonntags noch was für die Arbeit erledigt; meist aber vom eigenen PC zuhause. Sie hätte das alles nicht gemusst; gemacht hat sie es trotzdem. Ich frage mich bis heute warum sie das gemacht hat. War es nur um sich von mir zu distanzieren? Oder hat sie in dieser Arbeit irgendeine Art von Anerkennung erhalten, die ihr bei mir gefehlt hat? Wer weiß das schon, wahrscheinlich werde ich es nie erfahren.
- Richtig bizarr wurde es (natürlich auch wieder in Zusammenhang mit ihrer Arbeit) dann in Bezug auf ihr Auto. Soviel vorab: Seitdem ich die neue Arbeitsstelle hatte, hatten wir eigentlich unsere Autos getauscht. Ich habe immer noch meine alte Mühle aus Studentenzeiten (wollte mein Geld ja sparen für den Hausbau...) und sie fährt einen sehr sparsamen Kombi mit vielen Kilometern drauf. Der war im morgentlichen Berufsverkehr deutlich angenehmer zu fahren und weil sie praktisch keinen Arbeitsweg hat, haben wir unsere Autos getauscht. Nun gut, eines Nachmittags, dürfte so April oder Mai gewesen sein, wurde ich dann recht deutlich von der Arbeit nach Hause gebeten weil sie ihr Auto bräuchte. Nun gut es ist ja ihr Auto, also bin ich etwas früher aus der Arbeit gegangen und nach Hause gefahren. Da stellt sich raus, dass der Grund, warum sie ihr Auto braucht der ist, dass sie ihr Auto einem Kollegen leihen möchte, dessen Auto gerade kaputt gegangen ist. Dieser Arbeitskollege (nicht der gleiche wie der potentielle Affären-Arbeitskollege) ist allerdings für seine schon bizarr absurde Unzuverlässigkeit bekannt. Ende vom Lied war dann auch genau das Befürchtete: er ist ihr Auto fast 2 Wochen lang gefahren, hat sein eigenes Auto überhaupt nicht in die Werkstatt gebracht und hat ihr Auto auch erst 1 Tag zurückgebracht nachdem es vereinbart war. Und jetzt kommt das Interessante: Danach hat sie darauf bestanden, dass sie wieder ihr Auto fährt und ich meins. Da habe ich mir auch nur gedacht, dass das eine sehr sehr merkwürdige Variante war mir das mitzuteilen. Und gleichzeitig bestätigt es, dass sie irgend einen Narren an dieser Arbeitsstelle gefressen hatte.
- Die Sache mit dem Auto ging ja bereits in die materielle Richtung. Kurz bevor ich sie auf die derzeitige Situation angesprochen habe, hat ihre Mutter sie auf "unser Haus" angesprochen. Das "unser Haus" hat sie danach direkt korrigiert auf "mein Haus". Ihre Mutter und ich waren etwas verdutzt. Ich habe sie an der Stelle sogar noch verteidigt, denn bis zu dem Punkt stimmte es ja. Ich hatte noch keinen Cent in das Haus investiert. Das sollte alles erst mit dem Abzahlen des Kredits losgehen. Oh apropos Kredit, eigentlich wollten wir den auch mal zusammen aufnehmen. Schlussendlich hat sie ihn vor vielleicht 3-4 Monaten alleine aufgenommen.
Nunja... kurz danach hat's geknallt...
Für mich zeigt das vor allem eines. Bei dieser Sache hat sie mich definitiv nicht angelogen. Ihr Entlieben, ihre Veränderung oder wie auch immer man es nun bezeichnen möchte, hat schon vor einigen Monaten begonnen. Ihr Verhalten wurde zunehmen irrational und für mich immer weniger nachvollziehbar.
Hätte ich über all die Auffälligkeiten früher und energischer reden sollen? Wahrscheinlich.
Hätte es etwas gebracht? Ich glaube nicht. Sie war schon immer ein Mensch der die Dinge mit sich selbst ausmacht und der Schwierigkeiten damit hat, das, was einen im Innersten beschäftigt mit anderen zu teilen.
Mir noch Hoffnungen machen?
Kann ich mir sparen. Sie hat sich monatelang schon Gedanken um den "Exit" gemacht. Und als ich sie dann darauf angesprochen habe und sie zum ersten Mal etwas gesagt hat, war sie in ihrer Entscheidung schon sehr sehr weit. Und die Entscheidung kam schnell. Und der neue Typ ist höchst wahrscheinlich schon da.
Hätte sie zu alldem schon viel früher etwas sagen sollen?
Ja klar. Aber wie schon gesagt, der Typ ist sie nicht und ich glaube mittlerweile auch, dass sie das "Entlieben" überhaupt nicht bewusst gewollt hat. Aber das ist eigentlich auch egal, es ist passiert. Und ich muss da jetzt durch. Und das werde ich auch schaffen!
Und jetzt, ihr kennt es ja schon, gehe ich mal wieder eine Runde laufen.
