Zitat von BernhardQXY: Die Anwälte sind dazu nicht geeignet. Deren Job ist es, das beste und meiste für den Mandanten herauszuholen.
Das ist richtig. Und es werden anfangs, wenn man auf Konfrontation aus ist oder wenn man in eine Lage versetzt wird, die einen fassungslos macht, fast immer die Maximalziele bzw. Maximalansprüche geltend gemacht.
Aber, wenn man fachlich gute und bedachte Anwälte hat, ist es durchaus sinnvoll, dass diese sich in Kenntnis der minimalsten Ziele ihrer jeweiligen Mandanten zusammensetzen, um eine Lösung herbeizuführen. Ich sage immer: gerecht ist es, wenn keiner zufrieden ist.
Tessas Mann ist mE von Anfang an juristisch beraten. Jeder Schritt ist abgestimmt, um schnellstmöglich sein Ziel: Verkauf des Hauses, was auch bedeutet räumliche Trennung, zu erreichen.
Das Ziel formuliert idR der Mandant und er hält sich dann an die von seinem Anwalt aufgezeigten Schritte. Das könnte es sein, dass Tessa ihn als fremdbestimmt erlebt.
Je länger und konsequenter Tessa dagegenhält, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Mann von seinem Maximalziel abweichen wird.
Auch Anwälte, jedenfalls die meisten, haben das Seelenheil ihrer Mandanten im Blick. Außerdem gehört es auch zur Pflicht, über das Prozessrisiko aufzuklären, d.h. die Erfolgsaussichten einer Klage zu prüfen und das Ergebnis zu kommunizieren.
Kommt man dieser Pflicht nach, wird häufig der Versuch der Verständigung mit der Gegenseite der "sicherere Weg" sein.
Hierfür hat der Gesetzgeber auch eine sogenannte "Vergleichsgebühr" geschaffen, um der Anwaltschaft einen finanziellen Anreiz zu geben, die Gerichte nicht zu belästigen.
Natürlich wird der Anwalt von Tessas Mann jetzt sämtliche Ansprüche weitestgehend ablehnen oder, was der bösere Weg wäre, gar nicht reagieren und somit eine Klage zu provozieren.
Das dauert dann, was jedoch auch nicht im Interesse von Tessas Mann ist, weil: er hat es ja recht eilig.
Was ich letztendlich sagen möchte: ich halte es durchaus für erstrebenswert, eine Einigung über die Anwälte zu erzielen. Und ich halte Anwälte hier auch geeigneter als Mediatoren, da ihnen die Rechtslage bekannt ist und richtig beraten werden kann und auch muß.