Elischrabneli95
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Ich bin Anna , 51 Jahre alt.
Seit 18 Jahren bin ich mit meinem Mann zusammen, 2 Jahre verheiratet.
Vor 2 Wochen haben wir uns getrennt, vorher konnte ich Zeuge der Affäre werden, da er mich aus versehen angerufen hat und ich eine halbe Stunde zuhören könnte.
Das war schon sehr hart.
Später, als ich ihn darauf ansprach, fand er natürlich Ausreden und Lügen.
Am 1.6. haben wir noch unseren 2. Hochzeitstag gefeiert und er übergab mir einen wunderschön geschriebenen Brief.
Wir haben nie zusammen gelebt, hatten immer unsere eigenen Bereiche (Wohnungen)was auch daran liegt, dass mein Sohn und er sich nie verstanden haben. Hinzu kommt meine schon immer bestehende Angsterkrankung. Die Corona Krise hat auch dazu geführt, dass wir uns immer mehr aus den Augen verloren haben. Wir haben sehr unterschiedliche Ansichten, was das Thema angeht.
Nun ich befinde mich, wie fast alle hier, in einem emotionalen Ausnahmezustand. Kein Appetit, Trauer, ein schreckliches Bauchgefühl und das tiefe, schwarze Loch, aus dem man sich anscheinend nicht so leicht befreien kann.
Ich habe ihm einen Brief geschrieben, kein Jammerbrief, ich hab mich für all die Jahre bei ihm bedankt, für die Erlebnisse, für die Aufmerksamkeiten, für seine Hilfe etc.etc. und ihm gewünscht, dass er glücklich wird. Das wünsche ich ihm wirklich, denn er ist immer auf der Suche nach sich selbst, braucht immer neue Abenteuer und er kommt mir immer sehr getrieben vor.
Die Kollegin ist übrigens erst 30 Jahre alt. Er ist 56.
Ich kann ihn andererseits auch verstehen, meine Angsterkrankung macht es mir oft unmöglich, an gemeinsamen Interessen festzuhalten, diese Aktivitäten auch zu genießen. Das ist sehr schwierig, mit einem Angsterkrankten, wirklich. Darüber gab es auch immer ewig lange Diskussion, wie wir zu einem Urlaubsziel kommen, wie ich alleine in seiner Wohnung zurecht komme, wenn er auf Arbeit ist. Etc. Mit ihm und mit zahlreichen Therapien konnte ich zwar viel Besserung erfahren, aber bestimmte Dinge gehen eben absolut nicht.
Nun wünscht er sich positive Menschen in seinem Umfeld. Er sprach von Annäherung, die sich wieder einstellen könnte, aber ich habe keine Lust auf weitere Lügen, auf Rumeiern, Kontaktsperre schon seit 10 Tagen. Außerdem hat er sich verliebt und da kam für mich nur Rückzug in Frage.
Andererseits war unsere Beziehung von Anfang an sehr von Reibungen, wenigen Gemeinsamkeiten, was seine Hobbys betrifft, und schmerzlichen Verletzungen geprägt. Dazu kommt, der ständige Konflikt zwischen meinem Sohn und ihm, das ständige Sitzen zwischen den Stühlen. Mein Sohn ist jetzt 24 Jahre alt, also erwachsen und wir haben schon immer ein sehr gutes und inniges Verhältnis.
Nun möchte ich erstmal zur Ruhe kommen und von ihm weder hören noch sehen. Das ich hier lesen und auch schreiben kann, hilft mir sehr.
Würde mich sehr über einen Beitrag freuen.
Herzliche Grüße von Anna

