Zitat:Ich muss aber auch immer wieder daran denken, dass selbst wenn sie ankommen wuerde es eben auch nicht einfach werden wuerde, hier ist fuer mich nur das wohl der Kinder der richtige unterschied, fuer die es auf jeden Fall wert waere das Risiko einzugehen.
Vorsicht Gefahr von Selbstbetrug! Die Kinder dürfen kein Grund für ein Zusammenbleiben sein Das ist nicht genug. Du suchst hier einen Grund, um eine mögliche Entscheidung von Dir zu rechtfertigen. Aber dieser Grund ist kein zwingend greifender.
Natürlich wollen Kinder in erster Linie, dass Mama und Papa zusammen sind. Aber nicht um den Preis, dass ihre Eltern dabei unglücklich sind, dass es Spannungen, Vorwürfe usw. gibt. Das kriegen Kinder mit.
Ich bin der Auffassung, Kinder haben ein Recht auf möglichst glückliche Eltern und das können eben auch getrennte Eltern sein. Nicht jedes Scheidungskind hat übrigens einen an der Marmel.
Ich möchte behaupten, ich habe so einiges an der Marmel, weil ich dem Familienverbund aufgewachsen bin, in dem ich nun mal aufgewachsen bin und der nach außen hin bestimmt als "heil" galt. Ergebnis: ich wollte nie eigene Kinder, weil ich am eigenen Leib erlebt habe, was man ihnen aus "Liebe" (sprich die Familie präsentiert sich als "heil") antun kann. Ich wollte das in meinem Leben keinem kleinen Menschen antun.
Ich wollte als Kind (!), dass meine Eltern sich trennen. Ich hätte mir eine auf andere Art und Weise starke und konsequente Mutter als Vorbild gewünscht, als sie es war. Sie war es auf ihre Weise und ich schätze sie dafür, aber für mich war das am Bedarf vorbei. Ihre Motive in allen Ehren (heile Familie). Die Folgen für mich unerträglich.
Ich hätte mir eine Mutter gewünscht, die nicht bleibt, weil man das eben so macht der weil die Kinder das Recht auf Vater und Mutter haben. Ich hätte gern eine Mutter gehabt, die sich mehr wert ist usw.
Vater und Mutter gehen doch nicht verloren, wenn man sich trennt (jedenfalls nicht, wenn man dabei das Wohl der Kinder im Auge behält). Ich verstehe diese Denke überhaupt nicht. Du glaubst, Deine Kinder sind besser dran mit einem Vater, der sehr lange brauchen würde, um ihrer Mutter wieder über den Weg zu trauen usw.? Du glaubst, Deine Kinder sind besser dran in einer Atmophäre der Aufarbeitung, die von Vorwürfen und Misstrauen begleitet sein wird?
Ich glaube das nicht. Ich glaube, sie sind besser dran mit starken, voneinander unbhängigen Eltern. Kinder kriegen Spannungen auch dann mit, wenn Ihr sie rauszuhalten versucht.
Das habe das als Kind schon sehr früh so empfunden und spätetens mit 11 (das kann ich so genau sagen, weil es da einschneidende Erlebnisse gab) angefangen, meine eigenen Entscheidungen zu treffen und sie überhaupt nicht mehr als Bezugspersonen für Sorgen und Nöte zu betrachten. Einfach aus dem Grund, weil ich meinen Eltern aufgrund ihrer merkwürdigen Symbiose keine erwachsenen und vernünftigen Entscheidungen und Verhaltensweisen zutraute.
Ich hoffe für Dich und Deine Kinder, dass Deine Kinder nicht so früh erwachsen werden müssen und dass sie Dich eines Tages nicht so sehen werden, wie ich meine Eltern sehe.