Zitat von mcteapot:
nein war ich nicht, sorry wenn ich pauschaliere, ich dachte, du wolltest über ihn hinweg kommen, aber sei es wie es ist
Aber nach 19(!) Jahren Beziehung bedeutet über ihn hinwegkommen nicht alles nur schlecht zu sehen. Auch nicht an ihm. Wir haben beide sehr viele Fehler gemacht. Und die Sache mit der anderen Frau ist nur die Spitze eines Eisberges, der sehr sehr tief ins Meer reicht.
@Grace_99 , du hast auch gefragt, warum wir jetzt plötzlich miteinander reden können.
Der Grund ist sowas von banal: wir nehmen uns jetzt die Zeit dafür.
Davor war es so, dass wir uns aufgrund unserer Jeweiligen Arbeit manchmal eine ganze Woche nicht beide wach erlebt haben. Wenn er nach Hause kam habe ich geschlafen, wenn ich aufgestanden bin hat er noch geschlafen. Zudem muss er regelmäßig auch sonntags arbeiten.
Wenn wir beide mal parallel abends noch 2 Stunden vielleicht wach waren war jeder froh, einfach seine Ruhe zu haben. Viel reden wollte da auch keiner mehr. Selbst über alltägliches. Und wenn war der andere zum Teil einfach nur müde und von allem dann genervt.
Wir haben leider über die Jahre auch den Alltag viel zu sehr einziehen gelassen, was ein schleichender Prozess war. Jeder war sich selbst zum Teil am wichtigsten, den Partner haben wir beide als gegeben angesehen.
Das ist auch einer der Gründe, weshalb ich zum einen noch nicht alles aufgeben will und zum anderen gerade auch nicht nur schwarz-weiß sehe. Da gibt es eine riesige Grauzone. Zu meiner Freundin habe ich diesbezüglich gesagt, dass die Titanic auch nicht aufgrund der rausragenden Spitze des Eisberges gesunken ist.
Genauso war es bei uns. Die Affäre ist das i Tüpfelchen auf einer langen Beziehung die 2 Leute, die sich eigentlich geliebt haben, haben leider schleifen lassen.
Wir sind jetzt so verblieben, dass wir gerne weiter den respektvollen Umgang miteinander bewahren möchten. Der andere ist uns als Mensch jeweils doch zu wichtig, als dass wir uns jetzt bekämpfen wollen.
Sehr gut fand ich zum Beispiel, dass ich ihm gesagt habe, dass ich mir eine Wohnung anschauen will. Als ich ihm gesagt habe wo diese ist hat er mich groß angeschaut und darauf hingewiesen, dass sich genau diese Gegend zu einer Art Brennpunkt entwickelt hat. Das bekommt er durch seinen Job mit- mir war es nicht bewusst.
Dafür war ich dankbar und habe mich gefreut, dass er so ehrlich war. Es hätte ihm theoretisch auch egal sein können, wo ich hinziehe. Hauptsache ich bin weg. Aber er hat selber auch gesagt, dass er trotz allem will, dass ich sicher wohne. Fand ich eine nette Geste, es hätte auch ganz anders sein können