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Nach +20 Jahren am Abgrund - brutale Ungewissenheit

Arella
Und ich habe noch viel mehr Angst vor meiner Reaktion wenn wir in der Trennung sind. Nämlich dass bei mir eine destruktive Wut breit macht. (Zitat von ZeitlosEcht)

Ein echtes Schätzchen. hui hui.
Ich habe das Gefühl, du stehst so auf Reißnägeln, dass man zu dir jetzt schonungslos ehrlich sein kann.

Hat deine Frau Angst vor dir?

Hast du darüber jemals nachgedacht?

Zitat von ZeitlosEcht
Ich bin auch ein extrem schlechter Verlierer... Es klingt komisch, aber bis jetzt war ich oft derjenige in unserer Beziehung der die Entscheidungen getroffen hat. Und jetzt bin ich hilflos ausgeliefert. das ist ein komisches Gefühl.


Du bist ein Macher. (?). Ein Schinder. Ein "Peitscher", der sich peitscht. Zu Höchstleistungen peitscht.
Perfektionist.

Andere allerdings dann wohl auch. Deine Familie.
Ihr seid eben ja ein Verbund.
Weil wir heute nicht mehr die Großfamilien sind, sondern Kleinfamilien.
Da kriegen meist alle was vom Sturm ab.

Du warte ein Leiter, ein Feldwebel?

Nur ist ein Feldwebel nichts mehr, wenn ihm die Truppe abhanden kommt.
Fahnenflüchtig, aus der Not heraus.

Dann spürt er sich.
Er spürt sich, wenn die Fahnenflüchtigen weg sind.
Weggesprungen.
Dann spürt er sich.
Und er merkt, - er ist einsam.
Wenn alles wegbricht, weiß er nicht, was er überhaupt noch soll.

x 4 #31


Arella
@ZeitlosEcht, du wirst schon viel Gutes vorweisen können.
Deine Unternehmungen sind von wirtschaftlichem Erfolg gekrönt?
Nur hast du vermutlich den Bogen stark überspannt.
Es war wohl dann doch auch für dich zu viel.
Du konntest den Stress nicht regeln.
Es gibt für jeden Menschen ein Zuviel.
Auch für dich.

Und so wollte deine Frau nicht mehr leben.

Darüber könntest du natürlich mit ihr sprechen.
Dich zeigen.
Jetzt, wo du selbst einen Zugang zu dir bekommst.

x 2 #32


A


Nach +20 Jahren am Abgrund - brutale Ungewissenheit

x 3


M
Zitat von ZeitlosEcht:
Ja mit dem Leistungsanspruch bin ich aufgewachsen. Viel Druck und viele Kämpfe in meiner Kindheit.
Mein Vater und meine Mutter kamen je aus einer Familie mit einem Alk., ich war der Erste, der eine höhere Ausbildung gemacht hat, Zuneigung und Schwäche hat man in meiner Familie nicht gezeigt. Kann ich heute noch nicht.

Wieder mal ein Beleg dafür, dass der Mensch immer das nachlebt, was er kennt. Wenn auf Kindern viele Erwartungen und hoher Leistungsdruck lasten, dann haben sie das in das innere Programm übernommen und stellen immer hohe Ansprüche an sich.Und das trägt man dann in die eigene Familie weiter und erwartet wieder von seinen Kindern viel und oft genug zu viel.
Zuneigung und Schwäche hat man nicht gezeigt. Das kenne ich auch, insbesondere die Schwäche war so ein Punkt. Ich habe zu Hause ausgesprochen selten über so etwas gesprochen und tue es heute noch ungern.

Das Seltsame ist, dass Du positive Dinge wie Zuneigung und Anerkennung nicht zeigen kannst, aber im Gegenzug eben doch deine eher negativen Anteile auslebst durch impulsives, aufbrausendes Verhalten. Irgendwie schade, weil das nicht zusammenpasst.
Posiitve Emotionen werden nicht gezeigt, negative wie Unzufriedenheit und Unzulänglichkeit, unerfüllte Erwartungen werden aber klar und ungefiltert mitgeteilt. Ist dir das schon mal aufgefallen? Und dann kannst du dir ja auch mal überlegen, wie das auf deine unmittelbare Umwelt wirkt.
Die Frau wendet sich ab, es reicht ihr, deinen Reaktionen ausgeliefert zu sein und die Kinder wachsen womöglich in einer angsterfüllten Umgebung auf und haben verinnerlicht, den Ball eher flach zu halten, damit Papa ruhig bleibt

Alles, was wir in der Famiie tun oder auch vermeiden, hat unmittelbare Auswrkungen auf das System.

Du wolltest sicher das Beste für deine Familie, aber die Mittel und Wege dorthin waren nicht die richtigen.

So was könnte auch im Rahmen einer Paartherapie besprochen werden. Daraus könnten wieder mehr gegenseitiges Verständnis wachsen.

x 2 #33


Arella
@ZeitlosEcht, ich überlege mal.
Wenn du jetzt mit deiner Frau noch mal anfangen möchtest, falls es das geben kann: Was könnte sich ändern?
Denn ändern muss sich ja wohl was.
Kannst du aus deinem Hamsterrad raus?
Stress reduzieren.
Also Dinge abgeben.
Real anders leben.
Etwas verändern?
Wozu wärst du bereit?
Und was in deinem Leben würde DIR eigentlich gut tun?
Hast du irgendeine Ahnung?

x 1 #34


Z
Nein @Arella, das ist ein sehr wichtiger Punkt zur Klarstellung. Wenn ich über Wut und das „Kleinmachen“ spreche, meine ich keine physische Bedrohung, sondern eine Angst vor subtile Abwertung oder einer schlechten Stimmung zum Beispiel beim Abendessen. Es lief bei uns eher ruhig, still ab.

Das habe ich aber umgekehrt bei ihren Spezialthemen auch oft gespürt. Das war und ist nicht nur einseitig. Aus meiner Sicht.

Bin ich ein Feldwebel und brauche meine Truppe? Hmm.. Nein ich glaube nicht.
Es ist speziell, ich kann nicht alleine sein, werde dann unruhig und hibbelig. Ich brauche ein kleines Rudel um mich. Nicht zum herum kommandieren, einfach um ich selbst zu sein. Andererseits bin ich ein Steppenwolf und mag keine grosssen Menschengruppen- und wenn ich ein verregnetes Wochenende zuhause rum sitzen soll wird meine Laune ganz mies - FOMO eben. Sport machen und alles ist im Lot..

Ja @Margerite es ist wie eine Einbahnstraße für Emotionen: Die destruktiven Gefühle brechen durch, während die liebevollen Gefühle wie hinter einer dicken Mauer feststecken. Das finde ich aber normal - denn Gefühle wie Anerkennung oder Zärtlichkeit sind leise subtil - und fühlen sich für mich komisch, verletzlich an. Hingegen kommen die Wut und der Frust impulsartig, spontan und ungefiltert - für mich schwer kontrollierbar - raus.

Das weiss ich alles. Seit Jahren. Oft kann ich meine Frust-Explosionen kontrollieren. Nicht immer. Zuneigung zeigen kann ich nur, wenn ich weiss, dass der andere es will - und es fühlt sich extrem unwohl, falsch an.

Wenn wir das Rad zurückdrehen könnten @Arella. Da wünschen wir uns Beide wohl dasselbe. Mehr Ruhe, mal einfach rumliegen. Ohne elektronische Geräte. Ein Buch lesen, Musik hören. Kommunizieren. Nähe haben. vor allem Kommunizieren.

Aber das ist schon lange weg - Meine Frau ist selbstständig und steht immer unter Strom. Job A, Selbstständigkeit, Kinder und deren Organisation. Sie hat ihr Arbeitspensum auch immer erhöht, ist immer gestresster. Ehrlich gesagt glaube ich, dass sie mehr Ruhe braucht. Digital Detox. Aber was plant sie? ..Oh wenn ich auf mich gestellt bin muss ich mein Arbeitspensum nochmals erhöhen - Dabei ist Geld für uns absolut kein Problem.
Da kommt glaube ich auch das Mama - Kinder sind langsam raus Problem: Sie meint sie will auch mal IHR leben leben und nicht nur das der anderen..

Wir sind uns in der Hinsicht sehr ähnlich - sie weniger aufbrausend aber umso motziger. Ich bin ein Teil des Ganzen - aber längst nicht der einzige Grund.

Und das Grundproblem ist, dass sie sich emotional komplett von mir abgenabelt hat.

x 1 #35


Arella
Zitat von ZeitlosEcht:
Da wünschen wir uns Beide wohl dasselbe. Mehr Ruhe, mal einfach rumliegen. Ohne elektronische Geräte. Ein Buch lesen, Musik hören. Kommunizieren. Nähe haben. vor allem Kommunizieren.

Oft, wenn man Menschen wirklich fragt, was wohl gefehlt hat, dann sind es oft die einfachen Dinge.
Das alles könnt ihr wohl auch wieder haben.
Es wäre Umorganisation nötig.
Loslassen wohl von beiden wie es scheint.

x 2 #36


Arella
Zitat von ZeitlosEcht:
Meine Frau ist selbstständig und steht immer unter Strom. Job A, Selbstständigkeit, Kinder und deren Organisation. Sie hat ihr Arbeitspensum auch immer erhöht, ist immer gestresster. Ehrlich gesagt glaube ich, dass sie mehr Ruhe braucht. Digital Detox. Aber was plant sie? ..Oh wenn ich auf mich gestellt bin muss ich mein Arbeitspensum nochmals erhöhen - Dabei ist Geld für uns absolut kein Problem.

Ihr seid also beide wohl ziemlich unter Stom.
Immer Hochvolt, das zieht Energie.

Würde deine Frau runterfahren können, was denkst du?
Hat sie das mal geäußert?

x 1 #37


J
Zitat von ZeitlosEcht:
ich kann nicht alleine sein, werde dann unruhig und hibbelig. Ich brauche ein kleines Rudel um mich


Zitat von ZeitlosEcht:
Meine Frau ist selbstständig und steht immer unter Strom. Job A, Selbstständigkeit, Kinder und deren Organisation.

Ich könnte mir gut vorstellen über genau diese zwei Punkte in eurer Therapie zu sprechen. Das würde bei euch super ergänzen. Du möchtest mehr mit den Kindern machen und hättest somit dein kleines Rudel. Und deine Frau benötigt mehr Zeit, damit sie jemals zur Ruhe kommen kann. Da Geld kein Problem ist, könntest du deine Arbeitsstunden reduzieren und deine Frau mehr unterstützen? So könntet ihr euch wieder mehr annähern. Aktuelle läuft jeder von euch in seinem eigenen Hamsterrad, ihr seid halt noch im gleichen Käfig.

x 1 #38


euggen
Zitat von Fredman:
@ZeitlosEcht : egal wie es ausgeht - nichts ist verloren. Du bist Du ... und das ist auch gut so! Du bist ein starker Mann und es wird gut werden ...

Mann kann es aber auch echt übetreiben mit grenzenlosen Optimismus. Bisschen Realitätanähe muss schon sein.

#39


Winza
Zitat von ZeitlosEcht:
Oft kann ich meine Frust-Explosionen kontrollieren. Nicht immer.

Was passiert dann?
Nimmst du Medikamente wegen deiner Adhs?

#40


Arella
Zitat von ZeitlosEcht:
das ist ein sehr wichtiger Punkt zur Klarstellung. Wenn ich über Wut und das „Kleinmachen“ spreche, meine ich keine physische Bedrohung, sondern eine Angst vor subtile Abwertung oder einer schlechten Stimmung zum Beispiel beim Abendessen. Es lief bei uns eher ruhig, still ab.

Da waren wohl doch viele unausgesprochene Dinge im Argen.
Deine eigene Unzufriedenheit und dein Bild von dir und "Leistung" kannst du für dich ja auch noch mal unter die Lupe nehmen.
Und auch deine Frau könnte darüber nachdenken, ob sie sich wohl gefühlt hat in ihrer Action oder vielleicht überfordert.
Vielleicht könnt ihr den Weg des "Weniger" gemeinsam gehen.
Das muss man sich aber auch trauen.

#41


Z
Tagebuch

Die letzten zwei Tage ging es mir ein kleines Stück besser. Ich konnte endlich wieder etwas schlafen. Dass mein Kopf langsam zur Ruhe kommt, liegt an mehreren Dingen, für die ich sehr dankbar bin:

Dieses Forum. Der Austausch hier hilft mir enorm.
Die Frage nach dem Wieso. Ich habe aufgehört, nur die Trennung zu sehen, und suche nun nach den Gründen, warum es so weit kommen konnte.
Ein konkreter Plan: Ich habe jetzt klare Leitplanken für die nächsten Wochen:
Arbeit an mir selbst: Ich lese dann Björn Süfke (Männerseelen) und Stefanie Stahl (Das innere Kind muss Heimat finden). Ich begreife jetzt, dass „Beziehungspflege“ so normal sein sollte wie der Gang zum Zahnarzt – man muss es tun, bevor es wehtut.
Paartherapie: Wir werden uns für einen Therapeuten suchen mit dem Ziel eine funktionierende Kommunikation aufzubauen – egal ob mit oder ohne Trennung - und herausfinden ob es noch einen „inneren Klebstoff“ für uns gibt der über Haus und Kinder hinausgeht.

Die aktuelle Situation zu Hause
Wir leben in einer Art „freundlicher Anonymität“. Wir essen zusammen, schlafen im gleichen Zimmer, halten aber maximale Distanz. Die Kommunikation ist sachlich und fast schon anonym. Paradoxerweise ist die Stimmung bei Familienessen mit den Kindern und Schwiegereltern immer noch locker und fröhlich – eine bizarre Parallelwelt.

Was schmerzt
* Der Realitätscheck ist hart. Wenn sie von ihrer finanziellen Absicherung für ein Leben ohne mich spricht, tut das weh.
* Wenn sie zur Arbeit geht und ich weiss, dass sie den Tag mit ihm verbringt , ist das Kopfkino zeitweise kaum auszuhalten.
* Ihre emotionale Kälte ist für mich die Bestätigung ihrer inneren Entscheidung.
* Ich sehe, wie sehr auch sie leidet und weint – auch wenn mir klar ist, dass dies eher ein Zeichen ihres Abschieds ist.

Meine nächsten Schritte
* Nächste Woche hat meine Frau Geburtstag. Ich werde sie vorab informieren, dass ich ihr kein persönliches Geschenk machen werde. Schenke ich etwas, wirkt es wie erzwungene Nähe; schenke ich kommentarlos nichts, bestätigt das nur ihr Bild vom kühlen Partner. Durch die Vorab-Info nehme ich den Druck raus. Dennoch werde ich mit den Jungs wie jedes Jahr einen Kuchen backen und ihn morgens hinstellen.
* Digitale Distanz: Ich werde ihr vorschlagen, die gegenseitige Standortteilung aufzuheben. Das ständige Nachsehen, wo sie gerade ist, füttert mein Kopfkino und gebe so freiwillig Kontrolle auf.

Mein Fazit für heute

Ich fange an, die Möglichkeit einer Trennung als das wahrscheinlichere Szenario einzustufen. Ich stelle mir sogar schon vorsichtig vor, wie es wäre, irgendwann neue Menschen kennenzulernen – dass ein Leben nach ihr möglich sein wird. Ich klammere mich zwar noch an den Strohhalm der Therapie, arbeite aber hart daran, meinen Selbstwert nicht mehr nur von ihrer Entscheidung abhängig zu machen.

x 2 #42


Arella
Zitat von ZeitlosEcht:
Wenn sie zur Arbeit geht und ich weiss, dass sie den Tag mit ihm verbringt , ist das Kopfkino zeitweise kaum auszuhalten.
* Ihre emotionale Kälte ist für mich die Bestätigung ihrer inneren Entscheidung.

Habe ich das überlesen? Wer ist IHM?

#43


Z
Zitat von Arella:
Habe ich das überlesen? Wer ist IHM?

Äh, ja das ist ihr Arbeitskollege mit dem sie sich so gut versteht. Wieder mein Kopfkino. Eifersucht. Muss ich loswerden - deshalb muss das "wo ist" weg

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Arella
Zitat von ZeitlosEcht:
bestätigt das nur ihr Bild vom kühlen Partner.

Hat sie dir das gesagt? Dass sie dich für einen kühlen Partner hält?
Oder ist das deine Annahme?
Darüber könnt ihr sprechen, oder darüber kannst du auch noch mal nachdenken.
Aber das hat alles seine Zeit.

#45


A


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