Hallo @Akelei,
Wie ist es mir ergangen? Schwierig. Es ist wahnsinnig viel passiert in diesen 3 Monaten. Ich habe mich in dieser Zeit wohl so stark verändert wie wohl nie zuvor in meinem leb en. Einfach weil ich angefangen habe an mir zu arbeiten. Aber ich stehe noch ganz am Anfang..
Zum Thema
ADHS habe ich einen Psychiater gefunden der mich abgeklärt hat, ich bin jetzt gerade in der Einstellung der Medikation. Als ich die Tests gemacht habe habe ich geweint, mir ist klar geworden wie stark ich unter dem leide, gelitten habe, wieviel das kaputt gemacht hat. Aber ich weiss, ich kann meine Art, mein Versagen nicht auf mein ADHS schieben. Trotzdem tut es sehr weh.
Zum Thema "
rumknutschen" haben wir den Kontakt schon lange abgebrochen mit dem Satz, dass wir uns melden wenn wir soweit sind. Ich bin immer noch erstaunt wie ich hier zerrissen wurde deswegen und bin immer noch der Meinung, dass es genug getrennt lebende 40+ Menschen gibt, die Zärtlichkeit und Sex von Liebe rsp. einer exklusiven Beziehung trennen können - ist aber ein anderes Thema.
Ich lese hier nochmals meine Beiträge, erlebe den Schmerz der letzten Monate und weiss: Es ist erst der Anfang - ich werde noch viel trauern und weinen...
Ich war die letzten 2 Wochen mit meinen beiden Jungs und meiner Schwester und ihren beiden gleichaltrigen Kids im Surfurlaub am Atlantik, jetzt zurück und meine Noch-Frau ist mit den Jungs und Hund für 3 Wochen weg. Diese Zeit nutze ich um in meine neue Wohnung zu ziehen - parallel zu meiner Arbeit.
Ja
ich ziehe aus und habe eine (sehr teure) Wohnung gemietet die 10km und für die Jungs in 40 min ÖV erreichbar ist, der Schulweg ist genau gleich lang. Wir arbeiten an den letzten Scheidungsformalitäten,
Ziel ist, dass wir im Herbst offiziell geschieden sind. 6 Monate nachdem sie gesagt hat "Ich weiss nicht, ob ich noch mit Dir zusammenleben kann".
6 Monate die für mich die Hölle waren und immer noch sind...
Für mich beginnt jetzt die schwerste Zeit, nämlich der Abschied. Alleine die letzte Woche im gemeinsamen Haus, was mein Lebensziel war: ein Nest für mich und eine Familie zu haben. Gemeinsam alt zu werden. Noch weiss ich nicht wie ich das durchstehe, kann mir immer noch nicht vorstellen, dass jetzt alles aus, weg ist.. Meine Noch Frau wird im Haus bleiben bis der jüngste 18 ist - dann verkaufen wir es. Vom Hund habe ich mich auch verabschiedet.
Bis jetzt habe ich mich vor allem mit meinen Gefühlen, meinem Schattenkind, meiner emotionalen Unreife auseinander gesetzt - ich bin sozusagen vor meiner Trennung davongelaufen indem ich versucht habe mich und damit auch die Beziehung zu reparieren. Mit dem Resultat, dass das Leiden wegen der Trennung wohl erst richtig beginnen wird...
Klar gibt es Momente ann denen ich zufrieden bin, mich freuen kann. Wenn ich sehe wich ich plötzlich mit m einen Gefühlen umgehen kann. Die Ferien waren schön, wenn ich Möbel kaufe (zusammen mit meiner Noch-Frau) freue ich mich auf die Wohnung....
Was jetzt folgt ist das erzwungene Auseinandersetzen mit mir alleine und meiner Situation. Es ist ein komplett anderes Gefühl, wenn man sich reflektiert, mit seinen Gefühlen auseinander setzt wenn man sich nicht einsam fühlt weil jemand zumindest in der Nähe is oder spürtt, als wenn man allein ein einem grossen Haus sitzt das man liebt, nicht loslassen will und einsam Abschied nehmen muss...
Klar, ich habe in der letzten Zeit ein tolles Verhältnis mit meiner Schwester aufgebaut und einem Freund. Sonst habe ich ausser zu meinen Kindern und meiner Noch-Frau wenig Kontakt zu anderen Menschen...
Ich spüre Trauer um das was war, was ich verliere, was wir als Familie nicht erleben werden und ich mir ausgemalt habe.
Und immer wieder meine absolute Unfähigkeit in meinen blöden Schädel reinzukriegen, dass die Beziehung zu meiner Frau definitiv aus ist.
Meine Schutzbehauptung: Ja wir leben in Zukunft zwar getrennt, werden uns aber irgendwann schon wieder finden. Dumm. Aber ich kann mich davon einfach nicht verabschieden. Wie soll ich das nur hinkriegen? Hilfe? Anyone?
Meine Noch-Frau macht es mir auch nicht einfach... Wir führe regelmässig lange, tiefe Gespräche bei welchem wie beide unseren Schutzpanzer fallen lassen. Wie wir uns verändern, wohin wir uns bewegen und ich habe immer noch das Gefühl dass unser Klebstoff unsere tiefe Vertrautheit, unser Werte-Fundament noch vorhanden ist. Gespräche so tief wie wohl seit 10 Jahren nicht mehr. Wäre meine Noch-Frau gemein zu mir wäre es einfach. Aber so? Ich will den Kontakt zu ihr halten. Verzweifelt. Aber ich kann mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass wir auf so freundschaftlicher Ebene verbunden bleiben. Denn ich habe immer noch den Glauben, dass es doch nicht sein kann dass unsere Beziehung zu Ende ist. Und so schiebe ich meine Trauerverarbeitung raus und raus weil ich gar nicht raus will...
Sie hat mir auch gesagt, dass sie wütend, traurig ist, dass ich jetzt so intensiv an mir ar beite und mich verändere. Sie sieht es, spürt es. Und trotzdem wird es nicht reichen. Gibt sie mir keine Chance mehr. Und ich Trottel will/ kann es nicht wahrhaben dass sie mich nur noch als Gesprächspartner will.
Und meine Noch-Frau?
Ich kann es verstehen, dass sie nicht mit einem emotional zurückgebliebenen Kind wie mir zusammensein will.
@hotte hat folgenden treffenden Satz über meine Beziehung geschrieben:
Zitat:das du dich immer auf deine Frau zur Regulation verlassen hast und selbst nicht wirklich viel Resilienz aufgebaut hast.
Das trifft ins Schwarze und ist letztendlich auch der Grund, dass ich meine Frau getrennt hat.
Kriege ich "meine emotionale Dysregulation" in den Griff? Ich weiss es nicht, bin aber guter Hoffnung...
Meine Noch-Frau leidet. Hat ein Burnout. Angst vor der Zukunft. Trotzdem freut sie sich auf ihre neue Freiheit.
Männerseelen war nicht so. ein Buch. Ja es gab interessantes - aber allgemein zu plakativ und nicht meine Kernthemen betreffend.
Stefanie Stahl - Dein inneres Kind muss Heimat finden habe ich gelesen und auch viel daran gearbeitet und gelernt. Ein grosser Fan von ihr bin ich nicht - auch weil sie denn inneren Kritiker einfach weggelassen hat. Ich arbeite an meinen inneren Kindern und komme Schritt für Schritt voran.
Kürzlich habe ich zufälligerweise von Leon Windscheid das Buch "Besser fühlen: Eine Reise zur Gelassenheit" entdeckt was mich auch weiterbringt. Und der SWR 40+ Podcast mit Christian Peter Dogs. Ausserdem gehe ich zu einem Therapeuten - werde mit ihm aber nicht so warm. Ich brauche jemanden wie Dogs, der mich provoziert, herausfordert und mir mal die Leviten liest und nicht immer nett und verständnisvoll ist.
Wie @Margerite schreibt:
Zitat:Das alte Leben liegt in Scherben
Viele vor mir haben es auch geschafftft und ihr neues Leben erfolgreich aufgestellt. Es ist machbar, nur ungewohnt und der Mensch ist ein Gewohnheitstier, denn Gewöhntes schafft Sicherheit. Die ist aber jetzt außer Kraft.
Zitat:Du bist auf dem Weg zu Dir, gehe ihn weiter. Durchlebe den Kummer, die Verzagtheit, lass Ängste und Trauer zu, der kleine Bub in dir wird darüber froh sein, wenn er auch mal zu Wort kommen darf. Aber dann nimmst du ihn wieder an die Hand und machst ihm Mut weil du weißt, dass auch dunkle Zeiten hellere kommen.
..Ich muss da rein.
Lernen ganz alleine nur mit mir und meinen Gedanken zu sein.
Nur blockiere ich mich immer wieder selber indem ich mir einrede "Das kann doch nicht sein" und mich wieder in meine Arbeit an mich vertiefe und die Grennung ausklammere als "ist nur so eine Phase"