Zitat von ZeitlosEcht:Es ist 5 Uhr morgens und ich habe noch kein Auge zugetan, die letzten Tage war ich bei der Arbeit wie gelähmt - wieder eine dieser 2h Schlaf Nächte, es ist zm verzweifeln. Meine Lunge ist zugeschürt, der Puls rast, ich kann keinen klaren Gedanken fassen. Ich weiss auch nicht wie ihr damit umgeht @Verzweifelt79, ...
Puuh... wie bin ich damit umgegangen....ich glaube bei mir waren einige Umstände die es mir einfacher gemacht haben.... verglichen mit deiner Situation war ich eher in der Position deiner Frau.
Während wir (bzw. Ich) das halbe jahr um die Ehe "gekämpft" haben, habe ich parallel auch angefangen mit mir selbst und meinem Selbstwert zu beschäftigen. Das hat es mir dann ermöglicht irgendwann zuzugeben das es so keinen Sinn mehr hat und das ich nicht das Gefühl habe das wir uns aufeinander zubewegen würden. Ehering ausgezogen kam kurz danach, nachdem sie auch noch einen merkwürdigen Kommentar darüber gebracht hatte. Mein Empfinden damals war das sie schon vollkommen abgeschlossen hatte und einfach auch nichts mehr zugelassen hat. Sie sagte ja selber das da keine Liebe mehr in ihr sei (aber das sie bereits sei daran zu arbeiten... blah.... blah ... blah...). Sorry das ich das gerade so abwertend schreibe... es wird gleich klar woher das kommt....
Es vergingen ein paar Monate bis sie ne Wohnung hatte um umziehen konnte und die ganze Zeit hab ich mir nichts sehnlicher herbeigewünscht als das sie endlich weg sei und ich anfangen kann mich auf mich zu konzenrieren.
Kurz nachdem sie ausgezogen ist bin ich dann emotional zusammengebrochen, geplagt von Trauer, Wut, Zweifeln und vor allem Einsamkeit. Ich habe angefangen kleinigkeiten im Haus zu ändern (andere Deko, andere Sofakissenbezüge etc.) aber es war ne harte zeit (ich glaube das war die Zeit wo ich mich hier angemeldet hatte).
Ich hatte den Kontakt zu ihr auf ein minimum reduziert (das hatten wir auch so vereinbart) und kurz vor Dezember kam dann raus das sie im "Freundeskreis" rumerzählt das ich sie ghosten würde wohlgemerkt weil meine Antworten ja einfach nur sachlich wären und ich mich nicht nach dem Hund erkundigt hätte.
Durch verschiedene Umstände bin ich dann von MEINEM plan abgewichen und hab doch wieder Kontakt mit ihr gehabt. Es war schön, es war gewohnt, es war herzlich und hoffnungsvoll. Nach 3 wochen voller Chaos im Kopf (das war um Weihnachten herum wo ich auch noch Resturlaub abbauen musste und ohnehin extrem "gelitten" hatte) habe ich dann realisiert was da zwischen uns abging und das wir eine ziemlich miese Dynamik im Umgang miteinanderhatte (Push & Pull, Gaslighting) woraufhin ich ihr gesagt habe das ich den Kontakt wieder auf ein absolutes Minimum reduziere.
Wir hatten noch Wochenenden vereinbart an denen ich den Hund zu mit nehme und ich habe ihr gesagt das ich dazu stehe und das sich da nichts dran ändert. Sollte sie zusätzliche "freie" wochenende brauche, solle sie sich melden.
Seitdem ist ziemlich ruhe und ich war in der lage zu heilen. Ich bin noch nicht am ziel und in der kommenden woche sehe ich sie weil sie den Hund vorbei bringt (worüber ich mir ein wenig Gedanken mache).
Jetzt kommt aber der große Unterschied... ich habe inzwischen jemanden Kennengelernt. Mit ihr kann ich offen sprechen und das Feedback das ich von ihr bekomme ist ganz anders. Anstatt häufig kritisiert und abgewertet zu werden erfahre ich Bestätigung und Aufbau. Wenn mal kritik kommt, dann nachvollziehbar und auf Augenhöhe. Das hat mir ermöglicht ein wenigt über die Situation hinaus zu gehen und zu akzeptieren das die Trennung potentiell wirklich die beste Lösung gewesen ist.
Ich habe für mich erkannt das ich nicht an der Beziehung gehangen habe, sondern das ich Angst hatte ob ich bestimmte Aspekte (Liebe, 6ex, Geborgenheit, Zusammenhalt) wieder finden werde. Und die Antwort darauf ist JA. Als jemand der bekannt dafür ist keine Geduld zu haben mag ich es auch gar nicht so wirklich zugeben aber es ist tatsächlich so das nach einer Weile vieles anders aussieht. Ich weiß nicht ob der "schmerz" oder die "Wut" jemals komplett weg gehen. Aber bei mir sind sie jetzt schon so gedämpft das ich sagen kann das wir einfach getrennte wege gehen und es mir egal sein kann ob das für sie der richtige weg war oder nicht. Ich darf mich jetzt mal um mich selbst kümmern.
Soviel zu emotionalen situation.... nun zu den harten Fakten....
Ich lebe in Deutschland, daher kann es sein das einiges für dich nicht zutrifft... wir hatten in unserer Ehe ein deutliches Gehaltsgefälle (ich habe etwa 5 mal so viel bekommen wie sie) was allerdings daran lag das sie sich entschieden hatte nur teilzeit zu arbeiten (nur bevor hier wieder irgendwelche komischen idee aufkommen das ich das so gewollt hätte...).
Wir haben eine sog. Scheidungsfolgenvereinbarung aufgesetzt in der alles geregelt wurde. Zum Beispiel das die gemeinsamen Konten bei mir verbleiben, was mit Bildern passiert die wir während der Ehe gemacht haben und wie der Unterhalt geregelt wird. Da ich monatliche Zahlungen über Jahre vermeiden wollte, haben wir das durchgerechnet und sie hat einen finanziellen ausgleich für den Anteil vom Haus, den Trennungsunterhalt und den Nachehelichen Unterhalt bekommen. Lediglich den freiwilligen Unterhalt für den Hund zahle ich weiterhin monatlich.
Die notwendigen finanzielle Unterstützung, habe ich durch meine Familie bekommen so das wir das Haus halten konnten.
Fazit:
Bei mir war es deutlich einfacher weil meine Tochter (ich habe sie quasi mitgebracht in die Ehe) schon erwachsen ist. Wenn Kinder im Spiel sind, ist es immer schwer. Aber so wie ich dich (hier) wahrnehme brauchst du dringen ruhe in deinem System um zu dir selbst zu finden. Wenn ihr es auch leisten könnt, könnte eine Trennung auf Zeit mit festgelegten gemeinsamen Terminen hilfreich sein um euch sowohl den separaten als auch den gemeinsamen Raum zu geben.
Bezüglich deiner Aussage zur Ambivalenz deiner Partnerin... ich denke wir dürfen ihr zugestehen das es auch für sie nicht einfach ist. Du hattest ja geschrieben das es da Kopf und Bauchentscheidungen gibt und je nachdem was davon gerade lauter "schreit" siehst du das unterschiedliche Verhalten. Ich glaube das ihr BEIDE gerade am Stock geht und Gefahr lauft euch zu verennen. Aber vorsicht... ich habe natürlich auch nur einen sehr geringen Einblick von aussen....