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Nach +20 Jahren am Abgrund - brutale Ungewissenheit

Z
Zitat von Winza:
Was passiert dann? Nimmst du Medikamente wegen deiner Adhs?


Nein mein ADHS ist nicht diagnostiziert. War nie Thema als ich jung war. Seit mein Sohn die Diagnose hat - weiss ich, dass ich auch so bin.

Ich habe meine Frau überredet bei ihm eine Medikation wenigstens mal zu testen - Sie wollte das nicht. Der Grund war nciht die Schule - sondern sein Verhalten zuhause - jeder der ein ADHS Kind hat, wird wissen was das bedeutet und für Nerven braucht... Er nummt jetzt schon Jahre Nedikamente, das bringt ihm viel. Aber an Tagen ohne Schule nimmt er es nicht - das ist eine Herausforderung für unser Zusammenleben..

x 1 #46


Winza
@ZeitlosEcht

Wie wäre es bei dir auch mal zu gucken wegen einer Diagnose?
Vielleicht wäre es hilfreich für dich?

#47


A


Nach +20 Jahren am Abgrund - brutale Ungewissenheit

x 3


Arella
Zitat von ZeitlosEcht:
es ist wie eine Einbahnstraße für Emotionen: Die destruktiven Gefühle brechen durch, während die liebevollen Gefühle wie hinter einer dicken Mauer feststecken. Das finde ich aber normal - denn Gefühle wie Anerkennung oder Zärtlichkeit sind leise subtil - und fühlen sich für mich komisch, verletzlich an. Hingegen kommen die Wut und der Frust impulsartig, spontan und ungefiltert - für mich schwer kontrollierbar - raus.

Du bist unter Leistungsdruck aufgewachsen und hast Leistung und Druck gelernt.
Es ist Erziehung und nicht normal, wenn die liebevollen Gefühle hinter einer Mauer feststecken.
Es ist NICHT NORMAL.
Es war vielleicht in deiner Sozialisation normal.
In deiner Familie.
Unserer Gesellschaft.
Annerkennung und Zärtlichkeit sollten nicht subtil sein müssen.
Wie abgespalten muss ein Junge aufwachsen müssen, wenn er das für normal hält.
Liebe darf offenbar sein.
Sie ist nicht unmännlich.
Es kommt immer auf die Dimension an.
Und zwischen -versteckt- und -überflutend- gibt es viele Zwischenschritte.
Es ist wie ein Krampf und eine Vernagelung von Empfindung in unserer Generation.
Ich glaube, du bist ein Junge gewesen, der nicht angenommen wurde. Wenig Zeit von seinen Eltern bekam.
Kann das sein?
Eine Familie in der Leistung zählte?

x 1 #48


Arella
Und was ist mit deinem Sohn?
Er ist explosiv.
Du bist explosiv.
Beide ADHS.

Du arbeitest viel.
Deine Frau arbeitet viel.
Geld ist kein Problem.
Aber am Abendbrottisch gibt es leise Entwertungen.
Wessen Stimme spricht aus dir zu deinem Jungen.?

Lebt er jetzt das Leben, dass du als Junge leben musstest?
Ist er nicht genug?
ADHS.
Das scheint eine Dauerdiagnose.
Vielleicht ist es eher so, dass den Kinder nicht die Aufmerksamkeit für Dinge und Abläufe fehlt.
Vielleicht fehlt ihnen die Zeit in Ruhe mit ihren Eltern.
Vielleicht fehlt ihm jetzt, was auch dir gefehlt hat?
Du bist zu deinem eigenen Käfig geworden.

Lass los.
Du musst gar nicht alles schaffen.
Irgendwann sind wir sowieso alle tot.
Wo willst du denn ankommen?
Du warst doch längst da.

x 2 #49


Z
Tagebuch update
Ein kurzes Update der letzten Tage. Es bleibt ein extremes Auf und Ab, aber ich merke, dass ich durch die Arbeit an mir selbst stabiler werde.

Wir leben unter einem Dach, aber in getrennten Welten. Ich bewohne das Studio mit eigenem Bad, wir kochen und essen aber gemeinsam. Die Kinder wissen nach wie vor von nichts. Das Verrückte: Die Tischgespräche sind gut, die Wochenendaktivitäten als Familie verlaufen harmonisch und locker. Es gibt keinen Streit. Als Familie funktionieren wir einsame Spitze – als Paar herrscht kühle, anonyme Distanz.

Ich lese intensiv Stefanie Stahl (Das innere Kind muss Heimat finden) - tolles Buch, danke - und arbeite an meinem Schattenkind, um weniger impulsiv zu reagieren, keine Ahnung ob das klappen wird...
Ich habe das Buch auch meiner Frau gegeben. Ihre Reaktion war interessant: Sie vermutet, dass sie hochsensibel (HSP) ist und glaubt, dass ihr „Schattenkind“ aktuell sogar die größeren Baustellen hat als meines. Sie stand/ steht wohl kurz vor einem Nervenzusammenbruch und fordert massiv „Zeit für sich“ ein.

Wir haben in drei Wochen den ersten Termin zur Paartherapie (Schwierig wen zu finden). Sie wird das Erstgespräch alleine führen.

Der Geburtstag meiner Frau verlief nach Plan: Die Jungs haben mit meiner Hilfe gebacken, abends waren wir alle gemeinsam essen. Es war eine gute Stimmung – so absurd sich das anfühlt, wenn man eigentlich getrennt ist.

Ich habe die Standortfreigabe beendet. Die Eifersucht ist da, wenn sie arbeitet, aber ich habe mir das Werkzeug zum „Stalken“ entzogen. Ich gebe ihr den Raum, den sie braucht, und lasse sie in Ruhe.

Trotzdem bin sich ab und zu stink sauer auf Sie und ihr Verhalten.

x 1 #50


Z
Zitat von Arella:
Aber am Abendbrottisch gibt es leise Entwertungen.
Wessen Stimme spricht aus dir zu deinem Jungen.?

Lebt er jetzt das Leben, dass du als Junge leben musstest?
Ist er nicht genug?

Ja @Arella das ist ein wichtiger Grund für die Trennung.

#51


Arella
Zitat von ZeitlosEcht:
Ja das ist ein wichtiger Grund für die Trennung.

Es ist richtig, dass du dir darüber jetzt im Nachhinein Gedanken machst.
Es ist so traurig, dass diese Zusammenhänge so wenig im Bewusstsein sind, und damit Beziehungen, die gut und liebevoll losgingen, dann in solchen Dynamiken enden.
Gerade bei Beziehungen lernen wir ja irgendwie nicht, wie man die führen kann, sondern alle gehen davon aus, dass das irgendwie schon von alleine wird.
Vielleicht wird das besser, mit der KI? Weil wir Menschen dann auf das Wissen zugreifen können, das dazu existiert und und früher Gedanken zu den Zusammenhängen machen können.

#52


Z
Es ist 5 Uhr morgens und ich habe noch kein Auge zugetan, die letzten Tage war ich bei der Arbeit wie gelähmt - wieder eine dieser 2h Schlaf Nächte, es ist zm verzweifeln. Meine Lunge ist zugeschürt, der Puls rast, ich kann keinen klaren Gedanken fassen.
Ich weiss auch nicht wie ihr damit umgeht @Verzweifelt79, @Margerite, @Juli007


Meine Frau hat ihren Ehering bereits ausgezogen. Das zu sehen, hat mir einen physischen Stich versetzt. Ich habe meine auch ausgezogen.
Sie hat mir gegenüber sehr offen kommuniziert, was in ihr vorgeht:

Ihr Bauch sagt ihr ganz klar: Sie will ein Leben ohne mich. Sie sehnt sich nach dieser Freiheit.

Ihr Kopf sagt ihr: Wir sollten als Familie zusammenbleiben.

Sie sagt auch, dass sie mich noch liebt - hat mich sogar umarmt. Aber sie empfindet unsere Dynamik als destruktiv für ihre Entwicklung, es schwingt mit, dass ich ihr nicht gut tue, auch den Kindern nicht.


Sie reflektiert auch ihre Probleme. Sie sagt, dass sie ein Entwicklungstrauma mitbringt und hochsensibel ist. Sie habe sich extrem an andere angepasst, gelernt, die Bedürfnisse anderer (meine und die der Kinder) perfekt zu lesen und zu erfüllen.Das ist jetzt wohl zusammen gebrochen („Ich will nur noch mein Leben“).


Sie möchte am liebsten, dass ich ausziehe. Und hier wehrt sich alles in mir. Ich will nicht gehen. Das würde bedeuten, dass ich alles zurücklasse: Meine Kinder (16 und 12), unser Haus, unseren Hund. Alles. Ich soll in eine Wohnung ziehen, während sie das bisherige Leben – das wir 20 Jahre lang aufgebaut haben – einfach weiterführt, nur eben ohne mich. Allerdings weiss sie auch nicht wie das gehen soll. Mt ihrer arbeit und dem Hund.

Was mich komplett fassungslos, fertig macht: Sie hat erst letzte Woche noch einen gemeinsamen Urlaub für uns alle vier organisiert! Diese Ambivalenz macht mich wahnsinnig. Ich wehre mich gegen das Argument, dass es für die Kinder besser sei, wenn ich das Feld räume. Ich glaube, sie würden extrem darunter leiden, ihren Vater im Alltag zu verlieren. Ich fühle mich gerade einfach nur „entsorgt“ und weigere mich, alles aufzugeben, während sie unser Leben alleine weiter führt.

Was tut Mann in so einer Situation? Ich glaube nicht dass wir wieder zusammen finden wenn ich weg bin. Google sagt 10%-15% kriegen das hin. Wir leben in der Schweiz, hier gibt es kein obligatorisches Trennungsjahr. Wenn beide einverstanden sind können wir uns mit einer gemeinsamen Einigung - ohne Anwalt scheiden lassen. Das wäre doch die ehrlichere Variante. Und wir müssten uns damit auseinandersetzen, was für ein Familienmodell wir in Zukunft leben - nicht nur Ich ziehe weg und keiner hat eine Ahnung wie es weiter gehen soll... Ausserdem habe ich angst bei eine Scheidung Nachteile zu haben wenn ich jetzt einfach gehe. Ich bin der, der weg gegangen ist, verzichtet hat. Wie seid ihr damit umgegangen @hotte und @J_Eulenspiegel

Es tut so weh.

#53


Z
Zitat von Arella:
Es ist richtig, dass du dir darüber jetzt im Nachhinein Gedanken machst. Es ist so traurig, dass diese Zusammenhänge so wenig im Bewusstsein sind, und damit Beziehungen, die gut und liebevoll losgingen, dann in solchen Dynamiken enden. Gerade bei Beziehungen lernen wir ja irgendwie nicht, wie man die führen kann, ...

Ja @Arella das ist ein wahrer Gedanke und für viele von uns wohl schmerzhafte Wahrheit. Du triffst damit den Nagel auf den Kopf: Wir verbringen Jahre damit, Mathematik, Sprachen oder einen Beruf zu lernen, aber für das Komplexeste im Leben – die Liebe und das Führen einer langfristigen Beziehung – gibt es keinen Lehrplan. Wir alle starten mit einem "emotionalen Erbe" - das ich jetzt erst kennenlerne, und wundern unter dem Druck des Alltags, warum das Fundament plötzlich Risse bekommt.

Der Autopilot: Wir
Warum wird mir jetzt erst so richtig schmerzhaft klar dass ich und meine Frau die Muster unserer Eltern unbewusst, wie im Autopilot, wiederholen.

Unser Bild, auch bei einer Frau und mir, dass Liebe "einfach passieren" muss, eine Art Märchen halt. Dass wir einfach zusammen gehören. Und deshalb aus irgend einem Grund die Beziehung als garantiert ansehen. Wie unglaublich naiv ich, wir waren...

Und dann. Erst wenn es richtig wehtut fangen wir an nach der Ursache zu suchen. Zu spät.

Ich weiss nicht Arella ob die KI da helfen kann. Wahrscheinlich müssen Menschen wie ich das mal erleben um den Ernst der Lage zu spüren.

Das leben ist ein Biest.

x 1 #54


Arella
Zitat von ZeitlosEcht:
Ja das ist ein wahrer Gedanke und für viele von uns wohl schmerzhafte Wahrheit. Du triffst damit den Nagel auf den Kopf: Wir verbringen Jahre damit, Mathematik, Sprachen oder einen Beruf zu lernen, aber für das Komplexeste im Leben – die Liebe und das Führen einer langfristigen Beziehung – gibt es keinen Lehrplan. Wir alle starten mit einem "emotionalen Erbe" - das ich jetzt erst kennenlerne, und wundern unter dem Druck des Alltags, warum das Fundament plötzlich Risse bekommt.

Damit triffst du jetzt den Nagel auf den Kopf.
Zitat von ZeitlosEcht:
Warum wird mir jetzt erst so richtig schmerzhaft klar dass ich und meine Frau die Muster unserer Eltern unbewusst, wie im Autopilot, wiederholen.

Absolut. Auch ich habe das Muster meiner Eltern wiederholt, auch mir ist das jetzt klar. Es ist mir schon ein bisschen länger klar. Auch ich habe wohl ein Muster wiederholt. Und reagiere heute anders, weil ich Anderes sehe.
Zitat von ZeitlosEcht:
Unser Bild, auch bei einer Frau und mir, dass Liebe "einfach passieren" muss, eine Art Märchen halt. Dass wir einfach zusammen gehören. Und deshalb aus irgend einem Grund die Beziehung als garantiert ansehen. Wie unglaublich naiv ich, wir waren...

Man sollte es nie als garantiert ansehen. Ob man aber im Kontakt bleibt, oder nicht, ist oft auch eine Frage der Passung. Denn die Fähigkeiten, in Kontakt zu bleiben, überhaupt kommunikativ zu sein, auf einer emotionalen Ebene, nicht nur auf der Sachebene, sind machen Menschen auch nicht gegeben. Der, welcher mehr kommunizieren möchte, leidet dann Mangel.
Aber der Partner, der nicht so viel Kommunikation braucht, bemerkt das nicht. Kann es nicht bemerken, weil es nicht seine Sprache ist.
Manchen, wie dir, wird das dann später klar. Manche Menschen können das nicht sehen, weil es einfach nicht in ihnen ist. Es ist einfach eine Frage der Passung. (einerseits)
Und eine Frage der Aufmerksamkeit füreinander andererseits.

x 2 #55


Stella31
Zitat von ZeitlosEcht:
Der Autopilot: Wir
Warum wird mir jetzt erst so richtig schmerzhaft klar dass ich und meine Frau die Muster unserer Eltern unbewusst, wie im Autopilot, wiederholen

Weil Emotionen und Gefühle leider kein Unterrichtsfach sind und jeder von uns sein Päckchen von den Eltern übernimmt.

Und da gibt es in vielen Familien leider große Defizite.

Viele Frauen,die oft besser an ihre Gefühle kommen, setzen sich schon lange damit auseinander, während viele Männer leider große Schwierigkeiten haben, überhaupt an ihre Gefühle zu kommen.

Wurde ja auch so beigebracht mit den tollen Sprüchen wie "Indianer kennt keinen Schmerz" oder "Stell dich nicht so an" usw.

Und alles muss dann mühselig irgendwann selbst erarbeitet werden.

Ich bedaure das sehr. Es macht es den Männern sehr schwer und Frauen, die den Wunsch nach einem liebevollen, zugewandten und emotional reifen Mann haben ebenfalls.

Der Zeitpunkt, an dem ihr beide etwas hättet retten können, scheint längst überschritten zu sein.

Du kannst nur versuchen, ruhige Gespräche mit deiner NF zu führen, ihr gut zuzuhören, selbst über deine Ängste und Zweifel bzgl. Auszug zu reden und mit ihr genau überlegen, wie ihr nun vorgeht.

Damit eure Kinder in dieser unglücklichen Situation halbwegs vernünftig herauskommen und ihr beide langsam heilen könnt

x 2 #56


hotte
Zitat von ZeitlosEcht:
Es ist 5 Uhr morgens und ich habe noch kein Auge zugetan, die letzten Tage war ich bei der Arbeit wie gelähmt - wieder eine dieser 2h Schlaf Nächte, es ist zm verzweifeln. Meine Lunge ist zugeschürt, der Puls rast, ich kann keinen klaren Gedanken fassen. Ich weiss auch nicht wie ihr damit umgeht @Verzweifelt79, ...

Puuh... wie bin ich damit umgegangen....ich glaube bei mir waren einige Umstände die es mir einfacher gemacht haben.... verglichen mit deiner Situation war ich eher in der Position deiner Frau.

Während wir (bzw. Ich) das halbe jahr um die Ehe "gekämpft" haben, habe ich parallel auch angefangen mit mir selbst und meinem Selbstwert zu beschäftigen. Das hat es mir dann ermöglicht irgendwann zuzugeben das es so keinen Sinn mehr hat und das ich nicht das Gefühl habe das wir uns aufeinander zubewegen würden. Ehering ausgezogen kam kurz danach, nachdem sie auch noch einen merkwürdigen Kommentar darüber gebracht hatte. Mein Empfinden damals war das sie schon vollkommen abgeschlossen hatte und einfach auch nichts mehr zugelassen hat. Sie sagte ja selber das da keine Liebe mehr in ihr sei (aber das sie bereits sei daran zu arbeiten... blah.... blah ... blah...). Sorry das ich das gerade so abwertend schreibe... es wird gleich klar woher das kommt....

Es vergingen ein paar Monate bis sie ne Wohnung hatte um umziehen konnte und die ganze Zeit hab ich mir nichts sehnlicher herbeigewünscht als das sie endlich weg sei und ich anfangen kann mich auf mich zu konzenrieren.

Kurz nachdem sie ausgezogen ist bin ich dann emotional zusammengebrochen, geplagt von Trauer, Wut, Zweifeln und vor allem Einsamkeit. Ich habe angefangen kleinigkeiten im Haus zu ändern (andere Deko, andere Sofakissenbezüge etc.) aber es war ne harte zeit (ich glaube das war die Zeit wo ich mich hier angemeldet hatte).

Ich hatte den Kontakt zu ihr auf ein minimum reduziert (das hatten wir auch so vereinbart) und kurz vor Dezember kam dann raus das sie im "Freundeskreis" rumerzählt das ich sie ghosten würde wohlgemerkt weil meine Antworten ja einfach nur sachlich wären und ich mich nicht nach dem Hund erkundigt hätte.

Durch verschiedene Umstände bin ich dann von MEINEM plan abgewichen und hab doch wieder Kontakt mit ihr gehabt. Es war schön, es war gewohnt, es war herzlich und hoffnungsvoll. Nach 3 wochen voller Chaos im Kopf (das war um Weihnachten herum wo ich auch noch Resturlaub abbauen musste und ohnehin extrem "gelitten" hatte) habe ich dann realisiert was da zwischen uns abging und das wir eine ziemlich miese Dynamik im Umgang miteinanderhatte (Push & Pull, Gaslighting) woraufhin ich ihr gesagt habe das ich den Kontakt wieder auf ein absolutes Minimum reduziere.

Wir hatten noch Wochenenden vereinbart an denen ich den Hund zu mit nehme und ich habe ihr gesagt das ich dazu stehe und das sich da nichts dran ändert. Sollte sie zusätzliche "freie" wochenende brauche, solle sie sich melden.

Seitdem ist ziemlich ruhe und ich war in der lage zu heilen. Ich bin noch nicht am ziel und in der kommenden woche sehe ich sie weil sie den Hund vorbei bringt (worüber ich mir ein wenig Gedanken mache).

Jetzt kommt aber der große Unterschied... ich habe inzwischen jemanden Kennengelernt. Mit ihr kann ich offen sprechen und das Feedback das ich von ihr bekomme ist ganz anders. Anstatt häufig kritisiert und abgewertet zu werden erfahre ich Bestätigung und Aufbau. Wenn mal kritik kommt, dann nachvollziehbar und auf Augenhöhe. Das hat mir ermöglicht ein wenigt über die Situation hinaus zu gehen und zu akzeptieren das die Trennung potentiell wirklich die beste Lösung gewesen ist.

Ich habe für mich erkannt das ich nicht an der Beziehung gehangen habe, sondern das ich Angst hatte ob ich bestimmte Aspekte (Liebe, 6ex, Geborgenheit, Zusammenhalt) wieder finden werde. Und die Antwort darauf ist JA. Als jemand der bekannt dafür ist keine Geduld zu haben mag ich es auch gar nicht so wirklich zugeben aber es ist tatsächlich so das nach einer Weile vieles anders aussieht. Ich weiß nicht ob der "schmerz" oder die "Wut" jemals komplett weg gehen. Aber bei mir sind sie jetzt schon so gedämpft das ich sagen kann das wir einfach getrennte wege gehen und es mir egal sein kann ob das für sie der richtige weg war oder nicht. Ich darf mich jetzt mal um mich selbst kümmern.


Soviel zu emotionalen situation.... nun zu den harten Fakten....

Ich lebe in Deutschland, daher kann es sein das einiges für dich nicht zutrifft... wir hatten in unserer Ehe ein deutliches Gehaltsgefälle (ich habe etwa 5 mal so viel bekommen wie sie) was allerdings daran lag das sie sich entschieden hatte nur teilzeit zu arbeiten (nur bevor hier wieder irgendwelche komischen idee aufkommen das ich das so gewollt hätte...).
Wir haben eine sog. Scheidungsfolgenvereinbarung aufgesetzt in der alles geregelt wurde. Zum Beispiel das die gemeinsamen Konten bei mir verbleiben, was mit Bildern passiert die wir während der Ehe gemacht haben und wie der Unterhalt geregelt wird. Da ich monatliche Zahlungen über Jahre vermeiden wollte, haben wir das durchgerechnet und sie hat einen finanziellen ausgleich für den Anteil vom Haus, den Trennungsunterhalt und den Nachehelichen Unterhalt bekommen. Lediglich den freiwilligen Unterhalt für den Hund zahle ich weiterhin monatlich.

Die notwendigen finanzielle Unterstützung, habe ich durch meine Familie bekommen so das wir das Haus halten konnten.


Fazit:
Bei mir war es deutlich einfacher weil meine Tochter (ich habe sie quasi mitgebracht in die Ehe) schon erwachsen ist. Wenn Kinder im Spiel sind, ist es immer schwer. Aber so wie ich dich (hier) wahrnehme brauchst du dringen ruhe in deinem System um zu dir selbst zu finden. Wenn ihr es auch leisten könnt, könnte eine Trennung auf Zeit mit festgelegten gemeinsamen Terminen hilfreich sein um euch sowohl den separaten als auch den gemeinsamen Raum zu geben.

Bezüglich deiner Aussage zur Ambivalenz deiner Partnerin... ich denke wir dürfen ihr zugestehen das es auch für sie nicht einfach ist. Du hattest ja geschrieben das es da Kopf und Bauchentscheidungen gibt und je nachdem was davon gerade lauter "schreit" siehst du das unterschiedliche Verhalten. Ich glaube das ihr BEIDE gerade am Stock geht und Gefahr lauft euch zu verennen. Aber vorsicht... ich habe natürlich auch nur einen sehr geringen Einblick von aussen....

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Verzweifelt79
@ZeitlosEcht
Du tust mir sehr leid und ich kann absolut nachempfinden, was du gerade durchmachst und fühlst. Mir geht es da ganz ähnlich wobei so langsam die Akzeptanz der aktuellen Situation kommt. Und damit seit gestern auch Wut. Das ist mal eine ganz angenehme Abwechslung zur reinen Trauer.
Ich habe schon angefangen die Wohnung etwas umzugestalten. Neue Bilder gekauft und aufgehängt und vieles was mich zu sehr an unsere gemeinsame Zeit erinnert weggeräumt oder sogar weggeworfen.
Nächste Woche gehe ich los und kaufe mir ein neues Bett. Irgendwie will ich nicht mehr in unserem ehemals gemeinsamen Bett schlafen.
Und trotzdem vermisse ich ihn und möchte ihn eigentlich weiterhin auch zurück haben. Ich weiß aber auch, dass die Trennung bei mir eine dauerhafte Unsicherheit erzeugen würde und ich wahrscheinlich immer Angst hätte, dass er das wieder macht.
Mir hilft es sehr mich mit anderen auszutauschen und habe da glücklicherweise in Juli007 eine Person in der gleichen Situation gefunden und die Gespräche mit ihr tun mir unwahrscheinlich gut.
Außerdem empfinde ich den Abstand zu ihm als sehr erleichternd und obwohl ich ihn vermisse merke ich, dass der Abstand das allerbeste für mich ist.
Ich wünsche dir einen erträglichen Samstag. I

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J
@ZeitlosEcht
Zitat von ZeitlosEcht:
Es ist 5 Uhr morgens und ich habe noch kein Auge zugetan, die letzten Tage war ich bei der Arbeit wie gelähmt - wieder eine dieser 2h Schlaf Nächte, es ist zm verzweifeln. Meine Lunge ist zugeschürt, der Puls rast, ich kann keinen klaren Gedanken fassen.
Ich weiss auch nicht wie ihr damit umgeht , ,

Ich würde dir gerne eine Anleitung geben, aber ich habe sie selber nicht. Die Realität ist heute, knapp zwei Wochen nach dem ersten Gespräch, bei mir erst angekommen und ich befinde mich insbesondere heute in einem absoluten Ausnahmezustand. Ich erkenne mich selbst nicht wieder. Deshalb kann ich dir leider nicht sagen, was hilft, denn ich wüsste es selber so gerne. Deine körperlichen Symptome kenne ich auch zu gut. Der Puls rast, der Mund ist trocken, der Magen der rebelliert, Druck auf der Brust… widerliches Gefühl. Vielleicht hilft dir die Tatsache, dass das „nur“ dein Nervensystem ist, was gerade Gefahr meldet und somit ordentlich Adrenalin mit sich bringt. Dein Körper ist in absoluter Alarmbereitschaft. Ich habe vor zig Jahren mal eine Therapie gemacht und die Worten sind immer noch in meinem Kopf:
Dein Nervensystem möchte nicht, dass du glücklich bist. Es möchte einfach nur, dass alles so bleibt wie es ist, denn das fühlt sich sicher an.

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J
@Verzweifelt79
Zitat von Verzweifelt79:
habe da glücklicherweise in Juli007 eine Person in der gleichen Situation gefunden und die Gespräche mit ihr tun mir unwahrscheinlich gut.

Das kann ich nur zurückgeben, aber das weißt du ja ❤❤❤

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