ZeitlosEcht
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ich schreibe mir das gerade mit zitternden Händen von der Seele. Ich bin seit über zwei Jahrzehnten mit meiner Frau zusammen, wir haben Kinder im Teenageralter, Haus, Hund – das volle Programm.
Die Realität sieht jedoch düster aus: Wir haben uns über die Jahre komplett auseinandergelebt. Ich hatte vor einigen Jahren eine Depression und eine persönliche Krise. Letztes Jahr ging es meiner Frau ähnlich, während ich beruflich vollkommen unter Strom stand und ihre Notlage schlichtweg nicht erkannt habe rsp. nicht erkennen wollte.
Ein grosses Thema bei uns ist der Selbstwert. Wir beide haben damit zu kämpfen. Bei mir führt das dazu, dass ich extrem kritisch mit mir selbst bin. Das Problem: Diese massiv hohen Erwartungen habe ich unbewusst auf meine Familie übertragen. Da niemand diesen Ansprüchen gerecht werden kann, entstand eine Dynamik aus Frust und Vorwürfen.
Ich habe ADHS, genau wie eines unserer Kinder. Es gab oft Streit und verbale Entgleisungen meinerseits; ich habe meine Liebsten kleingemacht und mich dann hinter Mauern zurückgezogen. Meine Frau hat darauf mit Distanz reagiert – was ich fälschlicherweise als Bestrafung empfunden habe, während es für sie wohl purer Selbstschutz war.
Jetzt kam der Knall: Sie hat mir gesagt, dass sie nicht weiss, ob sie noch mit mir zusammen sein kann. Sie fühlt sich leer, emotional nicht mehr verbunden und orientiert sich innerlich wahrscheinlich schon neu.
Ich stehe unter Schock. Ich habe ihr mein Bedauern bereits mitgeteilt, aber jetzt sitze ich in der Warteschleife. Der Alltag läuft „normal“ weiter, die Kinder wissen von nichts, aber die emotionale Kälte und die Ungewissheit bringen mich um. Ich habe massive körperliche Symptome, Herzrasen, kann kaum schlafen oder arbeiten. Die Angst, mit über 50 alles zu verlieren und noch einmal ganz von vorne anfangen zu müssen, lähmt mich völlig.
Wie haltet ihr diese Ungewissheit aus? Wie geht man damit um, wenn man erkennt, dass der eigene Perfektionismus und der eigene Selbsthass die Beziehung vergiftet haben?
Dass wahrscheinlich alle verloren ist? Die Familie ist und war mein Lebensmittelpunkt, ein anderes sozialen Leben habe ich kaum.