Zitat von 6rama9: Und das weißt du woher? Warum ist es verantwortungslos, sich zu trennen wenn keine Liebe mehr da ist.
Das ist genau die gleiche hohle Phrase, nur in anderer Farbe.
Ich habe niemals gesagt, dass eine Trennung falsch wäre, wenn man keine Gefühle mehr hat. Vermutlich ist das wohl die Vorraussetzung fast jeder Trennung.
Vielleicht liegt es auch an dem Konzept von Liebe. Vielleicht meinst du Menschen lieben halt einfach so. Gottgegeben. Aber das denke ich nicht. Gerade bei einer Langzeitbeziehung sieht Liebe doch meist anders aus und ich denke, dass ich damit näher an der Realität bin.
Ich schreibe es gerne zum dritten Mal: Ich halte es für falsch, dass vorher nicht zu thematisieren. Nicht anzusprechen. Einfach durch das Leben zu ziehen und alles als halt so gegeben anzusehen. Keine Motivation zu haben. Das ist kein Weltbild, das der Situation angemessen wäre. Nenn es Verpflichtung. Nenn es Charakter. Nenn es wie du willst.
Das ist der Punkt.
Nicht böse gemeint, aber ich weiß nicht wie ich es noch deutlicher schreiben soll.
Wir reden reden hier nicht von einer Sommer Liebe oder 3 Dates bei einer tinder Bekanntschaft, wo man halt "nichts mehr spürt".
Wir reden hier von einem Haus. Von einer Familie. Von Kinder. Also Menschenleben! Von 23 Jahren. Und sicher von noch viel mehr.
Wenn das nicht ausreichend (!) um zumindest für etwas zu kämpfen, anzusprechen, zu machen...und sei es einfach nur durch Ehrlichkeit, die man ja vorher hat vermissen lassen, ist das meiner Meinung nach eine komplette charakterliche Bankrotterklärung und zeigt nur auf welchen stand der geistigen Reife man sich befindet. Konkret gesagt: das eigene Unvermögen beeinflusst das Leben vieler anderer Menschen (sei es die Kinder, sei es der Ex), was man billigend im Kauf nimmt.
Und es ist natürlich eine GANZ andere Geschichte, wenn es eben doch vorher versucht wurde. Angesprochen wurde. Aber das nichts gefruchtet hat. Das sind zwei VÖLLIG unterschiedliche Fälle und nicht miteinander zu vergleichen.