CSLOF
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auch ich hätte niemals gedacht, dass ich hier landen könnte. Ich bin 53 Jahre alt und war mit meinem NM (Noch Ehemann) seit 36 Jahren zusammen.
Wir haben alles erreicht, was man sich nur wünschen kann. Zwei wunderbare Töchter im Alter von 20 und 22 Jahren, das Traumhaus meines NM (und auch meines) auf seinem Traumgrundstück am Rande der Großstadt im Grünen, eine sagenhafte Karriere, wird sind alle gesund und haben kleine finanziellen Sorgen.
Mein NM ist sehr ehrgeizig und hat immer sehr viel gearbeitet. Mit den Jahren wurde es immer mehr. Ich habe die Tatsache, dass er nie wirklich Zeit hatte, als notwendiges Übel hingenommen und immer gehofft, es würde besser werden.
Wenn wir Zeit miteinander verbrachten wurden immer unendlich viele Aktivitäten in die Tage hineingepackt. Einfach nur den Tag dahinplätschern lassen gab es nicht. Er war wie ein Getriebener, immer ängstlich etwas zu versäumen.
In den letzten Jahren nahm die Arbeitsmenge weiter zu und parallel brauchte er privat immer größere Kicks in Form von Reisen, Konsum.. Seine Zufriedenheit steigerte das aber nicht, im Gegenteil. Er wurde immer unzufriedener und zog sich immer mehr zurück. Auf Nachfragen, ob alles in Ordnung sei, sagte er stets, dass alles gut ist. Auch bekundete er täglich immer wieder seine Liebe. Er hat große Probleme mit dem Altwerden. Wenn er schon alt werden muss, dann wollte er das mit mir! (Das ich nicht lache)
Als ich ihm dann einen Reisewunsch abschlug, war er auf einmal wie ausgewechselt.
Es ist langweilig mit mir, er kann sich nicht vorstellen die nächsten 30 Jahre so in Routinen zu leben. Die Vorstellung alleine mit mir in diesem Haus, wenn die Kinder ausgezogen sein werden, ist ihm unerträglich. Unsere Ehe und unsere Familie waren ihm immer heilig, aber das ist jetzt nicht mehr der Fall. Alles , was wir miteinander tun können, haben wir getan und tun wir immer und immer wieder. Sein Leben verläuft in einer flachen Wellenlinie ohne größere Ausschläge, er fühlt sich nicht lebendig. Er war noch nie betrunken mit mir und träumt davon durch die Clubs der Stadt zu ziehen bis morgens um 6.00 Uhr und danach ins Büro zu gehen.
Da er noch nie alleine gewohnt hat, ist er im Februar für drei Monate in eine möblierte Wohnung gezogen. Er dachte erst es wäre seine Midlife Crisis, aber das ist es definitiv nicht. Er hat eben aufgehört mich zu lieben, zumindest auf die romantische Art. Er liebt mich noch sehr, aber nur wie ein Bruder seine Schwester. Er hat mich gebeten immer seine Freundin zu bleiben.
Er hat sich jetzt eine eigne feste Wohnung gesucht. Unser Leben und unsere gemeinsamen Freunde hat er hinter sich gelassen. Er scheint daran möglichst wenig erinnert werden zu wollen. Die Kinder fehlen ihm, aber er kontaktiert sie nur selten.
Obwohl er jetzt das Leben hat, dass er wollte, geht es ihm nicht gut. Er ist sehr abgemagert, grau und faltig und ist um Jahre gealtert. Es geht ihm so schlecht, dass er zum Arzt gegangen ist, um sich durchchecken zu lassen.
Ich habe mir eine komplette Kontaktsperre verordnet. Bekomme alles immer nur von den Kindern berichtet oder von Leuten, die Ihn sehen.
Ich bin monatelang durch die Hölle gegangen. Konnte mich nicht von meiner Illusion, in der ich jahrelang gelebt habe trennen. Wollte nicht sehen, dass er mich eigentlich nie glücklich gemacht hat und seine Anspruchshaltung bei mir zu körperlichen Problemen geführt hat. Langsam kommt die Erkenntnis, dass es mir jetzt besser geht und nich ihn so wie er ist nicht mehr ertragen würde. Trotzdem trauere ich um meinen zerplatzten Träume und Zukunftsperspektiven. Ich kann mir nicht vorstellen nochmal von vorne anzufangen, habe aber auch Angst alleine zu bleiben.
Mich würde sehr interessieren, ob jemand Erfahrung damit hat, was aus diesen Männern, die so ausrasten eigentlich wird. Finden die das Glück, dass sie suchen? Bereuen sie diesen Schritt irgendwann?
Ich würde mich über Eure Meinungen und Kommentare freuen.
CSLOF


. 28 Jahre Beziehung und 3 weitere Jahre zweiter Versuch, er schmeisst plötzlich hin bzw zieht zur Affäre, die ist so alt wie unsere Tochter, knapp über dreißig
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