Zitat von Gorch_Fock: Da er ja nichts mehr will kann er ja jetzt mal merken was über 30 Jahre Ehe im Versorgungsausgleich heisst.
Wenn nix zur Versorgung vorhanden ist, dann gibt es auch keinen Ausgleich

Oder, im schlimmsten Fall, muss @Alcena noch Rentenpunkte aus ihrer Erziehungszeit abgeben, während er gar nix in der Rentenkasse hat. Sowas ist gar nicht mal so selten bei Selbstständigkeit.
Zitat von Gorch_Fock: Der Gute wird sich noch warm anziehen müssen, wenn Du einen guten Anwalt hast.
In dem Alter, bei so langer Ehe und bei der eher suboptimalen Gesamtsituation werden sich vermutlich beide warm anziehen müssen (und die Anwälte sich freuen).
Zitat von Gorch_Fock: Dazu bist du in der Ehe krank geworden und stellst über Deinen Anwalt Antrag auf nachehelichen Unterhalt wegen Krankheit.
Klar, das geht. Allerdings wird es schwierig, weil…
Zitat von Alcena: Wenn er wollte könnte er auch sozusagen unter der Hand arbeiten. Und das müsste ihm erstmal nachgewiesen werden
… Selbstständige gut mogeln können. Den hier mehrfach geäußerten Tipp, unbedingt alles an Zahlen (Geschäftsberichte, Steuererklärungen etc.) zu kopieren, kann ich nur wiederholen. Bei Lichte betrachtet hattet Ihr ein Familienunternehmen, das aber letztlich nur ihm gehört. Du hast ihn dabei unterstützt, warst aber - so wie ich es interpretiere - nicht sozialversicherungspflichtig abgesichert. Schwierig, grade bei Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Warst Du bei der Krankenkasse familienversichert?
Private Krankenversicherungen werden irgendwann nahezu unbezahlbar, die Aufnahme in eine gesetzliche Krankenversicherung kann schwer werden. Dafür brauchst Du einen sozialversicherungspflichtigen Job.
Zitat von Alcena: Das Haus gehört, wie gesagt, unserem Sohn.
Tja. Ob das nun gut ist oder schlecht, was irgendwann mal einvernehmlich (und warum eigentlich?) so geregelt wurde, wird sich zeigen. Wenn Ihr beide ein eingetragenes Wohnrecht habt und Eventualitäten (wie z. B. eine Trennung) nicht geregelt wurden, dann habt Ihr vielleicht Eurem Kind ungewollt die @rschkarte zugeschoben.
Zitat von Alcena: Termin bei meiner Anwältin mache ich am Montag, er meinte dazu nur das hätte doch alles keine Eile, warum ich so schnell die Scheidung wolle. Auf meine Gegenfrage auf was ich denn seiner Meinung nach warten soll fiel ihm allerdings auch nichts ein.
An Deiner Stelle würde ich mich bedeckt halten über die Schritte, die Du gehen willst. Die Scheidung kann in D sowieso erst nach dem gesetzlichen Trennungsjahr eingereicht werden. Momentan seid Ihr getrennt; ich würde nen Teufel tun und ihn NICHT informieren, was ich bereits alles unternehme.
Ich würde auch nicht erklären, dass ich bereits eine Wohnung suche oder das gar tun. Wer auszieht, bringt sich meist auch in eine schlechtere Lage. Aktuell heißt es für Dich: Zähne zusammen beißen, Rechtsauskunft einholen, in Geduld üben (ja, ist nicht einfach, wenn die Emotionen hochkochen

)
Deine langjährige Ehe scheint vorbei zu sein. Damit musst Du erst einmal klar kommen. Das bereitet Dir Kummer und Herzschmerzen, ganz klar. Versuche, die Beziehungs- von der Sachebene zu trennen. Das wird Dir nicht so schnell, aber immer besser gelingen.
Mein Tipp: Stell Dir das Worst-Case-Szenario vor. Dein Mann hat eine Affäre (ehrlich gesagt vermute ich ja, dass da ein anderer Stern am Firmament aufgetaucht ist). Finanziell ist nichts zu holen, Rente gibt es kaum bis gar nicht, finanziell wirst Du auf dem Zahnfleisch gehen, Altersarmut droht und Euer Sohn sitzt zwischen Baum und Borke, weil er Euch beiden ein Wohnrecht eingeräumt hat.
So - schlimmer kann es nicht werden. Es muss zum Glück ja auch nicht so werden. Aber stelle Dich darauf ein und schaffe Dir - mit Hilfe eines guten Anwalts - einen Plan B. Die Gemeinsamkeiten aus Eurer Ehe kannst Du aktuell vergessen, die Vergangenheit - was Du alles für ihn getan hast - sowieso. Das spielt alles keine Rolle mehr. Du musst jetzt für Dich eintreten und versuchen, das optimale aus Deiner Situation heraus zu holen.
Dafür wünsche ich Dir alles Gute!
🍀