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Nach 8 Jahren ersetzt durch andere und gleich Urlaub

Begonie


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Pusteblume,

Du bist ja noch sehr jung und es war wohl die erste Beziehung, die Du hattest und die immerhin 8 Jahre lang gehalten hat. Allein das ist schon bemerkenswert. Allerdings erlebt fast jeder, dass die erste Beziehung selten ewig hält. Insofern ist es sozusagen normal, dass sie auseinander geht.

Liebeskummer ist langwierig und schmerzhaft und auch das Kopfkino tut ein Übriges dazu, dass man sich ständig mit dem Ex. befasst. Und dass man eine Zeitlang heult, hadert und in Selbstmitleid versinkt ist auch normal. Schließlich hat jeder Verlassene einen geschätzten und geliebten Partner verloren.
Das hilft natürlich keinem weiter, denn der Schmerz steckt tief in einem drin. Hört man dann über Bekannte oder über soziale Medien noch ganz andere Dinge über den Ex., tut es gleich noch mehr weh.

Zitat von Pusteblume26:
Natürlich dann beim heimfahren kam er mir mit dem Auto entgegen.. Er hat total gestrahlt und wie wild gewunken, habe ihn erst später erkannt und deshalb nicht zurück gewunken

Ich würde Dir empfehlen, ihn, wenn Du ihn im Auto siehst und er winkt Dir zu, dann winke halt lässig, aber nicht überschwänglich zurück oder hebe kurz Deine Hand als Signal, dass Du ihn wahrgenommen hast. Auch wenn Du ihm begegnest und Ihr habt Augenkontakt, grüße ihn, wenn es geht freundlich, aber nicht erfreut. Aber nicht mehr. Nach Möglichkeit kein Gespräch anfangen, das dann doch nur weh tut. Aber grüßen ist doch selbstverständlich, wenn man mit einem Menschen zusammen war. Alles andere ist meiner Ansicht nach kindisch und hat keinen Stil. Grüßt man nicht und übersieht man den Ex. gezielt, zeigt man nur, dass man mit der Trennung nicht klar kommt und mit dem Ex. nicht abgeschlossen hat. Der muss aber nicht merken, wie schwer man sich tut, denn was hilft es denn? Er hat ein neues Leben begonnen und Du hängst noch dauernd in der Vergangenheit rum.

Ich bin immer dern Ansicht, ich lasse es keinem anmerken, wenn es mir miserabel geht. Die Freunde können es irgendwann einfach nicht mehr hören und der Stolz gebietet, dass man sich nicht hängen lässt. Und ihm schon gar nicht zeigt, wie verletzt man ist. Womöglich triumphiert er dann innerlich noch. Mann, die leidet ja immer noch. Naja, nicht mal grüßen kann sie mehr. Sie hatte ja schon immer einen Hang zum Drama.
Solche Gedanken könnten ihm durch den Kopf gehen.

Ich sah meinen Ex. nur ab und an dienstlich, weil wir in der selben Sparte arbeiten, aber Gott sei Dank in verschiedenen Städten. Immer wenn ich Gefahr lief, dass er auch kommen könnte, zog ich mich besonders gut an, richtete mich her und ging aufrecht und redete mit Kollegen, aber nicht mit ihm.

Man kann mit seiner Körperhaltung auch seine Gefühle beeinflussen. Also nicht Kopf und Schulter hängen lassen, sondern sich bewusst aufrecht halten, den Kopf oben behalten, freundlich zu anderen zu sein und ihn ebenfalls freundlich grüßen, ihm aber keinen Anlass zu Smalltalk zu geben. Er ist nicht mehr in Deinem Leben.

Auf keinen Fall sich vor Angst vor einer Begegnung zu Hause verkriechen. Im Gegenteil, mit Freunden ausgehen und sich darüber freuen und Spaß haben. Und wenn er zufällig auch da ist? Na, dann ist er halt da und Du behandelst ihn freundlich, aber neutral. Wenn die erste Begegnung geschafft ist, die man gut gemeistert hat, wird es schon leichter.

Möglichst viel ausgehen, ins Kino, ins Theater, ins Konzert (im Moment zugebenermaßen schwierig), aber das kommt auch wieder. Auf keinen Fall daheim rum sitzen und nur die Kissen voll heulen und sich selbst leid tun. Im Gegenteil, jetzt erst recht! Auch wenn Du "entsorgt" wurdet, so seid bist Du doch nicht wertlos!

Ständiges Selbstmitleid tut nicht gut und hilft nicht. Im Gegenteil blockiert man sich selbst und tritt weiterhin auf der Stelle und fragt sich immer nur "Warum, warum nur?".
Darauf gibt es eine einfache Antwort: Der Partner wollte diese Beziehung nicht mehr. Er wollte ein anderes Leben anfangen, sich vielleicht noch die Hörner abstoßen und frei sein. Das ist auch sein gutes Recht, genauso wie Deines.

Aber lass den Ex. nicht zweimal gewinnen. Er hatte einen Vorsprung, denn er hat die Beziehung gelöst. Was er vorher mal so daher sagte von gemeinsamer Wohnung, womöglich Ehe und ewiger Liebe, sind Worte von gestern Sie gelten heute nicht mehr. Es ist schlimm genug, gesagt zu bekommen, dass die Beziehung zu Ende ist. Hängt man dann aber nach Monaten noch immer wie ein trauriger Waschlappen in der Gegend rum, dann gewinnt er sozusagen zweimal. Denn er macht Dein Leben immer noch kaputt.

Lass das Nachschnüffeln sein, Du hörst eh nichts, was Dich weiter bringt. Sag Deinen Freunden, sie sollen das Thema nicht mehr ansprechen. Und lerne, den Kopf aufrecht zu halten und Dein Selbstwertgefühl zu aktivieren.
Irgendwann wird es dann auch besser, auch wenn es dauert. Aber keinesfalls in der Opferrolle bleiben, denn ein Opfer tut nichts außer zu leiden. Wem bringt es was? Keinem, am allerwenigsten Dir selbst. Deswegen lerne, Dich auch am Riemen zu reißen und Dir selbst ab und an einen Tritt zu verpassen. Die Beziehung ist es nicht wert, unmäßig lange darüber zu jammern. Denn wäre sie so toll gewesen, so bestünde sie ja noch.

Er ist nicht der allein Schuldige. Wenn man später mal neutral darauf schauen kann, erkennt man, dass man selbst auch seinen Anteil zum Scheitern beigetragen hat. Die sogenannte Schuld ist oftmals gleich verteilt.
Wenn Du vom Ex. schlecht behandelt wurdest, warum bist Du dann geblieben?. Warum hast Du Dein eigenes Leben vernachlässigt und nicht verteidigt? Der eine tut was, der andere steckt es ein und nimmt es hin. Das hätte aber nicht sein müssen, denn man darf nicht alles hinnehmen, am allerwenigsten eine Beschneidung der eigenen Freiheit. Er hatte aber die Chance dazu und die nahm er sich raus, weil ihm keiner was entgegen setzte.
Der eine schlägt zu und der andere lässt sich schlagen. Wer ist nun schuldig? Im Endeffekt beide.

Auch wenn die Zeit nach der Trennung sehr hart und schmerzhaft ist, man kann sich selbst auch ein wenig helfen. Selbstmitleid ist eine Zeitlang erlaubt, aber man muss auch mal dagegen arbeiten. Warum? Weil man es sich selbst schuldig ist und weil man Verantwortung für sein eigenes Leben übernimmt. Daher hat eine Trennung auch was Gutes. Sie bringt einen weiter, wenn man was daraus lernt. Und auch Du bist nun wieder frei und kannst Dein Leben ohne Rücksicht auf ihn gestalten, vergiss das nicht!

Begonie

25.06.2020 15:54 • x 1 #91


Pusteblume26


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Hallo Zusammen,

Heute hat mir unser gemeinsamer bester Freund ein altes Bild geschickt, wo wir alle zusammen drauf waren und hat dann gemeint ob ich mich noch daran erinnern kann. War echt lieb und ich konnte es mir auch normal ansehen ohne loszuheulen.
Ich habe dann geschrieben dass ich grad auch viele Bilder aussortiere und dann ein lustiges Bild zurück geschickt und gemeint dass ich soviel sch. auf meinem Laptop noch habe..
Er hat dann gleich gefragt ob ich die Bilder von mir und meinem ex alle lösche grade.. Ich meinte dann dass ich es überlegt habe aber noch nicht gemacht habe, weil er ja ein Teil meines Lebens war und ich mit sch. nicht ihn gemeint habe. Soviel Respekt hab ich noch vor ihm..
Er meinte dann nur dass er auch am anfang alles von seiner Ex aufgehoben hat und nach und nach alles weggeworfen hat..
Ich hab dann nur gefragt wie er denn darauf kommt.. Er meinte dann nur so
Mein Ex hat mir meine Sachen immer noch nicht gegeben.. Naja..
Habe ich falsch reagiert?
Hab kurz überlegt was ich schrieben soll weil er das bestimmt auch mit meinem Ex beredet..

26.06.2020 13:57 • #92




Pusteblume26


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Hallo Zusammen,

Mittlerweile habe ich etwas Abstand zu dem ganzen, aber es tut immer noch so unheimlich weh..
Der Gedanke dass für mich einfach niemand an ihn ran kommt oder ihn ersetzen könnte und er mich so schnell ersetzt hat, schmerzt mich so sehr.. Er hat mir soviel bedeutet und ich ihm wohl gar nicht..
Es ist Woche 3 komplett ohne Kontakt geschafft.. Bald 4 Wochen und kein Anzeichen dass er mich vermisst..
Gestern habe ich meiner besten Freundin vorgeschlagen, an den See zu gehen.
Diese war daraufhin komisch und meinte ob wir dann nicht lieber was anderes machen wollen.
Habe dann nachgefragt und sie meinte dann dass mein Ex ihr auf Snapchat ein Bild geschickt hat wo er am See liegt mit Frauenfüßen neben dran..
Mit mir war er die letzten Jahre nie am See weil er immer so wenig Zeit hatte.. Klar kann er durch Corona nicht viel machen gerade aber ich habe das Gefühl er macht mit ihr alles besser und alles was wir uns vorgenommen haben.. Ich fand es gut dass sie mich davor bewahrt hat ihn mit seiner neuen zu sehen aber das war wie ein Stich ins Herz..
Wenn er doch so glücklich ist, dann braucht er nicht immer Fotos zu verschicken..
Ich konnte einfach nicht mehr und habe nur noch geweint.. Er scheint so glücklich zu sein und ihm scheint nichts mehr an mir zu liegen...finde das alles so respektlos mir gegenüber und trotzdem habe ich noch Gefühle für ihn.. Hatte einen riesen Rückfall gestern..
Meine Freundin meint dass das wahrscheinlich mehr Schein als Sein ist und ob ich wenn ich verliebt wäre an alle immer Snaps verschicken würde.. Ich würde darauf klar mit Nein antworten aber ich kann nicht in ihn reinschauen.. Für mich wirkt er wie ausgetauscht.. Seine Familie meinte bis zuletzt dass man deutlich sieht dass er mich liebt und insgeheim war ich ihm so wenig wert dass er mich gleich eintauschen kann..
Manchmal habe ich Tage, an denen ich glaube, ich fange wieder von vorne an..

28.06.2020 13:32 • x 2 #93


Pusteblume26


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Guten Morgen Zusammen,

Ich hatte mich ja eine Weile total im Griff aber ich muss sagen dass es mir seit Freitag wieder viel schlechter geht...ich versuche mich abzulenken aber ich habe das Gefühl er fehlt mir zunehmend.
Bin total enttäuscht weil ich dachte ich würde jetzt nicht mehr soviel weinen aber zur Zeit ist es ganz schlimm...
Eine Zeit lang hatte ich einen richtigen Hass auf ihn und mittlerweile wünschte ich mir dass er zurück kommt... Normal müsste das doch andersrum sein oder?
Ich weiß nicht mal was ich tun würde wenn er wieder käme..
Aber er scheint mich komplett ausgeblendet und vergessen zu haben..
Habe gehofft ich fehle ihm aber offensichtlich nicht..
Ein Kumpel von mir meinte gestern dass es meistens so ist dass Männer sich nicht mit der Trennung auseinandersetzen wollen und dann sich schnell jemanden anderes suchen aber das meistens nichts mit Liebe zutun hat.
Die Mutter von meinem Ex hat kommenden Donnerstag Geburtstag und meinte wie schade sie es findet dass ich nicht mehr dabei bin und ob wir mal einen Kaffee trinken gehen wollen...Wollte es mir noch überlegen..
Ich habe donnerstags und Freitags immer Homeoffice beantragt dass ich ihn nicht sehen muss.. Er hat Montag und Dienstag kurzarbeit.. Somit könnten wir uns nur am Mittwoch sehen..
Ich habe irgendwie gehofft dass die Beziehung zu ihr nicht das wahre ist aber er scheint sehr glücklich zu sein.. Frage mich was sie besser macht und alles...
Versuche solche Gedanken aber auszublenden..
Insgeheim habe ich mich schon mal gefragt ob er mich wohl mit ihr vergleicht und ob ich so schlecht a schneide dagegen..
Alles nicht so einfach gerade..
Manchen Leuten rutscht dann sowas raus, dass er jeden Tag was mit seiner neuen postet wie er für sie kocht und alles...weise aber immer darauf hin dass ich das nicht hören will
Bald 4 Wochen Kontaktsperre und 5 Monate Beziehungsaus und ich bin manchmal immer noch so drauf..

30.06.2020 07:10 • x 1 #94


Nachtlicht

Nachtlicht


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Du trittst auf der Stelle, weil du ihn nicht wirklich gehen lassen magst.

Solange du auf eine Reunion hoffst (auf welcher Grundlage die stattfinden soll, weißt du aber selbst nicht - es ist einfach eine kleine Traumwolke in dir, die dir vorgaukelt es gäbe eine einfache Möglichkeit der Rückkehr in eine vormals gefühlt "heile Welt"), hältst du dich selbst in dieser Schleife aus Hoffen, Bangen, Absturz.

Schau mal, du hast ja in den vergangenen Wochen einiges erfahren was dir gezeigt hat, dass seine Gefühle für dich schon längere Zeit vor der Trennung weniger geworden sind. Und dann war die Trennung ja auch nicht sehr wertschätzend oder rücksichtsvoll dir gegenüber gelaufen. Jetzt hat er noch eine andere, mit der er auf Wolke 7 posiert. Ob das von Dauer ist oder sie nur eine Übergangsfrau darstellt weiß man nicht. Ob er nach ihr eine andere sucht oder du ihm wieder einfällst, weiß man auch nicht.

In jedem Fall aber wäre es gut, wenn du es schaffst die Trennung jetzt als gegeben, als Realität zu begreifen. Das ermöglicht dir nicht nur eine höhere Lebensqualität durch das Durchlaufen der weiteren Trauerphasen (anstelle immer wieder in die ersten zurück zu fallen - google mal nach Trauerphasen, könnte hilfreich für dich sein), sondern auch eine persönliche Weiterentwicklung die dir sowohl im Falle eines Neustarts mit deinem Ex deutlich bessere Karten in die Hand gibt, als auch im Falle dass du eines Tages bereit für eine neue Partnerschaft mit einem anderen Mann bist.

Akzeptanz scheint mir dein Schlüssel zur Heilung, liebe Pusteblume.

30.06.2020 09:14 • x 1 #95


Pusteblume26


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Hallo liebe Nachtlicht,

Du hast vollkommen recht. Vielen Dank für deine Nachricht.
Ich hoffe ich schaffe dieses loslassen bald.
Ich habe am Freitag auch gesagt bekommen, dass ich aufgrund von Corona nicht übernommen werde weil sie sparen müssen.. Somit kommt wahrscheinlich gerade alles zusammen und ich jammere deswegen soviel. Tut mir leid für das ganze Gejammer und vielen dank für die ganze Geduld die ihr mir entgegen bringt..
Hat jemand Tipps, wie das mit dem loslassen besser klappt?
Ich versuche meine Gedanken zu verdrängen aber dann kommt meistens nachts alles wieder in meinen Träumen hoch.
Ich sollte mir vielleicht auch mehr vornehmen die nächste Zeit. Das Wochenende war sehr ruhig und es kam wenig zustande weshalb ich wieder soviel Zeit zum nachdenken hatte.
Ich wollte einfach akzeptieren dass es zwischen uns wohl nicht gelaufen ist und für mich es auch noch besser wird..

Liebe Nachtlicht, danke dass du hier immer da bist. Das gibt mir sehr viel Kraft.

30.06.2020 09:37 • #96


Floffymaus

Floffymaus


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Zitat von Pusteblume26:
Hallo liebe Nachtlicht,

Du hast vollkommen recht. Vielen Dank für deine Nachricht.
Ich hoffe ich schaffe dieses loslassen bald.
Ich habe am Freitag auch gesagt bekommen, dass ich aufgrund von Corona nicht übernommen werde weil sie sparen müssen.. Somit kommt wahrscheinlich gerade alles zusammen und ich jammere deswegen soviel. Tut mir leid für das ganze Gejammer und vielen dank für die ganze Geduld die ihr mir entgegen bringt..
Hat jemand Tipps, wie das mit dem loslassen besser klappt?
Ich versuche meine Gedanken zu verdrängen aber dann kommt meistens nachts alles wieder in meinen Träumen hoch.
Ich sollte mir vielleicht auch mehr vornehmen die nächste Zeit. Das Wochenende war sehr ruhig und es kam wenig zustande weshalb ich wieder soviel Zeit zum nachdenken hatte.
Ich wollte einfach akzeptieren dass es zwischen uns wohl nicht gelaufen ist und für mich es auch noch besser wird..

Liebe Nachtlicht, danke dass du hier immer da bist. Das gibt mir sehr viel Kraft.



Du .. Süße..
Das dauert.. und lass dir keinen Druck machen!
Das Schwanken hin und her.. zwischen loslassen und doch festhalten wollen ist völiig normal!
Beziehungen verlaufen verschieden.. Menschen lieben unterschiedlich stark.. die Abhängigkeit (eine gewisse Emotionale Abhängigkeit erachte ich als normal) besteht in verschiedenen Stärken.. ihr wart lange zusammen.

DU musst da durch.. und es ist ein Prozess.. es ist wirklich alles gut bei dir und mach dir keine Vorwürfe.
Ich war auch knapp 8 Jahre mit meinem Ex zusammen.. haben ein Jahr bevor er sich trennte und sofort eine Neue hatte, geheiratet.

Ich habe ebenso ständig dieses hin und her gehabt.. manchmal rede ich mir sogar noch immer ein, dass ich ihn doch nicht loslassen kann.
Weisst du.. das klappt alles immer besser. Die Abstände zwischen diesen Gedanken werden länger und man konzentriert sich dann doch immer mehr auf sich.

Was du wunderbar erkannt hast ist, dass du wohl mehr erleben musst.
Du musst raus.. brauchst den Tapetenwechsel.

War kürzlich mit einer Freundin Wein trinken (ich lernte sie sogar kürzlich erst kennen) wir saßen dann 6 Stunden und haben über alles mogliche gequatscht.

Etwas in diese Richtung würde dir mal etwas anderes in das Hirn zaubern.. dann kommen auch öfter so Gedanken wie "wieso laufe ich einem Mann hinterher, der bei einer anderen Frau ist? Dem ich offensichtlich nicht im Ansatz das gleiche bedeute? Wieso bin ich mir so wenig wert?"

Durch diese Fragen arbeitest du dann an dir selbst... erkennst langsam DEINEN Wert.
Wie viel du doch geben willst, aber wäre es bei diesem Mann gut aufgehoben? Ist er tatsächlich dein straucheln und leiden wert?.. das ist kein Mensch wert nur du selbst.

Du musst langsam wieder der wichtigste Mensch in deinem Leben werden.


Zitat:
Durchlaufen der weiteren Trauerphasen (anstelle immer wieder in die ersten zurück zu fallen - google mal nach Trauerphasen, könnte hilfreich für dich sein), sondern auch eine persönliche Weiterentwicklung


DAS ist ganz ganz wichtig und da hat Nachtlich unglaublich starke Worte gewählt.

Es soll und darf nicht an erster Stelle um "ich will den Ex wieder" gehen. Es muss darum gehen, dass DU dich findest.
Dass DU langsam nach und nach wieder merkst, wie es weiter gehen soll.. für DICH.... wenn du dann gestärkt aus Allem hervor gehst (denn man lernt immer nur dazu, wenn man reflektiert hat) dann kannst du nur gewinnen.

Dann ist auch völlig egal, ob irgendwann dein Ex vor der Tür steht, oder ein anderer Mann.
Du hast die Trauer durchlebt, verarbeitet und stehst wieder auf den Beinen..

Gibt nichts schlimmeres, als taumelnd und halb gebrochen nach der Chance der Liebe zu greifen.


Kopf hoch

01.07.2020 08:18 • x 1 #97


Pusteblume26


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Hallo liebe Floffymaus,

vielen Dank für deine lieben Worte. Ich bin sehr dankbar für solche tollen Antworten, die mir so helfen.

Ich bin immer wieder fassungslos, wie viele es gibt, denen ähnliches wiederfahren ist.
Kurz nach der Trennung bin ich so in meinem Mitleid versunken, dass ich gedacht habe, ich bin die einzige der sowas passieren kann.
Heute geht es mir etwas besser - mag aber auch an euren Nachrichten liegen
Die nächste Zeit habe ich mir sehr viel vorgenommen.. ich werde meine Kurzsichtigkeit im September korrigieren lassen und stürze mich gerade in meine Bachelorarbeit und in die Jobsuche.
Am Wochenende habe ich mit meinen Schwestern zusammen ein Familienshooting, auf das ich mich schon sehr freue und ich unternehme auch mehr mit Freundinnen, was vielleicht auch etwas zu kurz gekommen ist.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass zur Zeit alles zusammen kommt.. Die Bachelorarbeit treibt mich zur Verzweiflung in einigen Punkten, der Todestag meiner lieben Omi nähert sich, die Jobsuche ist alles andere als erfolgreich und ich habe nicht nur meinen festen Freund sondern auch meinen besten Freund verloren und er fehlt mir als Person sehr.

Wie du bereits richtig beschrieben hast.. ich frage mich auch viel "Wieso bin ich mir selbst so wenig wert? Wo ist mein Stolz hin, dass ich zum Teil sogar darüber nachdenke ihm noch eine Chance zu geben, wenn er wieder kommt?"

Danke für dein Verständnis!

Ich glaube auch, dass es bei mir einfach noch eine Weile dauert und es vielleicht immer wieder mal Tage gibt, an denen mir das loslassen schwer fällt.
In Bezug auf reflektieren bin ich aber schon um einiges weiter.. Am Anfang dachte ich, wie er nur Schluss machen kann, wenn ich doch alles für ihn getan habe.
Ich glaube, das war wahrscheinlich zu viel des Guten. Er musste sich um nichts mehr Gedanken machen.
Er hat die Geschenke für seine Familie vergessen? Ich bringe die Ideen, kaufe es und verpacke es.
Er kann keinen Kuchen backen? Ich backe Kuchen für seinen Verein und alle möglichen Veranstaltungen.
Er weiß nicht, wie er nach Hause kommt? Ich stehe nachts auf und hole ihn.
Das waren alles Sachen, von denen ich dachte, es ist selbstverständlich das zutun, weil ich ihn ja liebe.
Aber die letzte Zeit ist mir rückblickend aufgefallen, dass selten ein "Danke" dafür kam.. Wo er letztes Jahr noch stolz auf mich war, kam dieses Jahr nichts mehr.
Es wurde zu einer Selbstverständlichkeit..
Dies würde ich nicht mehr so machen.. ich habe mich immer hinten angestellt, ohne zu merken, dass zuletzt die letzten paar Wochen von seiner Seite aus nicht mehr viel kam. Ich sollte nun mich selbst wieder vorne anstellen und wenn er nicht sieht, was ich alles gemacht habe und das nicht zu schätzen weiß, dann ist er wohl nicht der richtige

01.07.2020 09:06 • #98


Nachtlicht

Nachtlicht


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Zitat von Pusteblume26:
Am Anfang dachte ich, wie er nur Schluss machen kann, wenn ich doch alles für ihn getan habe.


Jetzt überlegst du, ob er womöglich Schluss gemacht hat, weil du alles für ihn getan hast.

Es ist eine Binsenweisheit, aber sie steckt voller Wahrheit: Männer mögen Frauen, die sich um sie bemühen, aber sie lieben Frauen, um die sie sich bemühen müssen.

Du hast ganz recht, er hat deine Liebesdienste für selbstverständlich genommen. Wir hatten das Thema ja schon mal und mein Rat dazu ist, das eigene "Geben" davon abhängig zu machen, was vom anderen kommt - und nicht davon, was man für den andern fühlt! Konkret heißt das: hackt er mir Holz, back ich ihm Kuchen. Holt er mich vom Flughafen ab, bringe ich ihn zum Zug. Aber nicht: ich finde ihn toll, ich backe ihm einen Kuchen. Ich finde ihn toll, ich bringe ihn zum Zug. Verstehst du was ich meine? Man könnte es aufrechnen nennen - aber ich denke, es ist sehr sinnvoll und gesund zu prüfen, ob die jeweiligen Investitionen in die Partnerschaft gegenseitig sind. Und zwar zu jedem Zeitpunkt in einer Beziehung.

Zitat von Pusteblume26:
Hat jemand Tipps, wie das mit dem loslassen besser klappt?


Darin bin ich leider selbst nicht so gut. Aber die Klassiker sind Ablenken, sich beschäftigen, sich neue schöne Lebensinhalte und Herausforderungen suchen. Ein neues Hobby vielleicht sogar. Freundschaften und Kontakte zu Familie können sehr stärken. Du kannst auch dazu im Forum stöbern es gibt allerhand hilfreiches und nützliches hier zu lesen.

Zitat von Pusteblume26:
Manchmal habe ich das Gefühl, dass zur Zeit alles zusammen kommt..


Ja, das sind dann Dinge, die man normalerweise schon schwierig fände, und dann sind sie doppelt so belastend weil man selbst in einem so geschwächten Zustand ist. Auch davon können viele hier (auch ich) ein Lied singen. Wie heißt es so schön, ein Unglück kommt selten allein.

Zitat von Pusteblume26:
Ich bin immer wieder fassungslos, wie viele es gibt, denen ähnliches wiederfahren ist.


Darin findet man aber auch Trost. Zum einen von denen, die berichten, dass sie es überstanden haben und nicht nur sich erholt, sondern sogar sich in vielerlei Hinsicht verbessert haben.

Zum anderen: man ist ein Mensch wie alle anderen. Zu jedem Leben gehört es, Leid zu erfahren (nur die Dosis unterscheidet sich, und die Ressourcen, das Leid bewältigen zu können). Kummer und Schmerz zu erleben ist etwas ganz normales, alltägliches im globalen Geschehen, und es eint uns in unserem Mensch-Sein.

Eines Tages schreibst du vielleicht hier oder woanders und spendest jemandem deinerseits Trost, dann schließt sich der Kreislauf...

01.07.2020 13:50 • x 1 #99


Begonie


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Zitat von Pusteblume26:
In Bezug auf reflektieren bin ich aber schon um einiges weiter.. Am Anfang dachte ich, wie er nur Schluss machen kann, wenn ich doch alles für ihn getan habe.
Ich glaube, das war wahrscheinlich zu viel des Guten. Er musste sich um nichts mehr Gedanken machen.
Er hat die Geschenke für seine Familie vergessen? Ich bringe die Ideen, kaufe es und verpacke es.
Er kann keinen Kuchen backen? Ich backe Kuchen für seinen Verein und alle möglichen Veranstaltungen.
Er weiß nicht, wie er nach Hause kommt? Ich stehe nachts auf und hole ihn.
Das waren alles Sachen, von denen ich dachte, es ist selbstverständlich das zutun, weil ich ihn ja liebe.
Aber die letzte Zeit ist mir rückblickend aufgefallen, dass selten ein "Danke" dafür kam.. Wo er letztes Jahr noch stolz auf mich war, kam dieses Jahr nichts mehr.
Es wurde zu einer Selbstverständlichkeit..
Dies würde ich nicht mehr so machen.. ich habe mich immer hinten angestellt, ohne zu merken, dass zuletzt die letzten paar Wochen von seiner Seite aus nicht mehr viel kam. Ich sollte nun mich selbst wieder vorne anstellen und wenn er nicht sieht, was ich alles gemacht habe und das nicht zu schätzen weiß, dann ist er wohl nicht der richtige
ieh

Sieh an, Du bist schon auf einem guten Weg. In dem Moment, wo Du beginnst über die Beziehung zu reflektieren, verlässt Du die Opferrolle. Du überlegst, was Du eingebracht und investiert hast und was er dazu getan hat? So eine aufopfernde und kümmernde Rolle ist vielen Frauen anerzogen worden. Schon als Kind schauen sie sich die Rollenverteilung im Elternhaus ab und leben sie später weiter.
Das mag sich zwar positiv anfüllen, denn es gibt auch Dir Selbstbestätigung. Ich bin wertvoll, denn der Arme hat wieder mal einen Geburtstag verschusselt. Also muss ich das in die Hand nehmen.
Da kommt es dann auch zu einer Rollenverteilung. Die Frau als Kümmerin, die sich auch um sein Leben kümmert und er wird immer bequemer und nachlässiger.
Er nimmt das alles an und profitiert davon. aber die Gegenleistung ist oft gering. Und manchmal ist es zu viel des Guten, was ihn insgeheim auch überfrachten kann. Denn er weiß zwar, dass er mit gleicher Münze zurückzahlen müsste, was er aber auch wieder verdrängt. Er weiß natürlich auch, dass Du dafür etwas haben willst von ihm, z.B. Treue und Beständigkeit.
Irgendwann ist das Konto auf beiden Seiten nicht mehr ausgeglichen und das kann im Endziel zur Trennung führen, denn Deien Fürsorge und Deine "guten Taten" kann er nicht angemessen zurück zahlen. Die Bringschuld überfordert ihn und er wird Deiner überdrüssig.

Du verlierst an Reiz, Du wirst ihm sogar lästig, Deine "Mutter-Theresa-Rolle" nervt ihn und Du mutierst zu einer Art Ersatzmutter.
Mutti ist zwar fürsorglich, aber Mutti weckt kein Begehren mehr.
Dann kommt eine Andere des Weges und fort ist er.

Und Du fühlst Dich weggeworfen und ausgenützt. Deine Mühen wurden nicht belohnt, sondern missachtet. Und das rüttelt gewaltig am Selbstgefühl und kann sogar in Selbsthass umschlagen. Ich war ja so blöd, so gutwilllig, aber dann war ich doch nicht gut genug, weil ich meine Interessen hintenan gestellt habe. Wie blöd war ich eigentlich? Wieso habe ich das alles für diesen Idioten getan?

Es ist schon gut, die Mechanismen zu erkennen, die zur Trennung führten, aber Du hast noch eine andere Baustelle. Deinen Selbstwert, den Du in Dir hast und der zu schwach entwickelt ist. Oft auch eine Folge der Erziehung!
Dann ziehst Du Deinen Wert aus dem was Du für ihn und für Euch getan hast, nährst ihn aber von der Außenwelt. Du brauchst Andere, die Dir ein gutes Selbstgefühl geben. Ich verhalte mich fürsorglich, ich bin zuverlässig, ich bin immer zur Stelle, also bin ich wertvoll. Du bist auch wertvoll, wenn Du weniger für Andere tust!
Und diesen Wert zu entdecken und zu schützen, ist eine Lebensaufgabe, der Du Dich stellen solltest. Da musst Du hin, aber der Weg ist weit und dornig. Denn dann kommen wieder die inneren Mechanismen wie Selbstmitleid, Unvermögen und mangelnder Selbstwert.

Obwohl ich so viel für ihn getan habe, war ich nicht gut genug, dass er blieb! Falsch, Du warst sogar zu gut für ihn!
Du bist wertvoll und dieses innere Wissen musst Du aufbauen und pflegen.Damit verlässt Du auch die Rolle der armen Verlassenen, die doch alles getan hat und doch verraten wurde.

Uff, viel auf einmal für Dich zur Zeit. Bachelorarbeit, Trauer um die geliebte Omi, schwierige Jobsuche und jetzt noch die Trennungsschmerzen und das Verlustgefühl. Kein Wunder, dass Du oft jämmerlich bist, denn manchmal ist das Leben einfach ungerecht. Aber es kommen auch bessere Zeiten, denn wenn man unten ist, gibt es meistens nur eine Richtung: die nach oben.

Begonie

01.07.2020 15:15 • x 1 #100


Pusteblume26


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Vielen lieben Dank für eure Antworten.
Ich freue mich richtig, dass ihr mir in dieser Zeit helft.

Ich habe heute prompt mein ganzes Wochenende verplant und werde auch bald mal wieder ins Fitnessstudio gehen.
Ihr habt vollkommen recht, ich hätte einfach nicht soviel geben müssen.
Er hat schon auch viel für mich getan nur zuletzt leider nicht und ich dachte es ist eine Phase.
Wahrscheinlich bin ich zu fürsorglich gewesen und ich denke dass sie das absolut nicht ist.

Schade allerdings finde ich es immer noch, dass er wenn es ihn gestört hat nichts gesagt hat.
Ich hatte sozusagen keine Chance mich während der Beziehung zu verbessern. Sozusagen wurde ich vor vollendete Tatsachen gestellt ohne dass wir an unseren Problemen arbeiten konnten...und das hätte ich nach 8 Jahren Beziehung eigentlich von ihm erwartet.
Vielleicht fällt mir deswegen auch der Abschluss so schwer.
Diese Ungerechtigkeit dass er alles mit sich selbst ausgemacht hat ohne mich einzubeziehen und dann plötzlich Schluss gemacht hat. Ich bin wirklich keine Person mit der man nicht reden kann, denke ich.
In seiner Familie ist es aber immer so dass wenn diese streiten einer aufsteht und geht ohne darüber zu sprechen...
Ich versuche gerade ganz viel für mich zutun und nicht mehr so oft an ihn zu denken.
Immer wenn ich so negative Gedanken habe, versuche ich ein Buch zu lesen oder zu puzzeln wenn gerade keine Freundin parat ist.
Ich persönlich kann mir im Moment nicht vorstellen, ihn einfach so zu ersetzen wie er mich ersetzt hat und ich finde das Verhalten irgendwie erschreckend.
Man denkt man kennt jemanden seit der Schulzeit besser als jeden anderen und plötzlich ist es ein Fremder.
Heute in der Arbeit habe ich ihn von weitem gesehen..
Bin dann ins Büro, weil er sowieso in ein Gespräch mit Kollegen vertieft war.
Manchmal wünsche ich mir einfach nur nochmal vernünftig darüber reden zu können weil ich mich auch bessern will, aber so ein Gespräch würde im Moment nichts bringen.. Ich bin viel zu verletzt und er viel zu verliebt in die neue...

01.07.2020 18:51 • #101


Begonie


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Ja, ja, diese berühmten Abschlussgespräche, die sich Verlassene immer wünschen ...
Es ist Quatsch, denn nach so einem Gespräch geht es Dir nicht etwa besser, sondern maximal schlecht. Und auch hier würde es keinesfalls ehrliche Äußerungen geben.

1. Er hat schon in der Familie nicht gelernt, dass man Konflikte konstruktiv und kommunikativ lösen kann. Er entzieht sich, zieht sich in sein Zimmer zurück und macht alles mit sich aus. Dieses Muster hat er auch in der Beziehung angewandt.

2. Was sollte er in einem Gespräch sagen? Du, tut mir echt leid, aber da kam die Andere, in die ich mich halt verliebt habe.
Oder: Du bist mir am Schluss nur noch auf die Nerven gegangen mit Deiner Liebedienerei. Ich wollte raus aus der Beziehung und wieder Lebensfreude finden.
Das wäre ehrlich, aber was würde es Dir helfen? Nichts, denn warum er gegangen ist, weißt Du doch. Er wollte nicht mehr, da winkte die Andere und das sind Gründe genug.
Außerdem ist keiner so ehrlich, dass er dem Verlassenen solche Antworten hinwirft, denn er will Dir ja nicht noch mehr weh tun.
Und darüberhinaus will er eh nicht reden, denn das hat er nicht gelernt.

Zitat von Pusteblume26:
Ich hatte sozusagen keine Chance mich während der Beziehung zu verbessern. Sozusagen wurde ich vor vollendete Tatsachen gestellt ohne dass wir an unseren Problemen arbeiten konnten...und das hätte ich nach 8 Jahren Beziehung eigentlich von ihm erwartet.

Erwarten kann man viel ...
Hier fällt mir etwas auf, was Du abstellen musst. Du bist mit diesem Satz schon wieder in den Schuldmodus gegangen. Du wurdest eiskalt erwischt, das ist richtig. Aber Du bist nicht dafür da, Dich in der Beziehung zu "verbessern". Du bist wie Du bist und das ist okay. Er ist auch wie er ist und das ist auch okay. Aber eine Beziehung ist keine "Besserungsanstalt".
Außerdem war er da schon so weit von Dir entfernt, dass eine Änderung Deinerseits nicht mehr geholfen hätte. Gemeinsam kann man an einer Beziehung arbeiten, aber keiner ist dazu da, sich zu verbessern. Damit begibst Du Dich wieder in die untergeordnete Rolle, so als ob Du was Schlechtes getan hättest. Du musst hier dringend an Deinen Gedankenmustern arbeiten. Weg von der Opferrolle!

Zitat von Pusteblume26:
Vielleicht fällt mir deswegen auch der Abschluss so schwer.

8 Jahre sind eine lange Zeit ...

Zitat von Pusteblume26:
Diese Ungerechtigkeit dass er alles mit sich selbst ausgemacht hat ohne mich einzubeziehen und dann plötzlich Schluss gemacht hat

Nö, das ist nicht ungerecht. Es ist ein Verhaltensmuster von ihm, das Dir nach 8 Jahren sicher bekannt war. Das mag Dir unfair erscheinen, aber er wollte Dir damit nicht gezielt weh tun. Und Dich ungerecht behandelt fühlen, bedeutet schon wieder das arme Opfer, auf dem man rumtrampelt.
Gedankenmuster überprüfen! Denn die Gedanken steuern auch Deine Gefühle.

Zitat von Pusteblume26:
Immer wenn ich so negative Gedanken habe, versuche ich ein Buch zu lesen oder zu puzzeln wenn gerade keine Freundin parat ist.

Prima, weiter so. Genieße gerade das Zusammensein mit Freunden und lache auch, habe Spaß. Das hilft ungemein. Ich machte damals nach der Trennung auch viel für mich. Theater, Kino, Stammtisch mit Freundinnen, denn ich sagte mir immer: ich lass ihn nicht zweimal gewinnen.
Erst trennt er sich, schlimm genug, aber er wird mir nicht mein Leben vermiesen. Das bin ich mir selbst schuldig. Auch wenn es manchmal weh tut, andere Beschäftigungen sind hilfreich. Vlt. entdeckst Du was Neues, dann gehst Du kreativ mit einer Krise um.

Zitat von Pusteblume26:
Ich persönlich kann mir im Moment nicht vorstellen, ihn einfach so zu ersetzen wie er mich ersetzt hat und ich finde das Verhalten irgendwie erschreckend.

Bei Männer leider nicht ungewöhnlich. Die verharren in einer Beziehung, bis der Silberstreif am Horizont auftaucht und erst dann gehen sie. Kein feiner Zug, aber nicht selten. Meist steckt eine Neue dahinter.
Frauen gehen oft anders mit Krisen um und Frauen trennen sich eher, weil ihnen die Beziehung nicht mehr taugt. Männer gehen dann, wenn das nächste Nest bereit ist.

Zitat von Pusteblume26:
weil ich mich auch bessern will,

Schon wieder willst Du Dich bessern! Herzchen, Du kriegst bald einen Tritt in den Hintern von mir! Du bist in Ordnung wie Du bist und wenn ihm das nicht mehr getaugt hat, dann hat er das Recht zu gehen. Du bist okay, so wie Du bist und musst Dich nicht verbiegen.

Zitat von Pusteblume26:
Man denkt man kennt jemanden seit der Schulzeit besser als jeden anderen und plötzlich ist es ein Fremder.

Das ist das Erschreckende. Der wichtigste Mensch im Leben wird zu einem Fremden, den man nicht versteht.

Zitat von Pusteblume26:
Ich bin viel zu verletzt und er viel zu verliebt in die neue...

Genau, er hat seinen Fokus woanders hingelegt, er hat kein Interesse mehr an Dir. Ist leider so. Klar bist Du verletzt, aber bitte nicht nur. Sag Dir jeden Tag ganz laut: Ich bin okay wie ich bin! Ich bin eine attraktive junge Frau und werde darüber hinweg kommen.
Wichtig: Laut sprechen! Da wirkt es ganz anders als wenn man es nur denkt.

Du kriegst das hin, das ist sicher, denn jeder Kummer vergeht. Und dann - eines Tages - wunderst Du Dich, dass Du mal einen Tag nicht an ihn gedacht hast und wirst darüber fast erschrecken, denn wie kann das sein? Der Abstand wird größer und Du wirst eine bessere Beziehung zu Dir selbst aufbauen. Du wirst lernen, gut mit Dir umzugehen und auf Dich zu achten, denn Du bist wertvoll. Und wer das nicht honoriert, der braucht Dich auch nicht.

Begonie

01.07.2020 19:38 • x 2 #102



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