Zitat von steph07: wie kann man es auflösen? durch achtsamkeit? ist es wichtig, mit den eltern darüber zu sprechen?
unsere beziehungen spiegeln oft die beziehung unserer inneren eltern wieder - wir erschaffen uns immer wieder eine ähnliche situation.
den meisten von uns wurde beigebracht: so wie du bist, bist du nicht gut, du musst dich genauso verhalten wie wir es von dir verlangen, sonst entziehen wir dir unsere liebe, mit ärger, wut, bestrafung, missachtung, entwürdung, das fühlt sich für kleine kinder beschämend und schuldig an.
sie übernehmen die gefühle und die vorstellungen ihrer eltern und können nicht erkennen, das es an der unfähigkeit der eltern liegt, die sehr wahrscheinlich auch nichts anderes erfahren haben. da gilt es auszusteigen. und genauso verhalten wir uns auch in unserer partnerschaft, wir verleugnen uns selbst - aus angst vor dem verlassenseins-gefühl.
erkennen, wer und was ich bin, mir meinen eigenen wert zugestehen - also :
sei du selbst
ohne angst zu haben deshalb verletzt, enttäuscht, verlassen, verraten, abgewiesen, mit liebesentzug bestraft oder entwürdigt zu werden.
ja, achtsamkeit, im körper bleiben wenn ich in einem konflikt mit mir oder mit meinem partner bin, hineinspüren wo sich etwas in mir verkrampft, zusammenzieht, eng wird, welche gefühle da sind oder welche sich unter den empfindungen verstecken, all das sind zeichen von altem schmerz in mir, schenke ich diesem schmerz meine achtsamkeit, beobachte ihn, ohne mich damit zu identifizieren, kann ich ihn auflösen.
meistens kommen so auch innere bilder, erinnerungen auf - oder gedanken - die an frühe situationen erinnern - wenn ich mir dafür zeit nehme und eine "meditation" daraus mache. lasse ich zu, diese gefühle zu fühlen und sie in mein herz aufzunehmen, das bedeutet mich selbst annehmen, so wie ich bin, in meiner angst, in meiner wut, in meiner trauer - dann löse ich mich aus meinem konflikt - weil ich mir das gebe, was mir ursprünglich mal verwehrt wurde, bejahung, annahme, wertschätzung, trost, zuwendung - all das ist heilend für mich.
du kannst deinen eltern briefe schreiben, die du nie absenden brauchst, schonungslos, ohne ein blatt vor dem mund zu nehmen - ohne rationalisereien und sie zu entschuldigen - das muss erstmal zum ausdruck gebracht werden dürfen, einfach weil du es so empfunden hast - egal ob es die reealiät war oder nur in deinen gedanken oder vorstellungen - es ist dennoch wie eine reale erfahrung in dir gespeichert.
wenn du all das durchlebst und annimmst, dass es so schlimm für dich war, kannst du vergeben und deinen frieden finden.
das wirkt sich auch in deinen künftigen beziehungen aus - vor allem auch auf dein eigenes lebensgefühl - es wir leichter, freier, schöner.
hinter jedem "negativen" gefühl, wie z.b. wut, ärger, zorn, hass, hinter einer depression, enttäuschung, trauer steckt ein alter schmerz, den wir nicht spüren wollen, deshalb bleiben die gefühle wenn wir nicht bis an unseren urspürglichen schmerz kommen, z.b. an das gefühl nicht gut genug zu sein, an das gefühl der schuld oder scham o.a. - diese gefühle sind der eigentliche schmerz, der hinter diesen gefühlen steht.
ich muss also bin an den ursprung, an dem der schmerz entstanden ist kommen um die damit sich immer wiederholenden gefühle aufzulösen.
das geht und befreit und heilt.