Ich weiß nicht, wie ich Dir helfen kann ... jede Geschichte ist anders, und doch gibt es so viele Ähnlichkeiten

Was ich weiß, ist, dass ich in den nächsten Wochen vorrangig die Gedanken über ihn plagen werden. Das kann zu einem echten Gedankenkarussell werden, Kopfkino und so weiter. Du wirst häufig Dinge hinterfragen, vor allem aber, und das ist das eigentlich Schlimme, was einen so schlecht loslassen lässt, Deine eigene Wahrnehmung. Du wirst Dich sicherlich fragen, was war echt, was nicht, was habe ich "falsch" gesehen und vor allem - warum.
Der Schlüssel dazu liegt in Dir, nicht in ihm. Das ist ganz wichtig zu verstehen, sonst bekommt man irgendwann ein Schleudertrauma vom Nachdenken

Denn Du wirst IHN niemals ganz verstehen, Du wirst nie herausfinden, warum er dies oder jenes gesagt oder getan hat oder eben auch nicht. Deshalb versuch nicht ganz so viel darüber zu grübeln, die Antworten darauf gibt es nämlich dummerweise nicht. Nicht einmal er könnte sie Dir geben.
Du kommst aus einer langen Beziehung, die offenbar nicht glücklich war für Dich. Vielen der hier schreibenden Affärenfrauen geht es so, die meisten sind nach der letzten langen Beziehung in die Affäre gestürzt. Warum? Ich für mich konnte sagen - weil ich noch so im "Bindungsmodus" war - die alte Bindung war noch längst nicht endgültig abgeschlossen, für eine echte neue also kein Platz, und dennoch gab es da diesen Leerraum nach der Trennung, und den hat die Affäre gut gefüllt. Da ich ja keine neue Beziehung wollte, passte mir das, was ich damit hatte, ganz gut. Es war so eine Art "fiktive" Beziehung, eine hauptsächlich virtuell und in Träumen gelebte Beziehung mit nur wenigen realen Highlight-Momenten.
Für mich war das Schwerste, dass meine Gefühle nur schlecht meinem Verstand gefolgt sind. Die musste ich quasi mit Gewalt "überreden", und das war ein echter Kraftakt. Aber es geht, es dauert eine Zeit, und weil wir Menschen eigentlich immer danach streben, nach unseren Gefühlen leben zu dürfen, tut es sehr weh, wenn man eben gerade das nicht kann. Aber die Gefühle folgen eines Tages. Wie lange das dauert, ist bei jedem unterschiedlich. Ich habe mir geholfen, indem ich ihn bewusst "negativ" gesehen habe. Sozusagen Verlieben umgekehrt *gg* beim Verlieben projeziert man ja all die Wünsche und Sehnsüchte, die man so hat, auf den anderen. Nach der Trennung habe ich alles Schlechte auf ihn projeziert - und das hat mir zumindest geholfen, die Gefühle wieder runterzufahren. Und natürlich die Kontaktsperre, die war dabei sehr sehr wichtig.