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Nach Affaire zurück zum Partner

KeinVergessen


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An alle Schreiber hier: Wenn ihr streiten wollt, macht das bitte mit Privatnachrichten. Es nervt und ist schrecklich unhöflich (und meiner Meinung nach auch unnötig)...

22.08.2021 21:02 • x 3 #91


ElGatoRojo

ElGatoRojo


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Zitat von KeinVergessen:
Es nervt und ist schrecklich unhöflich

Ich finde eher, die TE ist schrecklich unhöflich mit ihren fragmentarischen Schilderungen ihrer Problemes und der agressiven Reaktion auf Nachfragen.

22.08.2021 21:37 • x 2 #92



Nach Affaire zurück zum Partner

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Wurstmopped

Wurstmopped


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Zitat von darkenrahl:
Sorry liebeTE, hier bekommst du die Antworten, die du provozierst. Dieses Forum versucht zu helfen, jeder nach seinem Wissen. Aber dazu braucht man ...

Das liegt oftmals daran, dass man eigentlich die eigenen Entscheidung bestätigt wissen will und kritische Anmerkungen und tiefere Fragen aus dem Weg gehen möchte.

23.08.2021 06:36 • #93


BernhardQXY


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Ooh wow, wasn Gemetzel.
Ich setze mal alles auf Null.Liebe TE, mein folgender Text ist ehrlich, geprägt von meinen Lebenserfahrungen und den daraus gewonnenen Erkenntnissen. Wenn ich am Ende des Textes auf Dich und Deine Situation eingehe so ist es mein ehrlichjh kommunizierter Eindruck. Ich habe nichts davon, Dich in irgendeinerweise in die Pfanne zu hauen. Aber das was Du schreibst, damit muss ich arbeiten, weil Du nur diese Informationen hergibst.
Deine Geschichte ist so leid es mir tut eine ganz normale Geschichte. Sie kommt hundertfach jeden einzelnen Tag vor, und ist abgesehen von individuellen Details immer wieder mit denselben Mechanismen verknüpft. Anders ausgedrückt- Bei ausnahmslos allen Affären gibt es eigentlich nur drei Lösungen:
Back to normal
Revival
Trennung.

Es gibt da nichts anderes.
Back to normal heißt: Es ist nix passiert, wir tun so, als ob nichts gewesen wäre. Dieser Weg wird von vielen genommen, weil er zurück in vermeintliche Sicherheit führt. Es bleibt ja auch nichts anderes übrig, weil Kinder, Hund, Katze Maus Haus, gesellschaftliche Stellung.
In solchen Fällen bleiben viele essentielle Fragen aber ungeklärt, keiner muss sich mit dem Geschehen auseinandersetzen, keiner lernt daraus, keiner muss sich neu positionieren. Besonders gut funktioniert dies in oberflächlichen Beziehungen.
Trennung- auch eine Möglichkeit. Alles hinter sich lassen, neu anfangen. Klingt für viele verlockend. Man kann auch hier noch einmal unterscheiden in ein Trennen ohne Nachlese, man nimmt nichts mit und eine Trennung, in der man sich intensiv mit sich selber auseinandersetzt, seine Historie, seinen Gefühlen etc. So hat man eine Chance, sich weiter zu entwickeln undalleine oder mit einem neuen Partner zu beginnen. Ohne Nachlese besteht eine hohe Gefahr darin, in einigen Jahren wieder an diesem Punkt zu stehen. Entweder hintergeht der neue Partner einen, oder man selber wird schwach.
Der dritte Weg ist in meinen Augen der anstrengenste. Ein Revival. Dazu gehört aber, dass beide Partner den Willen haben, diese Zäsur miteinander aufzuarbeiten und sich neu zu erfinden. Die alte Beziehung ist tot und wie Phönix aus der Asche entsteht etwas neues.
Dieser Weg ist unfassbar mühselig, kein Stein bleibt auf dem anderen und er dauert. Bei uns schon drei Jahre. Und immer wieder werden wir mal an unsere Grenzen geführt.
Aber das zentrale Thema, um das man man nicht herumkommt ist:
Es braucht eine schonungslos ehrliche und offene Kommunikation auf allen Ebenen insbesondere der beidseitiger Gefühlsebene. Die allermeisten scheitern schon an dieser ersten Hürde, denn das ist erstens gar nicht so einfach (zur Wahrheit gehört nämlich immer auch die Vollständigkeit) und zweitens bedarf es auch der unbedingten Bereitschaft, den anderen zu sehen, ihm zuzuhören und ihn ernst zu nehmen.
Der nächste Punkt ist das Thema Reue und Verzeihung der Verletzungen. Ganz zweifellos, gehört eine handelsübliche Affäre zu den größten seelischen Verletzungen, die man so seinen Partner zufügen kann. Will man einen Neustart, so ist einer der Kernaufgaben, dass man verzeiht. Verzeihen bedeutet aber, dass man die Geschichte losgelassen hat, dass die seelische Verletzung verheilt und vernarbt ist. Es bedeutet nicht, dass man das ganze vergisst. Das Geschehen ist eben teil seiner Lebenserfahrung, und gehört einfach dazu. Verzeihen ist ein Prozess und ist mit einmal aussprechen: Ich verzeihe Dir, nicht getan.
Man kann zwar auch grundsätzlich abwesenden oder toten Personen auch verzeihen- im Revival hingegen bedarf es eine Reue des Partners. Und zwar meiner Meinung nach nicht für die Affäre an sich, sondern für die Verletzungen die man erlitten hat. In meinen Augen darf der Partner die Erinnerung an seine schönen Zeiten behalten- diese Zeit gehört nämlich auch dazu, man kann es nicht ungeschehen machen. Und der atemberauben S. war zu dem Zeitpunkt ja auch atemberaubend.
Und noch ein Punkt:
Für das erfolgreiche Revival ist es auch unbedingt notwendig, gemeinsam nach vorne zu schauen und das Böse wirklich hinter sich zu lassen.

Tja und dann noch die Erkenntnis, was Beziehung so wirklich bedeutet: Beziehung bedeutet, dass man sich für einen PArtner entscheidet, mit all seinen Fehlern, Unzulänglichkeiten und seinen großartigen Seiten. Klingt banal, ist es aber nicht, denn,- man hat keierlei "Rechte", sondern im Grunde ist es ein immerwährendes Ringen um das Du und ich. Und vor allem-
und da greife ich mal einen Punkt aus Deiner Schilderung heraus: Schlechte Gefühle gehören nicht zu einer Partnerschaft- natürlich ist man sauer, wenn der Partner seine Socken das x. Mal herumfliegen lässt, oder das 27. Mal vergisst, Bescheid zu sagen, wenn man sich verspätet, Aber die Liebe wird durch Zugewandtheit getragen- nicht von einem tit for tat.
Deine Gefühle sind eben da- er ist glücklich, weil Du ihn wieder eine Chance gibt, aber Dir geht es schlecht. Frage Dich doch einmal, woran das liegt. Dann kannst Du besser ihm kommunizieren, wie es Dir geht. Ginge es Dir wirklich BESSER, wenn es ihm schlecht ginge?

Die Crux ist weiterhin: Für ein erfolgreiches Revival bedarf es oben erwähnte Ehrlichkeit auch mit sich selber. Man muss sich auch hinterfragen, wie man was fühlt und versucht zu ergründen, warum das so ist, und was man vom partner braucht, damit es einem besser geht.
Aus Deinen wenigen Informationen schließe ich , dass ihr beide noch nicht den Ernst der Lage kapiert habt. Letztenendes geht es um Euch und Eure Partnerschaft.
Das, was ich von Deinem Mann geschildert bekomme deutet darauf hin, dass er freoh ist, so billig davon zu kommen und er hat noch immer nicht verinnerlicht, was er Dir angetan hat. Wenn jetzt Friede Freude Eierkuchen herrschen soll, hat er nichts gelernt und ist bei nächster Gelegenheit wieder in einem Fremden Bett.
Und bei Dir sehe ich noch nicht bearbeitete Verletzungen. Ich kann all das verstehen, was in Dir abgeht und ich kann Deine Handlungen ein Stückweit nachvollziehen. Aber- wenn Du wirklich einen ehrlichen Versuch mit Deinem Mann machen willst, so müsst ihr beide sehr viel tiefer. in den Keller. Und da wird für beide Parteien kein Zuckerschlecken. Aber es lohnt sich, wenn man sich darauf einlässt, weil man einfach sehr viel lernt.

23.08.2021 10:49 • x 6 #94


BitterTaste


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@BernhardQXY

Vielen vielen Dank für deinen Beitrag und auch an die anderen, die hier freundlich und ja, auch ehrlich geantwortet haben.
Ich muss das erstmal sacken lassen und das nachspüren.
Aber es hilft mir schon mal.
Ich äußere mich auch gerne nochmal dazu!
Euch einen schönen Tag erstmal

23.08.2021 10:57 • x 1 #95


Sternchen0

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Zitat von BernhardQXY:
Ooh wow, wasn Gemetzel. Ich setze mal alles auf Null.Liebe TE, mein folgender Text ist ehrlich, geprägt von meinen Lebenserfahrungen und den daraus ...


Wow toller Beitrag, auch wenn ich nicht die TE bin - Danke

23.08.2021 11:12 • #96


BernhardQXY


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Zitat von Wurstmopped:
Das liegt oftmals daran, dass man eigentlich die eigenen Entscheidung bestätigt wissen will und kritische Anmerkungen und tiefere Fragen aus dem Weg gehen möchte.

Also wenn ich an mich denke, so muss ich anmerken: Das ist so-auch wenn man sich selber das nicht eiungesteht, sondern im Gegenteil sich viele Dinge auch schlicht schön redet. Oder die Augen verschließt.Auf der anderen Seite findet man auch in ettlichen Threads Folgen aus dieser Grundhaltung und ist erstaunt, wie sich das Ganze im Threadverlauf ändert.

23.08.2021 11:25 • #97


BitterTaste


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Ich versuche hier jetzt doch mal ein paar offensichtlich so wichtige Eckdaten zu erzählen. Ich schreibe auf meinem Smartphone, also kann ich nicht immer zurückgehen und jede einzelne Frage beantworten. Aber ich versuche es zusammenzufassen.

Wir sind 3 Jahre ein Paar und haben die letzen 2 Jahre zusammen gelebt in einem gemeinsamen Haus (kein Eigentum).

Ich arbeite allerdings 70km entfernt und habe deswegen immer meine Wohnung behalten. Ich habe eine erwachsene Tochter, die in der Wohnung blieb und auch ich war wochentags oft eben nicht im Haus, sondern in meiner eigenen Wohnung.
Aber das spielt an sich auch keine Rolle, erklärt im Verlauf aber die Wohnsituation.
Die ganze Beziehung ist eher von der Tendenz geprägt, dass er, wie soll ich sagen ohne dass es abwertend klingt, mehr an mir hing, als andersrum. Das war allerdings nur sein subjektives Gefühl. Denn das stimmt nicht und das haben wir in etlichen Gesprächen immer wieder besprochen.
Grundsätzlich hat er sehr wenig Selbstbewusstsein und nicht viel eigenes Leben. Um das Problem wissen wir.

Die Beziehung war nicht immer leicht und oft auch von Dramatik bestimmt.
Das ist auch der Grund, warum er nicht wusste (jetzt schon, nach einigen Nachrichten hier im Forum), wo ich wohne.
Als es zu der Trennung kam, war ich eh gerade am Ausziehen aus meiner alten Wohnung und ich habe zum Glück sehr schnell eine neue gefunden. Da wir totale Kontaktsperre hatten, gab es keinen Anlass ihm die Adresse mitzuteilen. Und da ich weiß, aus Erfahrung, dass er manchmal nachts vor der Tür steht, wenn es ihn überkommt, war das gut so.
Meine Tochter hat das alles ganz schön mitgenommen. Die Art und Weise der Trennung und meine Verzweiflung. Ich wollte und will auch immer noch nicht, dass sie das zur Zeit mitbekommt. Vorher müssen er und ich den Weg ohne unsrere Liebsten gehen.

Viele hier schreiben, wir müssen reden. Das tun wir. Jeden Tag. Nicht persönlich Auge in Auge. Weil das zeitlich gar nicht geht.
Aber wir telefonieren und reden ruhig, ehrlich, traurig, friedlich und hoffnungsvoll miteinander.
Getroffen haben wir uns vor einer Woche und gestern. Ich fahre dann zu ihm in die Nähe und wir gehen spazieren, reden, weinen gemeinsam und halten uns. Aber es gibt auch die Momente in denen wir BEIDE zweifeln ob wir das schaffen.
Ich hab ihm gesagt, dass ich aufgrund seiner Fröhlichkeit Angst habe, dass er alles vergisst und ihm die Zartheit dieser neuen Begegnung vielleicht nicht bewusst ist.
Er sagt, doch das ist ihm sehr wohl bewusst. Jeden Tag und jede Minute.
Er versucht nur, mir Kraft für diese schwere Zeit zu vermitteln.
Er leidet extrem unter dem was er getan an. Also er sieht den Schmerz den er mir angetan hat und er kann es sich selbst nicht verzeihen und hat auch damit selbst eine eigene Baustelle.
Getrennt von ihr hat er sich schon nach sehr kurzer Zeit. Er hat sie ständig mit mir verglichen und war wohl, leider, auch nicht besonders freundlich zu ihr.
Aber auch sie tut ihm, uns, leid. Denn sie kann da ja auch nichts für.
Er wollte nicht zwei Menschen verletzen.

Wie erklären wir uns überhaupt diesen warmen Wechsel?
Als er es tat, hatten wir großen Streit und alles war gerade sehr schwer und beide nicht so zufrieden mit der Beziehung. Ich bin gegangen, in meine Wohnung, so e ke immer wenn es schwierig wurde. Und er auch. In die offenen Arme einer Anderen.

Er hat sich besoffen und gedacht, dann findet er sein Glück eben woanders. An sich die vorerst leichteste Entscheidung.
Ich hätte das niemals so tun können. Egal wie groß die Probleme waren. Uns beiden stand Treue an oberster Stelle. Dachte ich. Und so paradox es klingt, ist das glaube ich auch sein größtes Problem zur Zeit. Er hat nicht nur 2 Frauen, sondern mindestens so sehr sich selbst verletzt.

Ich hoffe das bringt jetzt ein bisschen Klarheit in die Situation. Wenn ich etwas wichtiges vergessen habe, hole ich das gerne nach....

23.08.2021 11:41 • x 2 #98


BitterTaste


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Was mich am meisten verletzt hat an der ganzen Sache war nicht die Frau. Auch nicht, dass er sein Würstchen woanders reingesteckt hat (so wie das hier betitelt wurde), sondern die Tatsache dass unser "für immer!" offensichtlich kein für immer ist. Für immer deiner, für immer treu, für immer zusammen. In Guten wie in schlechten Zeiten.
Daran hatte ich am meisten zu knabbern.

Jetzt, nach einigen Tagen Reflektion, versuche ich das ganze von einer anderen Seite zu sehen und darüber spreche ich auch mit ihm.

Niemand gibt mir Sicherheit. Oder ihm. Kein Mensch dieser Welt hat Sicherheit.
Das hab ich, haben wir, schmerzlich erfahren.

Ich sage heute zu ihm. Wir schaffen das. Wir gehören und halten zusammen. So lange es geht. Es geht so lange es geht. Und geht es nicht mehr, geht es nicht mehr. Wir halten zusammen. Heute. Und mit Glück noch morgen. Und mit noch mehr Glück jeden weiteren Tag, bis unser Leben irgendwann zu Ende ist. Aber vielleicht auch nicht.
Aber heute, heute will ich dein sein und du mein.
Das ist traurig für mich. Nimmt mir aber diesen Zauber und die dankt verbundene Angst, einer so intensiven Beziehung.

23.08.2021 11:52 • x 1 #99


Wurstmopped

Wurstmopped


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Zitat von BitterTaste:
Was mich am meisten verletzt hat an der ganzen Sache war nicht die Frau. Auch nicht, dass er sein Würstchen woanders reingesteckt hat (so wie das ...

Ich kann Dich sehr gut verstehen, es nachfühlen!
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Wie du es beschreibst habt ihr eine sehr emotionale eher romantisch geprägte Beziehung.
Und ja es tut weh wenn die sich die "Einzigartigkeit" das besondere und romantische auf einmal in Luft auflöst.
Aber vielleicht ist das auch ein Teil eurer Beziehung, im Nachhinein betrachtet, ein Orkan den ihr gemeinsam überstanden habt.
Er scheint zu reflektieren und kann seine Verantwortung sehen.
Es hilft ihm wenig sich auf ewig Vorwürfe zu machen, er sollte sich eher fragen wie er mit in Zukunft mit Streit und Frustration umgehen will, welche Streitkultur ihr etablieren wollt.
Gefühle scheinen bei euch beiden noch reichlich vorhanden zu sein, dass ist Grundvoraussetzung und viel mehr als bei vielen anderen Paaren.
Natürlich besteht immer die Gefahr, dass es eines Tages doch auseinander geht, aber mit der Erfahrung jetzt, wisst ihr zwei auch wie wertvoll eure Liebe ist!
Vielleicht könnt ihr die Erfahrung nutzen und noch aufmerksamer miteinander umgehen.
Wenn er es schafft, dass Vertrauen zu festigen und du deine Angst verlierst, habt ihr eine gute Chance...und lasst euch die Romantik nicht nehmen!

23.08.2021 12:12 • x 2 #100


BitterTaste


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@Wurstmopped

Vielen Dank! jetzt muss ich weinen.
Das war alles auch so viel und so unsagbar traurig und verwirrend und es ist ja alles auch noch nicht lange her.
Ich weine oft noch still. So dass mir nur die Tränen laufen.
Aber das gehört dazu denke ich und wird auch noch eine Weile bleiben.
Danke nochmal für deine Worte

23.08.2021 12:16 • x 2 #101


BitterTaste


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Zitat von Wurstmopped:
er sollte sich eher fragen wie er mit in Zukunft mit Streit und Frustration umgehen will, welche Streitkultur ihr etablieren wollt.

Daran sollten wir arbeiten, ja. Danke

23.08.2021 12:18 • #102


Pinkstar

Pinkstar


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Zitat von BitterTaste:
Ich weine oft noch still. So dass mir nur die Tränen laufen.

Ich kann dich so gut verstehen, du möchtest vertrauen und doch ist es noch sehr schwer. Bzw du weisst nicht wirklich, ob es richtig ist, ihm da noch vertrauen zu können.

Fühl dich umarmt

23.08.2021 12:19 • #103


BernhardQXY


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Liebe TE,
Deine letzte Nachricht war dringend nötig,, um Deine Situation besser verstehen zu können. Vielen Dank.
Ich kann Dich in allem recht gut verstehen, weil ich ebenso durch Deine Situation musste. Nun sind 25 Jahre Beziehung eine andere Hausnummer als 3 Jahre, aber denn sind Drei Jahre schon eine Menge. Beim Lesen sind mit ein paar Punkte aufgefallen:

Zitat von BitterTaste:
Die ganze Beziehung ist eher von der Tendenz geprägt, dass er, wie soll ich sagen ohne dass es abwertend klingt, mehr an mir hing, als andersrum. Das war allerdings nur sein subjektives Gefühl. Denn das stimmt nicht und das haben wir in etlichen Gesprächen immer wieder besprochen.

Das verstehe ich nicht so ganz. Ist es sein Eindruck, dass er mehr an Dir hängt als Du an ihm? Oder ist es Dein Eindruck?

Zitat von BitterTaste:
Ich bin gegangen, in meine Wohnung, so e ke immer wenn es schwierig wurde.

Das springt mir wie ein Leuchtfeuer ins Gesicht. An dieser Stelle kann ich nur zu raten, diese Baustelle anzugehen. Denn in einer PArtnerschaft gilt es auch, nicht zu kneifen und dem anderen die Stirn zu bieten. Ich schrieb es ja schon- es ist ein andauerndes Ringen.

Zitat von BitterTaste:
Viele hier schreiben, wir müssen reden. Das tun wir. Jeden Tag. Nicht persönlich Auge in Auge. Weil das zeitlich gar nicht geht.
Aber wir telefonieren und reden ruhig, ehrlich, traurig, friedlich und hoffnungsvoll miteinander.

Das ist nicht schlecht- ersetzt aber das Gesprächt tête à tête nicht. Ohne direkten Kontakt kann man nicht so kommunizieren, wie es notwendig ist. Ihr solltet timeslots finden, wo ihr Euch konkret zusammensetzt und miteinander sprecht. Oder auch mit Begleitung. Vielleicht nicht jeden Tag, aber doch mit maximal 10 Tagen abstand. Ich würde auch strukturierte Gespräche vorschlagen, das kann ich gern auf Nachfragen erläutern.

Zitat von BitterTaste:
Niemand gibt mir Sicherheit. Oder ihm. Kein Mensch dieser Welt hat Sicherheit.
Das hab ich, haben wir, schmerzlich erfahren.


Zitat von BitterTaste:
Wir schaffen das. Wir gehören und halten zusammen. So lange es geht. Es geht so lange es geht. Und geht es nicht mehr, geht es nicht mehr. Wir halten zusammen. Heute. Und mit Glück noch morgen. Und mit noch mehr Glück jeden weiteren Tag, bis unser Leben irgendwann zu Ende ist. Aber vielleicht auch nicht.
Aber heute, heute will ich dein sein und du mein.
Das ist traurig für mich. Nimmt mir aber diesen Zauber und die dankt verbundene Angst, einer so intensiven Beziehung.

Unbedingt. Die Erfahrung, dass Disney nur ein Märchen ist und das "für immer" ein nichthaltbares Versprechen ist gehört zu den bittersten Momenten. Das ist aber nur eine Seite der Medallie. Die Erkenntnis, dass wir nur Menschen sind und wir eben auch ein Stückweit uns im Leben vorantasten ist für mich auch super entspannend. Ich kenne nun die Rahmenbedingungen und es und bleibt meine freie Entschedung, wie ich meine Beziehung gestalte.
Und von mir wird nichts übermenschliches erwartet. Es ist so, wie Du schreibst.

Im Übrigen kann ich mich nur @Wurstmopped s Beitrag anschließen. Auch ich sehe ne Menge Potenzial. Ich rate Euch beiden nur, sich nicht gegenseitig und selbst zu zerfleischen und bei allem Bösen auch in die Zukunft schauen, was ihr den wie künftig machen wollt, welche gemeinsamen Ziel ihr habt etc.

23.08.2021 12:48 • x 3 #104


ElGatoRojo

ElGatoRojo


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Zitat von BitterTaste:
sondern die Tatsache dass unser "für immer!" offensichtlich kein für immer ist. Für immer deiner, für immer treu, für immer zusammen. In Guten wie in schlechten Zeiten.

Den beiden Beiträgen von @BernhardQXY kann ich nur beipflichten. Jetzt, wo du die Geschichte klar geschildert hast, kommen die Konfliktpunkte heraus. Ob es drei, zehn oder 25 Jahre sind, die bis zum "für immer" schon gemeinsam gegangen sind - nie ist eine Beziehung vor dem überraschenden Ende geschützt. Diese Krise zu überwinden ist bei euch eher schwieriger, weil ihr jeder für sich wohnt und ihr euch offenbar nur selten von Gesicht zu Gesicht sieht. Damit könnt ihr zwar Dinge sagen, aber - was für einen neuen Start ebenso wichtig wäre - keine Dinge miteinander tun, die euch neu binden. Damit wird vieles was schon gedanklich geklärt sein kann zwar durch Diskussion stets neu aufgerührt, aber ihr bleibt quasi auf der Stelle stehen.

Er ist froh. dass du dich nicht von ihm abwendest und es ist doch eigentlich positiv, dass er dem Ausdruck gibt. Im Grunde liegt der Schlüssel bei dir. Weder durch Worte, Aufmerksamkeit oder Taten kann er deine Verletzung heilen, wenn du es nicht zuläßt. Deswegen bringen Gedanken an Rache nichts und auch kein Ärger darüber, dass es ihm offenbar gut geht mit deiner Erlaubnis der Wiederannäherung. Natürlich stimmt ihn das positiv, wenn er dich liebt.

Ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass die erste Lösüng von @BernhardQXY zielführend sein kann - der klare Schnitt. Ihr habt jetzt eine Weile euch über eure Krise ausgetauscht und werdet neue weiterführende Erkenntnisse kaum noch gewinnen. Irgendwann wäre eher der Übergang zu einem realerem Zusammensein zu tun, damit sich der Versuch der Versöhnung nicht an endloser Analyse tot läuft.

23.08.2021 13:22 • #105



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