Das Argument, eigentlich läuft alles gut, ist durch die Einschränkung richtig, aber keine Lobeshymne. Andere Länder haben besser und schneller eine Logistik zur Versorgung aufgebaut, Haben große Inmpfzentren, mobile Teams und haben bestehende Infrastruktur integriert.
Infektionsinzidenzen sind nur bedingt aussagekräftig, entscheidend ist schwerer Verlauf und Todesrate. Was die Todesrate betrifft gibt es drei Wellen in den USA und nicht die leisteste Tendenz des Anstiegs (Quelle Worldometer) . Aber auch rein auf die Inzidenz betrachtet hat sich in der USA ein Plateau gebildet.
England wäre noch mit Deutschland bevölkerungsmäßig vergleichbar. Auch sie haben es geschafft in kürzerer Zeit mehr Menschen zu impfen als wir in D. Die Verlaufskurven sehen jetzt wirklich gut aus.
Hierzulande gibt es zwei Probleme. Zum einen das Bestreben, alles möglichst perfekt und gerecht auszugestalten.
Dabei ist es rein gesellschaftlich betrachtet beinahe völlig wurscht wer zuerst geimpft wird, entscheidend ist die Impfung und es ist auch beinahe wurscht, ob nun 60,70 oder 80 % Schutz vor Infektion erreicht werden, solange die erste Dosis einen schweren Verlauf verhindert. Was sie tut.
Statt zu schauen wie man der Beschaffungs- und Verteilungsproblematik begegnet wurde Energie verschwendet, um Kontrollmechanismen gegen eventuelle Ungerechtigkeiten zu installieren. (Jeder Geimpfte trägt zur Herdenimmunität bei, auch jüngere OBs!)
Natürlich traf die Pandemie auf eine krisenunerprobte Regierung. Niemand hatte Ahnung, wie man so einer Katastrophe begegnet. Aber dass jetzt Null Lerneffekte zu beobachten sind und die Auseinandersetzung über den Sinn und Unsinn von Maßnahmen nicht versachlicht werden, blöd und frustrierend. Beispiel gefällig: Die Ansteckungsgefahr unter freiem Himmel ist im Wesentlichen nicht gegeben. Deswegen kommt seitens Forscher, die so etwas begründen können, die Forderung nach Aufhebung von Maskengedöhns und Verweilverboten und Sportverboten und Kontaktbeschränkungen. Entgegnet wurde von Lauterbach, dass das nicht ginge, weil Draußentreffen sich nach drinnen verlagerten. What? Das ist eine persönliche Meinung und durch nichts gestützt. Wenn Grundrechte eingeschränkt werden, sollte man das ganze doch auf möglichst saubere Daten gesetzt werden und vor allem eine Reihenfolge der Einschränkungen von leicht nach schwer sorgfältig abwägen. Anfangs, okay, da gibt es keine Erfahrung. Im 2. Jahr gibt es Untersuchungen, die man nutzen könnte.
Lauterbach argumentiert auf Unterstellungen, um Grundrechte einzuschränken- ein absolutes NoGo.
Und hemmende Bürokratie. Mein Urologe hat ne echt gut gehende Praxis und ist im Förderverein einer Grundschule. Er war bereit, eine Lüftungsanlage (es gibt Studien die zeigen, dass selbst simpelste Konstruktionen die Aerosolkonzentration senken) zu finanzieren. Der Schulträger hat das abgelehnt, weil er - trotz Zusage des Fördervereins auch noch den Wartungsvertrag zu bezahlen unterstellt, dass nicht gewährleistet wäre, dass das Ding auch vorschriftsmäßig gewartet wird. Frage: Wozu bitte schließe ich einen Wartungsvertrag? Die Jungs melden sich proaktiv und machen einen Wartungstermin.

Dasselbe auch in der Schule eines Freundes von mir. Und so ein Ding muss ja auch nicht zwingend für immer bleiben. Aber als Hilfestellung um die Schulen offen zu halten ne feine Sache.
Oder ein großer Ventilatorenhersteller in BW hat angeboten, seine Betriebsärzte und Infrastruktur zu nutzen, um seine Belegschaft zu impfen, sobald er Impfstoff beziehen kann inklusive der Einsatzpläne wer wann gemäß Verordnung dran wäre inklusive Fahrpäne für Transporte. Das ist seitens des Ministeriums abgelehnt worden. Kein Interesse an Unterstützung.

Diese Unsägliche Arroganz zu glauben, eine Verwaltung könnte plötzlich Logistik. Das macht mich nur noch fassungslos und mürbe. Entweder die Hütte brennt und da hilft jeder Tropfen, oder alles ist entspannt und man kann in aller Gemütsruhe alles durchregeln. Haben die Behörden denn nicht den Schuss gehört?
Zum Glück sind die Leute in Ludwigshafen ein wenig schlauer und haben die BASF unterstützt, so dass hier die Belegschaft gemäß der gelieferten Dosen und geltender Verordnung geimpft wird. Mittelfristig so der Plan sollen alle Betriebsangehörige und auch alle Angehörige geimpft werden. So der Plan. Wie ich den Laden kenne, wird das auch klappen. Schließlich haben die seit 1990 Erfahrung im Massenimpfen.
Ein Lichtblick. Und ob des Frustes der oben geschilderten Situation suche ich mir immer wieder Nischen, es mürbt aber, Ich halte mich weitgehend an die Vorschriften und vermeide Kontakte. Abends mal vor die Tür, weil ich tagsüber wegen 37 VC nicht dazu kam mache ich. Trotz Ausgangssperre. Dafür bin ich selten im Büro und treffe nicht auf Kollegen. Und ich fahre auch einfach so, ziellos Motorrad. Auch wenn es in Bayern verboten ist. Mir egal.
Und ich mache jetzt am WE einen auf Florentine und fahre mit dem WoMo durchs Saarland. Und werde die Grauzone Parken vs Campen ausnutzen. Nein, mit anderen Wohnmobilisten wilde Party am Lagerfeuer ist keine Lösung und findet ohne mich statt.
Außerdem scheint die Sonne, ich hatte meinen Sport und kann mich wohlgelaunt dem Tagesgeschäft widmen. Und ganz klar auch ein Lichtblick- ich darf stark sein, meiner besten, aber leider schwer krebskranken Freundin ein Glas selbstgemachte Gemüsebrühe vorbeibringen, erlebte gestern meine Tochter, die ihrer kranken Freundin (man bekommt auch ne schnöde Mandelentzündung) eine frische Suppe vorbeibrachte (doch etwas richtig gemacht in der Erziehung

) kann meinen Sohn in Chemie unterstützen und genieße auch die Früchte meiner harten Arbeitszeit in der Ehekrise.
Vor Dir @Abendrot ziehe ich auch meinen Hut, nicht nur aufgrund Deines Schicksals, aber auch für so ein paar Ideen für die Nachcoronazeit, die habe ich aufgegriffen und vorgenommen. Zumal ich es in meinem Elternhaus auch nicht anders erlebte. Wenig Geld, aber viele Gäste, auch fremde. Und immer genug zu Essen.