Zitat von Sliderman:Lieber whynot , zunächst mal vielen Dank , das du mich mit meinen 61 Jahren für einen Jungspund hälst!
Lieber Sliderman, dann sind wir immerhin der gleiche glückselige Jahrgang.
Allerdings scheinst Du, im Gegensatz zu mir, im Herzen jung und damit zuversichtlich geblieben zu sein.
Ich habe im letzten Jahr, als das alles begonnen hat, einige düstere, aber mir dennoch realistisch erscheinende Ausbicke gewagt, und ohne Übertreibung: alles ist auch so eingetroffen wie absehbar, teilweise sogar schlimmer als erwartet.
Und nun will mir scheinen, dass es keine Zeit "nach Corona" geben wird, keine Normalität, wie wir sie davor kannten, sondern eben eine "neue Normalität", wie das unser geschätzter BK K. gleich zu Beginn angekündigt hat. Und wer sich dieser "neuen Normalität" nicht anpassen will - so wie ich, weil ich weder in einem Alter noch in einem geistigen, seelischen und emotionalen Zustand bin, in dem man (noch) Führung braucht und will und sich nach Belieben manipulieren lässt, sondern selber weiß, was man tut -, der landet bestenfalls im völligen Abseits. Was mir allerdings, recht bedacht, eigentlich egal ist, weil ich ohnehin die Höhle gegenüber der Kastenwohnung bevorzuge.
Zitat von Sliderman:Wenn du schon von historischer Redlichkeit sprichst, solltest du dann schon mit gutem Beispiel vorangehen.
Also Du kannst mir glauben, dass ich mit vielen Leuten über die Kriegszeiten geredet habe, ebenso über die Vor- und Nachkriegszeiten. Dass auch noch einige Jahre nach dem Krieg Elend herrschte und nicht von heute auf morgen eitel Wonne eingekehrt ist, habe ich nicht nur nicht bestritten, sondern anders kann es ja auch gar nicht sein. (So wie es bei C nicht anders sein kann, als dass das wahre Elend noch bevorsteht und noch lange dauern wird.)
Aber der Unterschied ist eben, um diesen Volksspruch zu verwenden: Wenn man, realistischerweise, das Licht am Ende des Tunnels sieht, ist der psychische Zustand ein ganz anderer als wenn man mitten im (immer wieder unvorhergesehenen) Tunnel ausweglos unterwegs ist. Dann nämlich tritt unweigerlich eine sonderbare Art von Lähmung ein, und man kann nichts tun, um etwas zu verbessern, sich zu befreien, zu flüchten oder was auch immer. Sondern man wird in einen Zustand der Hilflosigkeit versetzt und wird vom Handelnden zum Behandelten, wie ein Sack letztlich. Und das fühlt sich nicht nur erbärmlich an, sondern ist es auch.
Zitat von kiefernwald:Die Sorge vor einer erneuten Pandemie wird jede kleine lokale Ausbreitung eines Virus zum Auslöser drastischer Massnahmen machen.
Also diese drastischen Maßnahmen im Fall der lokalen Ausbreitung eines gefährlichen Virus mit einer hohen Letalität gibt es aber schon länger. Und dann sind sie auch sinnvoll. (Man denke etwa an Ebola.)
Es kommt halt immer auf das jeweilige Virus an und auf die Reaktionen darauf.
So wie wenn man nächtlicherweise ein ungewöhnliches Geräusch im Haus hört: Man kann den Dingen erst einmal auf den Grund gehen oder man kann gleich blindlings um sich schießen oder man kann in heilloser Furcht auch aus dem Fenster springen.
Zitat von BrokenHeart:aber vielleicht nach Zahlen .....
Nein, ich vermeide es, im Gegensatz zu manch anderen, prinzipiell, nach Zahlen zu malen. Was soll dabei denn auch schon herauskommen? Da erscheint mir eigene Kreativität doch schon wesentlich sinnvoller als irgendeine Zahlenmalerei.