Zitat von Bayside:Darf ich mal fragen wie alt Du bist.
Ich bin 53.
Und noch ein Wort zu dem " Gast", der meinte, es sei peinlich, Unterhalt vom Ex zu fordern und man könne doch selbst arbeiten gehen:
Du hast absolut keine Ahnung ! Wir reden hier von jahrzehntelangen Ehen, wo ganz offensichtlich der eine Part Karriere machen konnte WEIL der andere Part freiwillig zurückgetreten ist und sich um Haushalt und Kinder gekümmert hat. Das war damals mal eine gemeinsame Entscheidung, die man bewusst getroffen hat. Ich z.B. habe selber Abitur gemacht und eine recht aussichtsreiche Laufbahn bei einer Versicherung eingeschlagen. Nachdem wir uns bewusst für Kinder entschieden haben musste natürlich besprochen werden, wie diese betreut werden sollen. Da wir keine Großeltern in der Nähe hatten, habe ich zunächst Erziehungsurlaub beantragt und bin dann insgesamt 5 Jahre zu Hause geblieben. Danach konnte ich 1 Jahr zurück in meinen alten Job , aber es gab damals noch kein gesetzliches REcht auf Halbtags-Arbeit. Mir wurde 1 Jahr halbtags gewährt, danach hätte ich wieder Vollzeit gehen müssen. Die Rückkehr in den alten Job war dann schon sehr ernüchternd. In diesem Job muss man eigentlich ständig die neuen Gesetze drauf haben und an sämtlichen Seminaren und Fortbildungen teilnehmen um up to date zu sein. Und wenn man nur halbtags dort ist, bekommt man einfach nicht alles richtig mit. Die Folge: von der anfänglichen Top-Sachbearbeiterin mit Blick auf eine weitere Karriere war eine Mitläuferin geworden, die mit Ach und Krach ihr Halbtags-Pensum erfüllte. Immer mit Blick auf die Uhr, wann die Kinder abgeholt werden müssen, den Kopf voll, wie ich alles organisieren soll und öfter mal mit Fehltagen, wenn eines der Kinder krank war. Es war ehrlich gesagt eine ganz schöne Quälerei. Nach einem Jahr wieder Vollzeit zu gehen, wäre überhaupt nicht möglcih gewesen, es gab damals auch keine Ganztags-Betreuung für die Kinder. Also gab ich schweren Herzens meinen Job auf, da mein Mann sehr gut verdiente. Ihm war es mehr als Recht, so hatte er den Rücken komplett frei für seine Karriere.
Als die Kinder dann aus dem Gröbsten wieder raus waren, versuchte ich auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen- eine Rückkehr in meinen alten Job oder irgendetwas Vergleichbares war aber vollkommen unmöglich, meine Sachbearbeiterin bei der Agentur für Arbeit titulierte mich als " ungelernt" und steckte mich in irgendwelche sinnlosen Maßnahmen. Durch Eigeninitiative rutschte ich irgendwann in einen Minijob und darüber dann in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit. Wer jemals in der Gastronomie gearbeitet hat, weiß, wovon ich rede. Das ist Knochenarbeit vom Feinsten, dir tut jeder einzelne Knochen weh, die Füße brennen, du schwitzt im Sommer bei 50 Grad in der Spülküche, du hast in Kürze an den Armen Verbrennungen und alles im Laufschritt - Pausen sind dort ein Fremdwort. Dabei musst du dann auch noch den rauen Ton der Küchen-Crew aushalten und das Ganze dann zum Mindestlohn- auch Hungerlohn genannt.
Währenddessen hat der Ex seine Karriere locker voran getrieben, kriegt Sonderzahlungen, Firmenauto, Firmenhandy, geregelten und bezahlten Urlaub, Sonderurlaub für Fortbildungen, Betriebsrente, hat ein sehr großes Haus in einem Nobel-Vorort. Nebennbei konnte er seine Beziehung mit seiner Geliebten in vollen Züge ausleben, vier Mal im Jahr in Urlaub fahren, sich ein großes luxuriöses Wohnmobil zulegen, jeses Wochenende Party machen. Die Kinder lädt er alle 4 Wochen mal zum Essen ein. Pubertät, Krankenhaus-Aufenthalte, Schulsorgen, Nachhilfe, Liebeskummer und das ganze Programm habe ich alleine gestemmt. NEBEN der Arbeit.
Und jetzt kommst du daher und sagst, man müsse sich schämen, vom Ex Geld zu fordern ? Schäm DU dich !