Zitat von alleswirdbesser: Oder sehe ich es falsch?
Nein, du siehst das schon richtig. Ich versuche es dir aus meiner Sicht mal zu erläutern, weil ich das „Erklären“ sehr gut kenne. Wenn man sein Leben lang "anders" ist, nimmt man irgendwann automatisch diese erklärende Position ein. Man erklärt sich selbst, um verstanden zu werden oder zumindest, damit andere Menschen nicht so hart über einen urteilen. Und irgendwann wird dieses ständige Erklären fast zur Gewohnheit, ein Teil davon, wie man sich in der Welt bewegt.
Dieses "Aliengefühl" ist ein sehr starkes. Man fühlt sich nirgends sicher. Es gibt keinen Ort, an dem man einfach man selbst sein kann, ohne Angst vor Missverständnissen oder Ablehnung. Selbst in Momenten, in denen man eigentlich dazugehören sollte, bleibt dieses Gefühl, irgendwie „anders“ zu sein als würde man immer leicht neben der Spur laufen.
Und genau deshalb finde ich, man muss unterscheiden: Sie steht dazu, dass sie „A-Loch“ gesagt hat. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Das eine ist, sich zu seiner Wortwahl zu bekennen, das andere ist, zu verstehen, warum man in einer bestimmten Situation so reagiert hat.
Es geht also nicht darum, alles mit einer Diagnose zu entschuldigen oder jemanden „pädagogisch zu korrigieren“. Es geht darum, zu verstehen, dass beides nebeneinander bestehen kann: Verantwortung für die eigenen Worte und gleichzeitig das Bedürfnis, verstanden zu werden, warum man sie in dem Moment gewählt hat.
Übrigigens kann ADHS für die fehlende Impulskontrolle zuständig sein, nicht unbedingt der Autismus. Mein Freund ist auch Asperger-Autist, er drückt sich sehr gewählt aus, lacht sich aber kaputt, wenn ich mal wieder meine 5 Minuten habe und Tische anpöble
Ich hoffe, ich konnte irgendwie rüber bringen was ich meine.