Guten Abend zusammen, mir gefällt euer Gespräch
@tesa
Zitat:das ist das Mühesame dran, wenn Dir das Kreuz weh tut, gehst du zum Orthopäden, wenn du Ohrenschmerzen hast, gehst du zum Ohrenarzt ... ich weiß nicht, was ich brauche, deshalb weiß ich nicht, wonach ich suchen soll!
Meinst Du, das ist wirklich so?
Wenn Du im Alltag in Kontakt mit Menschen bist, oder auch hier virtuell, wirst Du doch sicherlich gegenüber manchen Menschen ein angenehmes, oder sogar wohliges Gefühl haben. Manche Menschen bewegen einfach etwas in einem oder man fühlt sich nur sehr wohl und entspannt bei ihnen. Und ebenso sollte es m.E. auch in der Therapie sein. Für mich zählte bei Erstgesprächen gar nicht so sehr, was genau gesagt/analysiert...wurde, sondern meine Gefühle. Als ich bsw. meine Therapeutin das erste Mal sah, wurde ich ganz ruhig, konnte mich öffnen...Ein "Ja" in mir.
Natürlich muss man, wenn man ins Erstgespräch geht, in etwa wissen, was man möchte, woran man arbeiten möchte...aber natürlich kann man noch gar nicht wissen, wohin die Reise geht.
Ich finde dieses Bild dafür ganz passend: Man besteigt einen Berg...und solange man noch nicht oben ist, kann man einfach nicht wissen, auf welche Landschaften man dann blicken wird und wohin man von dort weiter gehen will...
Du bezeichnest Dich als rational und hast vielleicht nicht so einen guten Zugang zu Deinen Gefühlen, oder vertraust ihnen möglicherweise einfach nicht genug. Aber dennoch wirst Du in Gegenwart eines Therapeuten etwas fühlen. Daran kannst Du Dich doch orientieren....
Zitat:ich bin eine Kämpferin ... ja ... weil das Leben ja irgendeinen Sinn haben muss, außerdem verdiene ich es endlich mal richtig glücklich zu sein!
wie meinst Du das? Wie hängt das Kämpfen und der Sinn zusammen?
Und hast Du tatsächlich häufig das Gefühl zu kämpfen?
Ich frage weil es mir früher auch so erging und zwar als Dauereinrichtung. Irgendwann dämmerte es mir, dass sich anzustrengen, zu bemühen, nicht unbedingt das gleiche bedeutet, wie zu kämpfen. So ein innerer Dauerkampfmodus- Kämpfen! kann sehr viel Energie schlucken.
Ich war dann manchmal schon völlig ausgebrannt, bevor ich überhaupt etwas getan hatte
Zitat:wenn es mir gut geht .. hm, ich wollte schreiben, dann bin ich zufrieden ... aber so ist es nicht ... ich bin eine Suchende .... Glück empfinde ich eigentlich nur in einer Beziehung ... als langjähriger Single habe ich mir immer gedacht, sei froh, dass Du den ganzen S******* nicht hast, die Streitereien, das Lügen, das Betrügen ...
Zitat:Dass ich mein Leben in unendlicher Einsamkeit verbringen und irgendwann das Zeitliche segnen werde.
Zitat:ja ... aber ich denke, dass ist doch auch normal, oder? andere haben am Wochenende Familie, machen etwas mit ihren Eltern, Kindern ... ich mach nichts ... alles was ich mache, mache ich alleine oder gar nicht ... (ich muss grad grinsen, weil das alles so erbärmlich klingt ...) ich bin nicht erbärmlich ... ich will nicht mein ganzes Leben alleine verbringen ... ich wollte Kinder, ich wollte eine Familie ...
Nein, Du wirkst hier gar nicht erbärmlich.
Ich kann nur von mir sprechen aber ich denke nicht, dass das Empfinden "unendlicher Einsamkeit..." wenn man keinen Partner oder Familie hat, "normal" ist.
Ich war in meinem Leben viel allein und habe mir manchmal auch Nähe und und und...gewünscht..., aber ich hatte bzw. habe nicht diese Gefühle, die Du beschreibst.
Ich denke schon, dass es ein grundlegendes Bedürfnis eines jeden Menschen ist, innige Beziehungen zu haben..., aber dennoch vermute ich, dass dieses tiefe Gefühl der Einsamkeit, des Verlassenseins andere Gründe hat. Sich nach etwas zu sehnen, es zu wünschen, ist das eine. Etwas anderes ist es, eine gewisse Sinnlosigkeit zu empfinden, wenn man keinen Partner hat.
Oftmals liegt man mit seinen Theorien, warum man denn einsam ist, etwas falsch. Ich habe einige einsame Menschen in meinem Leben kennengelernt. Sie hatten alle ihre rationalen Gründe- mich mag niemand, alle sind vergeben, bin zu alt, zu hässlich....Nach meinem Empfinden stimmte das nie. Wirklich nie. Diese Menschen haben sich in die Einsamkeit hinein manövriert...
Bezüglich des Beuteschemas-
Zitat:Solche Muster kann man also ablegen...
Zitat:Wie geht das? was muss man tun?
Tja, wenn das mal so eben zu erklären wäre

Es war ja eben kein rationaler Prozess. Ich vermute, dass man, je mehr man zu sich selbst findet, andere Menschen deutlicher wahrnimmt.
Vielleicht sind solche großspurigen Typen irgendwo auch ein Spiegel für einen selbst?
Ich war zwar selbst nie großspurig...aber früher schon oberflächlicher (hielt mich selbst natürlich nicht für oberflächlich). Aber versteckt war es schon ein Sehen und Gesehen werden. Davon bin ich heute meilenweit entfernt und ich schrecke sogar zurück wenn ein Mann den dicken Max macht. Es ist ein ganz anderes Gefühl, wenn ein Mann wirkliches Interesse zeigt, oder wenn man merkt, dass im Grunde jede Geste eine Effekthascherei ist. Man kann ja übrigens auch Effekthascherei betreiben, indem man der Frau sonst was ums Mäundlein schmiert. Ein Mann, der sich gar nicht produzieren muss und möchte, sondern einfach nur Interesse an dem hat, was Du, er sagt, hinterlässt ein ganz anderes Gefühl, als so ein Rampenlicht-Typ. Es entsteht echte Nähe. Meistens eher unaufgeregt. Die Kerle, die "Substanz" hatten, haben gar nicht so viel von groooßer Liebe, Einmaligkeit etc. geredet...War auch gar nicht notwenig. Man spürt einfach, dass es ohne großes Brimborium eine Verbindung gibt.
Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass die "lieben" Kerle Dich nie ansprechen, gar nicht in Reichweite sind...Und wenn dem doch so sein sollte, dann wirst Du vermutlich etwas dazu beitragen.
Wie läuft das denn eigentlich bei Dir? Lässt Du Dich erobern? Oder entdeckst auch Du mal einen Mann und denkst Dir- den schnappe ich mir?

Denn Du kannst Dich doch mal umschauen...und wenn Dir einer sympathisch ist (muss ja nicht gleich wie eine Bombe einschlagen), dann sprichst Du ihn an
