Hallo, ich würde hier gerne die Gelegenheit nutzen und mir selbst die gestellte Frage noch einmal ernsthaft zu beantworten. Aber vielleicht nützen die Überlegungen dem Ein oder Anderen hier auch.
Ich versuche nun schon seit über einem Jahr das Leid, welches durch meine letzte N.-Erfahrung in mir verursacht wurde, zu überwinden, mich den "Hoovering-Versuchen" meines N. zu widersetzen, mich mit meinem Leben und meinen eigenen N-Anteilen auseinanderzusetzen, habe mich sehr viel mit dem Thema "Narzissmus" beschäftigt. Da ich mir irgendwann sehr eine wirklich tragfähige Beziehung wünsche und dann sicher erneut mit meiner Angst konfrontiert werde: "Ist das jetzt schon wieder so Einer?", möchte ich zusammentragen, was mir bislang klar geworden ist.
Also, worauf werde ich achten?
Ich werde mir diesmal sicherlich Zeit lassen, wenn ich einen Mann kennen lerne! Mit Allem!
Ich werde sehr sorgsam auf meine eigenen Signale (Empfindungen, Gedanken, Impulse) achten und diese SEHR ernst nehmen, d.h. auch versuchen, entsprechend zu handeln (dies bedeutet allerdings anfangs auch u.U. - ENTGEGENGESETZT HANDELN).
Dies gilt besonders für diese so typische schnelle Anziehung, welche meiner Erfahrung nach ja schon entsteht, obwohl ich den Anderen noch gar nicht wirklich kenne, ich ihn noch gar nicht "geprüft" habe ..Manchmal nur ein paar Mal gesehen habe... diese Vorschußlorbeeren, welche ich in meinen letzten tragischen Verbindungen so schnell bereit war, zu verteilen..
Wenn ich schnell und ständig an Jemanden denke, obwohl ich ihn noch gar nicht kenne, mir in Gedanken schon wieder "eine gemeinsame Zukunft mit dieser Person vorstellen kann" (sinnbildlich für das übertriebene Dahinschmelzen...) etc., obwohl mir der Mensch eigentlich noch ganz und gar fremd ist, werde ich dieses Mal die Bremse einlegen... Werde ich Abstand herstellen... werde ich tief durchatmen, den Kontakt zu einer guten Freundin aufnehmen, die mir erstmal den Kopf wäscht und mich an all das Vergangene erinnert (sollte es mir tatsächlich noch einmal irgendwann entfallen, was ich mir derzeit wieder nur so schwer vorstellen kann...), die Schmerzen, das Ausgelaugtsein, die innere getriebene Unruhe und Angst, das plötzliche Fallengelassenwerden, das schmerzliche Gefühl nur benutzt worden zu sein... Und dann werde ich HANDELN... mir Zeit erbitten, mir Zeit nehmen, mich erst einmal wieder auf mein eigenes Leben besinnen, für dessen Glück ich selbst verantwortlich bin (und auch zu jeder Zeit in einer Beziehung bleiben werde) und dann - vielleicht - wird der Kontakt weitergehen.
Vielleicht.
Denn ein schwerer gestörter Narzisst wird dies glaube ich nur eine bestimmte Zeit "mitmachen" können. Dieses Bemühen, Dranbleiben, echtes Interesse zeigen. Das können N. nur eine zeitlang. Da bin ich mir sicher. Klar erobern sie gerne und begehren und idealisieren auch gerne mal aus der Ferne. Aber lange Zeit können sie OHNE unmittelbare Bestätigung gar nicht existieren. Somit habe ich mir geschworen, ich werde die Augen und Ohren offen halten für jedes Wort, das "er" sagt und mir aufmerksam merken:
Über einen längeren Zeitraum wird mir schon auffallen, ob Widersprüche offen zu Tage treten zwischen dem, was er mal gesagt hat und tut.
Zwischen dem was er mal gesagt hat und wieder sagt.
Wie er damit umgeht, wenn ich Widersprüche anspreche. In der Regel verstricken sie sich, lügen gnadenlos, geben irgendein verquarstes unlogisches Zeug zum Besten, weichen aus, werden unkonkret - unter dem Strich: sie überzeugen mich nicht. Wie oft habe ich erlebt, dass im Nachhinein die Realität haarsträubend "uminterpretiert" wurde. Einfach so. Unfassbar ist das. Aber nun: Es wird eine innere Alarmlampe angehen...
Ich werde seine Fähigkeit, sich selbst reflektieren, prüfen. Tut er nur so? Oder ist er es wirklich. Hier werde ich hartnäckig nachbohren, in seiner Vergangenheit. Werde auch da Widersprüche aufspüren und ansprechen und überprüfen, wie es mir mit seinen Antworten geht... Und meinem Gefühl trauen.
Narzissten sind weder zu wirklicher Selbstreflektion ihrer Person in der Lage, ganz einfach, weil sie sich selbst gar nicht (richtig) kennen... Sie können nicht ihre Gefühle benennen, differenzieren und sie erst Recht nicht "handlungsleitend" einsetzen. D.h. z.B. wenn ich traurig bin, dann habe ich einen Grund, und zwar den und den und daher zeige ich es und stehe dazu. Gefühle sind bei Hardcore-N. kaum spürbar, flach, man kann kaum mit ihnen "mitschwingen". Damit meine ich nicht ihre spürbare innere Verletzung (welche sie ja in ihren ersten Lebensjahren definitiv erlitten haben, womit sie sich aber ums Verrecken nicht beschäftigen wollen), die manchmal durchschimmert. Die habe ich als empathischer Mensch natürlich oft gespürt. Aber da wurde eigentlich nie angemessen drüber gesprochen und wurde nie bei geblieben, damit sie verständlicher werden konnte und ihren Platz im Kontakt hätte bekommen können.
Sie kennen ihr "psychisches Innenleben" nicht. Das ist ja das, was sie eigentlich lernen müssten, aber niemals wollen. Was sie spüren ist diffus und voller großer Schwankungen, die sie selbst nicht verstehen und nur eine begrenzte Zeit im Kontakt verbergen können.
Was sie diffus spüren, bringen sie ständig mit völlig falschen Dingen (inneren und äußeren Auslösern) in Zusammenhang und gewährleisten so, dass sie ihre Größenvorstellung von sich aufrechterhalten können (wann immer es geht). Das erklärt ja auch das ständige Projizieren (meist in Form von Schuldzuweisungen). Es sind immer die anderen Schuld. Später bevorzugt der Partner. Sie können selbst nichts reflektieren, aushalten, eingestehen, einräumen, sind null konfliktfähig. Da kann man sich den Mund fusselig reden.... ANSTRENGEND.
D.h. sie sind innerlich eigentlich ständig unausgeglichen. Oft auch spontan total beeindruckbar, beeinflussbar... Kommt ein neuer Reiz von außen... dann.... All das merke ich nur, wenn ich mir Zeit nehme, eine Person in Ruhe kennen zu lernen. Hat jemand wirkliches Interesse an meiner Person, will mehr von mir erfahren, in einer verbindlichen Art und Weise, dockt er an das, was ihm erzählt habe an...
Ist er zu Wechselseitigkeit im Kontakt in der Lage? Und zwar auch über einen beständigen längeren Zeitraum?
Und ganz wichtig: kann er andere Haltungen von mir respektieren, ohne sofort gekränkt zu sein oder sich angegriffen zu fühlen? Das kann ein Narzisst auch am Anfang nur mit größter Mühe bis gar nicht!
Ich werde heute meine eigenen verwundbaren Punkte im Kontakt mit einem N. nicht mehr vergessen. Meinen eigenen verletzten Selbstwert und die dadurch entstehende Gefahr von einem N. "verführt" und eingewickelt zu werden. Ich bin mir heute meiner Verführbarkeit bewusst, weil genau DORT holt einen der Narzisst ab. Mit der allergrößten Sicherheit wird er mich dort umwerben, mir Honig ums "M... schmieren", mich versuchen zu betören, mir Komplimente machen, weil er spürt, wo ich bedürftig/verführbar bin. Und auch hier muss ich 10 Schritte "zurück gehen", mich sortieren, Abstand halten, beoachten, vorsichtig sein.
Ich höre genau hin, was er für Freunde hat, mit was für Menschen er sich umgibt, wie er über andere spricht. Ganz wichtig.
Da er ja nur Idealisieren, Entwerten und Projizieren kann, wird er ständig auch irgendwas und irgendjemand "entwerten" müssen, um sich selbst aufzuwerten. Ich weiß heute, dass sie ständig solche Gedanken haben (die sie oft - besonders am Anfang - auch gar nicht aussprechen), sie sehen sich ständig im Vergleich. Das ganze Leben ist ein einziger Vergleich. ANSTRENGEND! Wenn ich mich habe einwickeln lassen, passiert ja genau das dann auch mit mir als potentiellem Opfer: Ich WERDE permanent ab- und entwertet. Mal mehr - mal weniger heftig! Wenn ich eines in den letzten Jahren gelernt habe: ich bin megaempfindsam für jede Form von Entwertung geworden und dulde sie nicht mehr. In keinem Kontakt. Auch nicht zu Frauen, anderen Männern, eigenem Kind, Eltern. Geht gar nicht mehr. Das ist ein positives Relikt aus dieser schmerzlichen Narzissten-Verbindung und deren Aufarbeitung.
Außerdem wird - wenn ich mir wirklich mit dem Kennenlernen Zeit lasse - deutlich werden: ein Narzisst kann sich nicht WIRKLICH für einen anderen Menschen interessieren. Er interessiert sich und dreht sich NUR um sich selbst. Andere Menschen werden NUR und ausschließlich zur Bestätigung seiner eigenen Größenvorstellung "benötigt", "benutzt", "gebraucht". Und zwar immer und ständig..
An dieser Stelle werde ich auch genau das ausprobieren: wie verhält sich der Andere, wenn ich ihn nicht von morgens bis abends "anhimmel, lobe, bestätige, verehre"

? Ein waschechter Narzisst wird hier sehr bald das Interesse verlieren.
Das ist ja auch der Grund, warum NACH dem Kontakt mit so einem Menschen NICHTS bleibt, außer heißer Luft. Wirklich furchtbar schmerzlich die Vorstellung, dass der Andere NICHTS von der eigenen Person verinnerlicht hat, mitnimmt in sein weiteres Leben. Sondern einen einfach nur austauscht.
Ich werde daher immer wieder testen, prüfen, überprüfen, was mein Gegenüber von MIR versteht, verstanden hat und wieviel er in der Lage ist, mir über sich selbst differenziert zu berichten... Alles andere ist doch belanglos und ZEITVERSCHWENDUNG. Oh Man, und dabei ist die Lebenszeit so begrenzt. Wirklich schmerzhaft - diese Erkenntnis.
Ich höre jetzt hier erstmal auf. Ich denke, mir wird noch so manches anderes einfallen. Mich beruhigt aber schon, dass es Möglichkeiten gibt, SIE im Kontakt zu erkennen, wenn ich mich immer besser "erkenne". Danke nochmal für die Eröffnung dieser Fragestellung.
Klar, sind sie immer irgendwie besonders, ob besonders charmant, attraktiv, intelligent, geschmackvoll etc. etc. Aber wie hier auch schon öfter geschrieben wurde, ich finde so leicht ist das nicht. Sie kommen in allen Facetten daher und lauern überall und an jeder Ecke - besonders im INTERNET! Gruselig! Manchmal auch total harmlos, "supernett" etc. Ich MUSS weiter lernen auf Männer ANDERS zuzugehen und mir und meiner Wahrnehmung IM Kontakt mit Menschen 1000 %ig zu vertrauen!