Seagull
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Es gab Gespräche. Viele. Aber dennoch ist er sich immer noch nicht sicher.
Wir haben unheimlich viel über unsere Fehler in den letzten Jahren gesprochen. Was wir im Umgang miteinander anders machen müssten, was jeder für sich und in der Partnerschaft "verbockt" hat. Seit Monaten ist unser Umgang sehr viel besser als er in den letzten Jahren war. Viel offener, positiver, wohlgesonnener (nicht genervt, anklagend, etc...). Dennoch ist er sehr zurückhaltend. Sagt: er traut dem Braten nicht. In einem Jahr würden wir wieder Probleme miteinander haben.
Es gab Gespräche in denen ich um Trennung bat. Nach einem davon hat er mich dann in der Küche ganz ganz lange in den Arm genommen und auch geküsst. So lange wie noch nie. Er hat Tränen in den Augen, sagte "das fühlt sich gut an" und ich hoffte, endlich endlich aus diesem Albtraum zu erwachen. Danach war er aber wieder wie immer. Ich fragte, was das dann in der Küche war. Antwort wie immer: ich weiß es nicht. Das tat noch mehr weh, als hätte er das einfach nicht gemacht.
Seine Kälte mir gegenüber ist fast unerträglich (Kälte nicht gleich Gemeinheiten sondern gleich Gleichgültigkeit). Er ist nett und freundlich mir gegenüber. Aber halt null als "Lebenspartner". Vorgestern bat ich ihn daher, dass wir bitte nun die Trennung durchziehen, da ich diese Abweisung nicht mehr aushalte. Wollte er erst nicht. Später hat er zugestimmt ausziehen, damit ich nicht länger leiden muss. Gestern ging es mir damit so schlecht, dass ich ihn abends abgebettelt (!) habe, bitte zu bleiben.
Ich komme mir so schäbig vor. So bin ich eigentlich nicht, so armselig bettelnd. Aber der Gedanke daran, dass er auszieht hat mich zerrissen. Ich musste brechen, konnte nicht schlafen, mir war den ganzen Tag eiskalt, etc...
Seit dem ist es wieder wie immer: Ehe-WG. Ich leide. Aber anscheinend ist mein Leidensdruck noch nicht groß genug...
Der Gedanke "allein" zu sein, ist so dermaßen u-n-e-r-t-r-ä-g-l-i-c-h, dass ich ihm ALLES versprochen hätte, Hauptsache er bleibt. (Das ist auf jeden Fall eine Baustelle, an die ich bei meiner Psyche mal ran muss...)
Meine Freunde können es wahrscheinlich auch nicht mehr hören (doch können sie, sie sind toll...und unterstützen mich sooo sehr. Aber ich habe ein schlechtes Gewissen, die immer zuzuschwallern. Und ich kann mich selbst ja schon nicht mehr für voll nehmen: ich leide wie ein Hund und doch ziehe ich keine Konsequenzen und hoffe immer noch...).
Könnt ihr mir bitte sagen, wie bekloppt ich bin?! Können mir die verlassenen Mamas hier bitte sagen, dass sie -trotz Anhang- auch wieder einen Partner gefunden haben? Könnt ihr bitte mal in die Zukunft schauen und mir mitteilen, was da so abgeht bei mir in der nächsten Zeit?
Danke fürs Zuhören/-lesen

