Zitat von carlos7:@Philinea darf ich fragen, ob deine Freundschaft mit Olli den Korb überlebt hat?
Sozusagen ja.
Ich hatte ohnehin gerade überlegt, hier mal ein Update zu geben, falls es wen interessiert, und jetzt, da ich weiß, dass es wen interessiert, geb ich es gern:
Mein neuer Freund war ja damals im Urlaub, und ich bin dann selbst mit meinen Kindern in den Urlaub gefahren, also waren wir ein paar Wochen getrennt. Auch zu Olli gab es dadurch erstmal Abstand, und ich war auch echt urlaubsreif. Einen Tag vor meiner Abreise hab ich Olli aber nochmal getroffen, wir waren mit Freunden aus, die sich dann aber recht bald verabschiedet haben. Wir waren dann noch ein bisschen zu zweit allein unterwegs, waren tanzen, es war eigentlich ein total schöner und lustiger Abend, aber ich habe weiterhin auf Abstand geachtet, und es ist nichts weiter passiert.
Während meines Urlaubs war es dann irgendwie schwierig, zu meinem Freund Kontakt zu halten. Ich habe gemerkt, dass die Schreiberei zäh war, auch von seiner Seite. Auch die Telefonate mit ihm waren irgendwie anstrengend, verzwungen. Ich habe gemerkt, wie ich mich innerlich von ihm distanziert habe, und gleichzeitig hatte ich auch das Gefühl, an ihn nicht richtig ranzukommen. Ich hab es auch versucht, anzusprechen, wir haben es dann darauf geschoben, dass wir halt beide nicht so die Schreiber sind, und ich dachte mir, wir müssen uns halt einfach wiedersehen und dann reden wir und dann wird das schon.
Gleichzeitig aber hatte ich die ganze Zeit sehr intensiven Schreibkontakt mit Olli. Er ist einfach irgendwie beharrlich dran geblieben, aber ohne dass es mir unangenehm war. Und er hat - ganz anders als mein Freund - die ganze Zeit Anteil genommen an meinem Urlaub (der der erste ganz allein mit dem Camper im Ausland mit meinen Kids war). Er hatte mir außerdem kurz vor der Abreise einen Link zu einer Playlist geschickt, die ich ständig gehört habe, sie war einfach voller richtig guter Songs, und einige davon haben mich auch sehr berührt. Und dann erst hab ich kapiert - er musste mich drauf hinweisen -, dass er die Playlist extra für mich erstellt hat (ja, haltet mich wieder für doof und naiv, aber sie war so lang und umfassend, ich konnte nicht glauben, dass sie neu ist). Und das versteht jetzt vielleicht nicht jeder, aber Musik bedeutet mir sehr viel, und damit hat er in mir was geöffnet. Er hat mir damit von sich erzählt, und das hat mich teilweise sehr bewegt. Ich habe angefangen, mich nach ihm zu sehnen. Zunächst nur emotional, ich konnte mir erstmal immer noch nicht vorstellen, mich wirklich zu ihm hingezogen zu fühlen. Das war irgendwie ein Denkverbot für mich. Aber irgendwann kam auch das. Ich habe angefangen, mir vorzustellen, wie es wohl wäre, mit ihm zusammen zu sein, ihn zu berühren und sogar mit ihm zu schlafen. Mit jeder Faser meiner selbst hab ich mich zu ihm hingesehnt, ich kam nicht mehr dagegen an. Alles, was mein Freund mir nicht gegeben hat, alles was ich gebraucht hab, hat mir Olli gegeben. Das war doch völlig verrückt! Ich hab mir aber beim Schreiben mit Olli nichts anmerken lassen. Ich war völlig durch den Wind und wusste, wenn, dann muss ich das persönlich klären, und zwar mit beiden.
Zitat von Tirami: Nimm Olli
Über diesen Post hatte ich mich damals fast schon geärgert, undenkbar war das! Eine vollkommene Schnapsidee!
Zitat von Casdarius: Offensichtlich ist das so, denn Olli erfüllt ja irgendwie alle Kriterien, die sich viele Frauen wünschen, ...... offenbar aber halt genau diese Kompetenz bringt er nicht mit. Vielleicht auch einfach keine Anziehung da, passiert.
Zitat von Wurstmopped: Er sollte sich mal fragen, warum er nicht so anziehend wirkt, vielleicht weil er emotional verfügbar ist?
Zitat von Hansl: Wer kennt es nicht, als Mann?
Das Weichei ?
Der liebe Typ ?
Der nette Typ ?
Der kinderliebe Typ ?
Der "Mann", der eigentlich alles mitbringt, was sich Frau "ersehnt"?
Allerdings fehlt dann daß entscheidende Merkmal :
Er ist kein Ar.schloch.
Diese Art Posts, liebes Forum, haben in mir nachgehallt. Ich hatte gottseidank in meinem Leben recht selten mit wirklichen Ar.schlöchern zu tun. Aber ich hab mich immer zu diesen unnahbaren, unabhängig wirkenden, coolen Männern hingezogen gefühlt und mich an ihnen abgearbeitet. So wie mein Exmann, und so war auch mein neuer Freund. Vielleicht, weil sie so sind, wie ich gern wäre? Ein Mann wie Olli, empathisch, gefühlsbetont, offen, zugewandt, war mir hingegen immer irgendwie suspekt. Und doch hat er sich langsam in mein Innerstes vorgearbeitet.
Gleichzeitig wurde es immer zäher mit meinem Freund. Wir haben uns vielleicht 1x am Tag noch Nachrichten geschrieben, die fast eher als höflich denn als innig zu bezeichnen waren. In mir wuchs die Gewissheit, dass das das nicht mehr werden würde.
Kurz vor der Heimreise, als wir noch ein paar Mitbringsel besorgen waren, hab ich mich dann dabei ertappt, wie ich 1000 Ideen hatte, was ich Olli alles mitbringen könnte. Ich weiß ja genau, was er mag, wir essen beide gern, ich dachte, wir könnten vielleicht ein Picknick....Um Himmels willen, was machst Du da gerade? - hab ich mich gefragt. Und hab versucht, was für meinen Freund zu finden, und mir wollte nicht recht was einfallen. Und genau in diesem Moment kam eine Nachricht von meinem Freund: er hätte sich während seines Urlaubs viele Gedanken gemacht, wäre in sich gegangen, wo er steht, was er will im Leben, was er braucht. Er müsse mir einiges erzählen. Bis Sonntag! und trotz des Kuss-Smilies am Ende war mein erster Gedanke: Gib mich frei! Ich wusste, er will es beenden, und ich habe nichts weiter als Erleichterung gespürt, denn ich wollte das auch, ich wusste, er ist nicht der Richtige für mich.
Und so war es dann auch: Wir haben uns direkt nach meiner Ankunft zu Hause getroffen und haben uns sehr respekt- und liebevoll voneinander verabschiedet. Und wir waren beide sehr erleichtert.
Und dann musste ich ja noch mit Olli reden. Ich wollte einfach nochmal alles auf den Tisch bringen. Ich war mir auch irgendwie gar nicht mehr sicher, ob er damals kapiert hatte, dass ich eigentlich wieder vergeben war. Ich wollte ihm von meinen verwirrenden Gefühlen im Urlaub für ihn erzählen, und dass mir das irgendwie auch in alles reingegrätscht hat. Ich wollte ihm auch sagen, dass ich mir eine Beziehung oder was auch immer mit ihm eigentlich gar nicht vorstellen kann, weil wir schon so lange befreundet sind, weil ich drei Kinder habe und er gar nicht weiß, was das bedeutet, weil er mal mit einer Freundin von mir zusammen war und das allein schon für mich ein Nogo ist, weil wir so viele gemeinsame Freunde haben und und und.
Und das hab ich dann beim nächsten Treffen auch getan. Ich hatte ganz schön Bammel, ich wusste ja nicht, was passiert, ob er einfach aufsteht und geht, ob diese Freundschaft jetzt am Ende ist und ich den nächsten Menschen aus meinem Leben verabschieden muss. Aber ich hab einfach alles gesagt und erzählt. Und dann hat er mich geküsst.
Und seitdem hat sich etwas Unglaubliches und Unbeschreibliches zwischen uns entwickelt. Ich bin wahnsinnig verliebt, aber das ist nicht alles. Dadurch, dass wir uns ja schon so lange kennen, fangen wir nicht bei Null an. Wir wissen bereits, dass wir die gleichen Interessen, Vorlieben, Vorstellungen vom Leben haben. Wir wissen, wie der andere tickt. Wir müssen und können uns nicht verstellen. Wir kennen jeweils unsere Vergangenheit und haben bereits eine gemeinsame. Und dennoch lernen wir uns nochmal ganz neu kennen. Ich verstehe auch nicht, was ich da eigentlich für Scheuklappen auf den Augen hatte, und manchmal denke ich darüber nach, was gewesen wäre, wenn das alles ein paar Jahre früher passiert wäre. Aber hätte hätte Fahrradkette, das sind sinnlose Gedanken. Ohne die zurückliegenden Jahre, Ereignisse und Erfahrungen wären wir nicht die, die wir heute sind. Ich hab mich noch nie so angenommen und wohl gefühlt. Es ist alles ganz leicht, es ist einfach wunderschön, und ich kann jetzt schon sagen, dass es uns beiden sehr ernst ist.