Zitat von Schnuddel74: Wenn es der beste Freund ist, finde ich es ungewöhnlich, dass man fragen muss...
Finde ich nicht, aber wer das wie bewertet, tut hier nichts zur Sache, denke ich. Aus der Sicht des Partners der TE ist es ein Schritt auf sie zu.
Viel interessanter finde ich an der Wochenendplanung, dass mit keinem Wort darauf eingegangen wird, worauf die TE eigentlich mehr Lust hat - auf das Konzert mit ihrer Freundin oder die Geburtstagsparty vom Freund ihres Partners.
Die Freundin erkundigt sich wegen Konzert, und das erste, was du, @Lost84 machst, ist, deinen Freund zu fragen, ob er was vorhat am Samstag. Das interpretiere ich so, dass du zu dem Konzert nur mitgehst, wenn er keine Zeit hat und du also eh "nichts besseres vorhast" wobei "was besseres" in dem Fall Zeit mit dem Partner wäre.
Als Einzelfall finde ich sowas erstmal nicht problematisch, ich habe aber die Vermutung, dass sowas öfter vorkommt. Also dass der Partner öfter oder sogar immer automatisch Vorfahrt hat.
"Gesund" wäre eigentlich nach 6 Wochen Beziehung, völlig unabhängig vom Partner erstmal für sich zu überlegen, ob man Lust hat auf dieses Konzert und dann entsprechend zu- oder abzusagen. Ob und wie man den Partner involviert, ergibt sich dann im Nachgang.
In der Konstellation hier vermute ich aber, dass Lost84 das genau andersrum macht und erstmal anhört, was der Partner vorhat und danach dann ihre eigene Planung anpasst. Während er fröhlich sein Ding durchzieht und unabhängig Pläne macht ohne die TE.
Ich will das nicht werten, beides ist okay, sowohl wenn der Partner Priorität hat als auch wenn man ganz unabhängig plant. Aber hier haben wir einen weiteren Punkt, in dem es nicht gut passt, weil beide da sehr unterschiedlich agieren. Sie priorisiert ihn, er plant unabhängig. Das ist eine Schieflage in der Augenhöhe oder kann schnell zu einer werden. Im schlimmsten Fall weidet die TE sich irgendwann an einzelnen kleinen Schnipseln, die er ab und zu willkürlich fallen lässt ("feast on scraps") und hungert emotional aus, oder passt sich noch mehr am, um die winzige Zufuhr, die sie brkommt, nicht zu gefährden. Damit wird dann vor allem sie irgendwann nicht mehr zufrieden sein.
Dass sie zuvor einen toxischen, mutmaßlich narzisstischen Partner hatte, lässt vermuten, dass es nicht ihre Stärke ist, ihre Grenzen zu verteidigen. Auch wenn diese Menschen sehr gute Manipulatoren sein und einen gut einwickeln können, muss es doch irgendeine Stelle geben, wo sie andocken. Und das ist in vielen Fällen das Grenzen setzen.
Liebe @Lost84, bitte entschuldige, falls ich das misinterpretiert habe und du normalerweise unabngiger planst oder er dich normalerweise mehr mit einbezieht. Ich möchte dir/euch nichts unterstellen. Nur halte ich dieses Szenario für sehr wahrscheinlich, nach dem, was du so über dich und über ihn schreibst.
Bei meinem Freund war das anfangs übrigens ähnlich. Wir können uns entfernungsbedingt nur am WE sehen, und ich ging davon aus, dass wir das dann auch jedes WE machen und es nicht extra abgesprochen werden muss. Mein Partner hingegen ging wie selbstverständlich davon aus, dass man sich "verabredet", und wenn das nicht passiert, plant jeder für sich. Das hat sich natürlich nach wenigen Wochen schon gezeigt und wir haben es besprochen und gelöst, aber auch hier war wieder ein vorurteilsfreies und nicht wertendes, dafür wertschätzendes Gespräch nötig. Unser Deal ist nun: wenn keiner gegenteilige Pläne äußert, ist das WE Paarzeit. Wenn einer was anderes vorhat, wird das grundsätzlich kommuniziert und ggf der andere gefragt, ob er mit möchte. So funktioniert das gut, und jeder hat die Möglichkeit, sich was anderes vorzunehmen, aber keiner wird in falschen Annahmen gelassen oder vor vollendete Tatsachen gestellt. Aber das mussten wir halt erst so ausmachen und uns drauf einigen, und bei dem, was du so von deinem Freund schreibst, bin ich mir nicht sicher, ob er einem (zB) solchen Arrangement zustimmen würde.
Andererseits halte ich es für wahrscheinlich, dass du wenig sagst, um ihn nicht einzuengen und keinen Druck zu erzeugen (obwohl es keiner ist, da es völlig legitim ist, in die Wochenendplanung seines Partners einbezogen werden zu wollen, aber ER empfindet es möglicherweise als Druck, weil das sein Alarmsystem ist), jetzt bezieht er dich (wenn auch nur aus dem Anlass des Konzerts heraus) mal ein, und dann wirst du natürlich ihm Priorität geben, wenn er das schonmal macht. Vielleicht mit der Agenda, dass er dann merkt, wie schön das sein kann und in der Hoffnung, dass er das dann öfter macht, dich vielleicht besodners amschmiegsam zeigst (-> Risiko, dass du an dem WE, wenn ihr es dann doch zusammen verbringt, nicht "meckern" willst und deine Grenze nicht kla verteidigst), und so würde eine ungute Spirale ihren Lauf nehmen.
Daher auch hier nochmal meine Warnung: pass gut auf dich auf und auf deine Grenzen. Du bist aktuell sehr verwundbar, was dieses Nähe-Distanz-Ding angeht, und er weigert sich, darüber zu reden oder das anzuerkennen und vorsichtig mit dir zu sein. Also musst du doppelt vorsichtig sein.