Heute Abend trafen wir uns in der Nähe ihrer Arbeit. Sie hatte um 20 Uhr Schluss, weil sie Morgen früh wieder um 6 Uhr arbeiten muss. Da haben wir über alles geredet, über das Treffen mit K. über die Letzen Mittwochabende wo ja fast immer was dazwischen kam und über mein Nicht-Erscheinen auf ihrer Hochzeit. Sie war etwas abgehetzt, denn es war wieder viel los auf Arbeit und den Kollegen wäre es lieber gewesen, sie wäre geblieben.
Sie sagte, ich zitiere jetzt nach Gedächtnis: Schon ganz zu Anfang lief das mit dir und Horsti in die komplett falsche Richtung. Es fing bei euren ersten Treffen an, wo du einfach dageblieben bist, obwohl ich dich mehrmals gebeten habe schon vor zu gehen. Danach waren noch ein oder zwei Treffen mit euch und eben der Knall mit dir bei uns im Schlafzimmer, wo du den Schlüssel nicht hattest. Schon beim ersten Treffen war er total sauer, weil wir etwas unter vier Augen besprechen wollten, was ja nicht ging weil du einfach nicht gehen wolltest. Ich wäre ja kurze Zeit später gekommen. So rief er mich an, wir redeten und es klingelte, du warst es. Ich bin erst nicht hin, du hast aber so lange geklingelt bis ich aufgemacht habe. Er war auf 180, weil immer wenn wir telefonierten kamst du, wenn wir in der Stadt waren riefst du an, er hat dich damals Miss 4711 getauft, was ich ihm aber untersagt habe. Irgendwann kamen wir uns doch näher und wir gingen zu mir denn in seinem Haus lebte ja noch seine Frau von der er sich trennte.
Ich habe damals ja die Haustür abgeschlossen und die Kette vor die Tür. Er wollte das nicht, sagte er fühlt sich eingesperrt, ich hätte es wissen müssen, dass das passiert! Danach habe ich es leider vermasselt euch beiden mal was zu sagen, jedes Mal, wenn wir drei zusammenkamen seid ihr immer gleich aufeinander los, ich hatte keine Chance ein Wort zu sagen. Irgendwann habe ich dann gesagt, wenn ihr nicht miteinander könnt, dann werde ich entweder mit dir oder mit ihm zusammen was machen, irgendwann kamen ja die Mittwochverabredungen aber dann ging es von der Arbeit nicht, dann kam mir was dazwischen, dann konntest du nicht und er sagte, nein, die Wochenenden will ich mit dir verbringen und so habe ich das aufgeteilt, Mittwochs du, die Wochenenden er und dazwischen mein sonstiges Leben.
Aber inzwischen ist das so fast stressiger, denn nun macht ihr euch gegenseitig die Zeiten streitig. Dazu fangen alle die euch beide kennen an mich zu fragen, was denn da los ist und wollen mir helfen, dass ich mich besser abgrenzen kann und so weiter. Fakt ist ich kann mich gut selbst abgrenzen, aber ihr müsst mir auch zuhören und respektieren, wenn ich nein sage oder mal nicht kann. Wenn ihr dann immer aufeinander losgeht wird mir das irgendwann zuviel.
Ich habe auch zu Horsti gesagt, ich bin und bleibe deine Freundin und seine Frau, aber das herumzerren an mir von euch beiden das muss aufhören! Ich halte diese Streitereien nicht mehr aus. Auch das du nicht zur Hochzeit gekommen bist, weil es sonst Streit gegeben hätte. Könnt ihr euch nicht darauf einigen, dass ich euch beide mag und das jeder dem anderen seine Zeit zugesteht, dieses blöde Festlegen auf Mittwoch und Wochenende könnte man ja entspannter machen, aber jeder will seine Zeit haben und gönnt sie nicht dem anderen.
Wie soll ich euch beiden gerecht werden, verrate mir das mal! Ich möchte mich nicht für den einen und gegen den anderen entscheiden. Hört zu was ich sage und respektiert einander. Ich weiß, es ist viel verlangt, aber ich komme mit euch so langsam an eine Grenze. Es hätte nicht sein müssen, dass du der Hochzeit fernbleibst, aber ich wusste nicht, wie ich es hinbekomme, dass wir alle zusammen friedlich feiern. Ich würde dich gerne zu meiner kirchlichen Hochzeit im Frühjahr einladen, aber bitte arbeite an dir. Ich habe ihm das gleiche gesagt. Ich hoffe meine Worte erreichen euch und es passiert was in euren Köpfen, so kann es nicht weitergehen, da gehen wir alle dran kaputt. Auch die anderen werden an dem Konflikt zerrieben.
Nun bin ich zu Hause und bin einerseits erleichtert, andererseits auch aufgeregt, denn ich bin gewillt, diese Lage zu verändern, aber er wird sich garantiert wieder querlegen, hat er ja bisher auch immer gemacht.
So gehe ich einfach mal schlafen, morgen darf ich meine Mutter zum Arzt fahren und das wird mich den ganzen Tag kosten. Ist gerade nicht so meine Woche.