Zitat von Sommerlaune: tatsächlich bin ich mir nicht so sicher, ob du oder wir es bei uns belassen müssen. Ich bin seit einem dreiviertel Jahr in Therapie und meine Therapeutin sieht es tatsächlich anders. Sie meint, die Kinder merken das sowieso. Sie sind ja, wie bei dir auch, erwachsen. Und ich wirke da ja auch nicht authentisch.
Das ist interessant, ja. Und das mit dem "Nichtauthentischsein" schleppe ich seit der Trennung mit mir herum und würde ich gerne loswerden. Das schmälert ja auch die Freude, die ich im Umgang mit meinen Kindern empfinde und das finde ich schade.
Zitat von Sommerlaune: Bei meiner Tochter hatte ich es tatsächlich auch nach Weihnachten angesprochen, aber das würde kein gutes Gespräch. Wir haben uns einen Monat später nochmal ausgesprochen und bestimmte Punkte auch geklärt.
Ich habe auch schon mal überlegt, ob ich die Kinder mal proaktiv ansprechen soll - ohne Schlechtreden von Ex und Next. So in etwa, dass ich ihnen sage, dass natürlich ihr Verhältnis zu ihrem Vater plus Anhang überhaupt nichts mit meinem zu tun hat und ich es sehr gut finde, dass sich alle so gut verstehen, aber ich einfach gerne wieder authentischer ihnen gegenüber wäre und ich ihnen daher einfach kurz gerne erklären würde (sachlich, ohne Details und Vorwürfe), wie die Trennung für mich abgelaufen ist und welche "Nachwirkungen" es für mich noch gibt.
Was lief denn bei dem Gespräch mit Deiner Tochter so schief?
Bei meinen Kindern habe ich auch das Gefühl, dass sie überhaupt nicht offen für das Thema sind, daher zögere ich.
Zitat von Sommerlaune: Zum Beispiel schaffe ich es nach wie vor nicht, auf Geburtstage meiner Kinder zu gehen, wenn mein Ex dort ist. Ich bin dann z.b. nur dorthin, wenn ich wusste, er kommt nicht. Jetzt machen wir es so, dass wir im Wechsel kommen. Die Idee hatte mein Sohn vorgeschlagen. Der hat die neue Partnerin vor ca. 2 Monaten kennengelernt und fand sie ganz furchtbar und möchte erstmal nichts mit ihr zum tun haben. Und ja, das tat mir gut, irgendwie ein Gefühl von Solidarität zu spüren. Ich habe ihm gesagt, dass ich denke in 1 bis 2 Jahren wird das evtl. Anders sein und das soll es ja auch.
Hier ist es zum Glück nicht üblich, dass die Geburtstage der Kinder irgendwie im Familienkreis gefeiert werden.
Witzigerweise wäre das für mich aber kein großes Problem, auch nicht, wenn Next dabei ist.
Da spiele ich für eine begrenzte Zeit meine Rolle und gut ist.
Hier steht in nächster Zeit eine Schulabschlussfeier an und dort werde ich vermutlich das erste Mal auf Next stoßen. Das bereitet mir tatsächlich keine schlaflosen Nächte. Ist ja eine begrenzte Zeit und fällt für mich in die gleiche Kategorie wie "unangenehmer beruflicher Termin" (da muss man ja manchmal auch für eine begrenzte Zeit eine etwas anstrengende Rolle spielen und danach kann man wieder entspannen).
Das permanente Unauthentischsein, wie z.B. den Kindern gegenüber, finde ich viel schlimmer.
Zitat von Sommerlaune: Ich glaube der erste Schritt für mich war erstmal, meine Gefühle zu akzeptieren wie sie sind. Ich finde das ja selbst nicht toll und es wäre ja auch für mich viel einfacher, wenn ich denken könnte... schön, die sind jetzt halt dort alle zusammen eine Happy Family. Aber so ist es eben nicht. Im Gegensatz zu dir bin ich immer total froh, wenn ich nicht mitbekomme, wenn Kontakte stattfinden.
Ja, geht mir auch so. Wobei es zwischendrin immer wieder Phasen gibt, wo mir dieser "Happy Family"-Mist auch egal ist. Da hoffe ich einfach, dass das im Laufe der Zeit immer mehr wird und bin dahingehend ganz zuversichtlich.