Zitat von acre: Da ist niemand, der mich in den Arm nimmt oder in den Ar. tritt.
Zitat von acre: Wenn mir dieser Mensch wichtig ist, warum soll ich ihn komplett loslassen.
Zitat von acre: Er ist der Vater meiner Kinder und falls eines von ihnen in dreißig Jahren so verletzt wird, will ich mir mit ihm die Klinke in die Hand geben, weil wir dieses Kind dann bedingungslos unterstützen.
@acre : Ich wünsche Dir zuerst, dass Deine Belastung für Dich tragbar ist und wieder leichter wird. Und dass Dein Ex Dir eine wahre Stütze ist.
Interessant finde ich, dass wir hier zum Teil sehr gleich zu fühlen scheinen - und in anderen Punkten absolut gegensätzlich.
Dein Zitat 1 fühle ich sehr, kann mir aber die "Form" einfach nicht vorstellen und kann mir nicht mehr vorstellen, wie sich so etwas entwickelt (Anwärter gibt's, aber Beziehung? Wie geht das?

Offenbar noch nicht bei mir) .
Zitat 2 ist bei mir null mehr gegeben. Mein Ex ist nicht wichtig für mich, ich fühle nichts an Liebe mehr. Fotos von früher kann ich schlecht ansehen, weil ich so gern dieses Gefühl wieder hätte: lieben und geliebt zu werden. Aber es ist nicht mehr mein Ex. Klar war er wichtig, aber heute nicht.
Zitat 3: Da bin ich wieder komplett bei Dir. Dafür braucht mein Ex in der Zwischenzeit aber keine Rolle in meinem Leben zu spielen. Das funktioniert unabhängig, vielleicht die Trennung Eltern- und Paar-Ebene.
Also ja, warum solltest Du ihn loslassen, wenn er Dir wichtig ist. Du schreibst, Ihr sprecht über Eure Beziehung. Das wäre z. B. etwas, woran ich kein Interesse mehr habe. Vermutlich habe ich eine sehr große Dosis "Du bist mir gleichgültig" von meinem Ex direkt zur Trennung abbekommen, Anfang 2023. Es gab direkt gar kein Gefühl mehr seitens meines Ex.
Damit eine Beziehung lebendig bleibt, muss es eine Gegenseitigkeit geben, egal ob Freundschaft oder Paarbeziehung. Also für mich. Wenn ich das nicht spüre, dann wird auch das Gegenüber irgendwann blass. Bei meinem Ex war das Grausame zu Beginn der Trennung, dass ich noch "gefunkelt und gespürt habe", aber das lief ins Leere bei ihm. Jetzt ist da von meiner Seite nichts mehr. Ich verstehe also, dass Du Beziehung spürst, wenn auch eine andere. Ich würde aber auch mutmaßen, dass Du aus diesem Grund nicht von den inneren Tiefen aus offen bist für jemand Neuen. Aber ist, wie es ist.
Und wiederholt: Alles, was Dir gut tut, ist gut. Wenn die Baustelle gerade woanders ist, nimm alles, was Du an emotionaler und praktischer Unterstützung bekommst, egal woher.
Zitat von KomischerVogel: Gerade weil man selbst den Preis als so unglaublich hoch betrachtet, fragt man sich doch unweigerlich, ob man selbst so ein unerträglicher Mensch war bzw ist, dass man es mit so einem nicht aushalten kann.
Zitat von KomischerVogel: Aber trotzdem zahlen sie ja einen hohen Preis. Und das ist es ihnen offenbar wert.
@KomischerVogel : Ich habe das von Dir sehr oft so gelesen, und Dir wünsche ich, dieses "Unter-Thema" abhaken zu können. Ich sehe es anders, und das heißt nicht, dass Du es auch anders sehen musst. Ich halte die Prämisse für falsch: "einen hohen Preis zahlen". Vielleicht ist Deine Ex jetzt nicht glücklicher als früher oder hat weniger Geld, aber es war eben keine große Hürde, sich zu trennen. Bei meinem Ex auf alle Fälle nicht, weil er sich
in unserer Beziehung gelöst hat.
Und ich würde gern nochmals an den Unterschied "Weg-von"-Ziel und "Hin-zu"-Ziel erinnern.
Es wirkt, als ob Du Deine Beziehung idealisierst und damit haderst, dass sie sich "einfach" getrennt hat, auf eine perfide Art. Ich frage mich, ob Du wirklich nie daran zweifelst an Eurer Beziehung. Ob Du, gerade weil Du die Veränderung Deiner Ex so deutlich siehst, nie überlegst, ob es - heute - gut ist, dass Ihr getrennt seid. Also für Dich.
Für mich war Trennung außerhalb meiner Gedanken. Mit der Form der Trennung werde ich immer hadern. Heute denke ich, über diese lange Zeit von 25 Jahren bei uns haben wir uns verändert. Und die Beziehung war für mich gar nicht gut. Ich habe es nicht gesehen, weil ich es nie in Frage gestellt hätte. Hast Du solche Gedanken nicht?
Zitat von Heffalump: So schlimm kann ich nicht gewesen sein, es hielt 23 Ehejahre, plus 4 Jahre vorher
Genau das: Ich sehe meine Beziehung nicht als "gescheitert". Bei uns waren es 25 Jahre, und vielleicht die letzten fünf hätten wir uns sparen können bzw. hätten uns schon nach 15 Jahren besser mal zusammengesetzt und versucht, uns wieder zu fühlen.
Zitat von Heffalump: Ich, dachte, ich war glücklich.
Das ich es nicht war, bemerkte ich nicht an der Oberfläche, mein Unterbewusstsein schrie schon, aber ich hörte es nicht.
Siehe oben, same hier.
Zitat von KomischerVogel: Aber ich stelle mir das schwierig vor, weil ich mir dann vielleicht die Frage stellen würde, "Warum das Ganze?"
"Warum das Ganze" geht mir manchmal durch den Kopf, ohne mich mit meinem Ex zusammensetzen zu wollen, aber: Warum so viel Lügen und Betrug. Dass sich Menschen in Beziehungen aber nicht mehr guttun und dass es da vielleicht auch nichts mehr zu reparieren gibt, sehe ich heute auch.