Zitat von KomischerVogel: In der Ehe trifft man Arrangements, die beide tragen. Keiner wurde gezwungen.
Nach der Ehe ist das eben vorbei.
@KomischerVogel : Wir hatten das ja schon mal zusammen als Thema.
Ich möchte ein Beispiel bringen zum Trennungs- oder Ehegatten-Unterhalt, in der Hoffnung, dadurch nochmal zu erklären, warum ich diesen - in sehr vielen Konstellationen - für richtig halte, und zwar auch moralisch, wenn die EF (wie Deine) die Verlasserin und Betrügerin ist.
Zwei Punkte:
1.) Dir wünsche ich, dass Du auch bei diesem Nach-Trennungs-Thema zu Akzeptanz kommst. Und das kommst Du nur, wenn Du Dich dafür entscheidest. Denn das scheint was zu sein, das Dich immer und immer wieder triggert. Also unabhängig davon, ob mein Beispiel in Punkt 2 für Dich akzeptabel ist

- einfach für Deinen eigenen Seelenfrieden. Es ist ja trotzdem so, wie es ist. Akzeptieren ist eine Entscheidung und danach ist Loslassen der nächste Schritt.
2.) Mein Beispiel: Zu Beginn einer Ehe treffen die Partner Entscheidungen oder sie sind gezwungen, diese zu treffen, wenn Kinder kommen. Gehen wir davon aus, dass beide sich dafür entscheiden, dass die Frau (in der Regel ist es die Frau, deswegen bleibe ich dabei) maximal Teilzeit arbeitet und den Hauptteil der Care-Arbeit übernimmt. Im besten Fall unterstützt von Fremdbetreuung. Zu Care-Arbeit gehört aber immer noch Haushalt, Mental Load etc. etc. - es ist nicht nur "satt und sauber".
Vergleich: Beide Partner fangen also an, ihr Lebenshaus zu bauen: Die Frau baut ihr Teilzeit-Haus, der Mann sein Vollzeit-Haus. Mit eben den vereinbarten Zeit- und Geldanteilen. Ok? Rate, welches Haus in Sachen Karriere und Gehalt am Ende der Ehe höher ist? Klar, das des Mannes - und zwar unabhängig von der Qualifikation. Vielleicht wächst das Haus der Frau grundsätzlich etwas weniger, weil ihre Qualifikation von Anfang an niedriger war. Aber ohne Care-Arbeit hätte sie vielleicht nachqualifiziert, egal.
Allein die Care-Arbeit führt dazu, dass sie am Ende der Ehe
bei einer niedrigeren Gehaltsstufe und einer niedrigeren Karrierestufe steht. Und der Mann mit hübsch freigehaltenem Rücken eben 5 Stockwerke höher.Und das soll überhaupt keinen Ausgleich geben, dass der Mann am Ende der Ehe in einem 10 Stockwerke hohen Haus sitzt und 5 davon vermieten kann und die Frau in einem 4 Stockwerke hohen Haus? Diese Frau wird das zeit ihres Berufslebens nicht aufholen können. Ihr Berufshaus wird niemals so hoch wie das des Mannes. Und der Auslöser, der Stein am Anfang - der ist das gemeinsam getroffene Arrangement. Ist das anschaulich? Ich hoffe.
Und ja: not all men, not all women, Querfinanzierung, kann's alles auch geben, auch das:
Zitat von KomischerVogel: Auf der anderen Seite gibt es aber auch Konstellationen, wo der Papa die zwei Kinder drei Tage die Woche betreut,
Klar gibt es das. Das ist aber auch bei @Immerwieder1 nicht so.
Wir sind uns also komplett einig, dass das deutsche Unterhaltsrecht Panne ist.
Ich würde mir echt wünschen, dass Du hier differenzierter bist. Und auch, dass Du mit Deiner eigenen Zahlverpflichtung nicht so furchtbar haderst. Ich schätze Dich hier und das tut mir echt immer leid zu lesen.