Ich schaffe es zurzeit leider nur verzögert zu antworten, möchte das aber gern:
Zitat von Susi01: Aber geht es dir nicht auch manchmal so dass du für die Freundinnen wenig Energie hast? Eine Freundschaft ist ja auch ein Geben und Nehmen und mir fällt auf das ich für Geben manchmal nicht die Kraft habe.
Ich glaube, Deine und meine Situation sind null vergleichbar, auch was das Gegenüber betrifft, also Deinen Ex. Ich kann mir gut vorstellen, dass Du auf dem Zahnfleisch gehst, und ich wünsch' Dir, dass Du Dich selbst wichtig genug nimmst, Zeit für Dich rauszuschlagen. Ich glaube, das braucht jeder Mensch und vor allem alleinerziehende Mütter. Aber ich fühle Deine Frage mal rückblickend für 2023 - da war meine Puste unter null.
Ich hab Freundschaften immer so gesehen wie Du: geben und nehmen. Das hat sich nach meiner Trennung übergangsweise verändert, weil ich einfach nicht mehr konnte. Bei mir haben sich auch oder dadurch Freundschaften verändert: Menschen, die mir vorher weniger nahe waren, hätte ich jederzeit anrufen können, weil sie da waren. Andere sind eher verschwunden. Ich bin fest davon überzeugt, dass gute Freunde nicht aufrechnen in Zeit. Auch wenn Du noch Jahre gefühlt "zu wenig" Energie hast, wünsche ich Dir ein, zwei Freunde, die da sind und nicht aufrechnen.
An Deiner Stelle würde ich vielleicht mal ansprechen, wenn Du das Gefühl hast, Du bist "zu viel" und Du gibst zu wenig. Ich könnte mir gut vorstellen, dass das Deine Freundinnen gar nicht so sehen, sondern Dich und Deine Situation wahrnehmen. Ich finde übrigens nicht, dass Geben und Nehmen in Freundschaften immer 50:50 sein muss, also auch längerfristig nicht unbedingt.
Für mich hat sich eh durch die Erfahrungen nach der Trennung mein Blick auf meine Freundschaften verändert. Vermutlich "gebe" ich generell etwas mehr. Finde ich völlig ok. Aber: Ich schaue heute genauer hin, wie die Balance ist bei Menschen, denen es gutgeht und die trotzdem mich reinbuttern lassen. Ich war früher mehr "people pleaser", um es anderen Menschen quasi zu erleichtern, mit mir in Kontakt zu sein. Das mache ich weniger, und das ist gut für mich. Habe nicht weniger Freunde, aber zum Teil andere.