@Susi01 Rein rational bin ich voll bei dir. Aber ich konnte es nicht. Ich weiß nicht, warum ich immer wieder pieken und nachfragen musste.
Mit therapeutischer Unterstützung wäre vieles bestimmt schneller und mit mehr Abstand passiert. Ich habe mich halt nie darum gekümmert. Die einzigen Vorteile, die das ganze hatte, ist, dass meine Kinder sich noch in so etwas wie eine Kernfamilie eingebettet fühlen und dass es für mich keine alte Wunde ist, die man aufreißen kann. Es ist ziemlich solides Narbengewebe geworden, dass langsam zusammenschrumpft. Es ist im Grunde das, was @Caecilia beschreibt.
@Jamirah Das mit der Verantwortung und den Anteilen ist so eine Sache. Klar, möchte Ex, dass ich Verantwortung und Anteile übernehme. Er sagt, hätte ich damals mehr in ihn vertraut, hätte er das hinbekommen und zu mir zurückgefunden. Ganz viele Gespräche aus der Zeit, die bei mir massive Spuren hinterlassen haben, erinnert er gar nicht mehr. Er weiß nicht, um die Härte und Unnachgiebigkeit mit der er mir begegnet ist. Sein Kopf und sein Herz waren ja schon weg. Also, welche Anteile soll er sehen?
Und vielleicht ist das auch ein bisschen für dich @Caecilia. Bei uns ist diese Zeit der Trennung so unterschiedlich erlebt worden, dass es den gemeinsamen differenzierten Blick nicht gibt.
Zitat von KomischerVogel: Schade finde ich, dass man das auch mit Abstand nicht so sehen und als 'unanständig' einräumen kann.
Die drei Warmwechsler, die ich kenne (nur bei einer hat die Beziehung dann langfristig gehalten) empfinden sich selbst nicht als "unanständig". Es war für sie immer ein notwendiger Schritt aus einer Beziehung heraus, die nicht mehr funktioniert hat.
Auch ich von der anderen Seite dieses Dreiecks halte es für verständlich, dass man manchmal feststellt, dass das alte nicht mehr passt, weil man das neue in den Blick gerät.
Das schwierige an unseren Situationen sind doch die vielen Jahre und das gemeinsame Leben. Ich war auch zum Ende unserer Beziehung noch so verliebt, dass sich Ex nicht "anständig" von mir hätte trennen können. Ich hätte es halt einfach nicht gerafft. Vielleicht wäre die Anfangszeit weniger turbulent gewesen, weil zumindest einer von uns einen Plan jenseits von Gefühlen gehabt hätte, aber meine Verletzung wäre nicht weniger
gewesen.
Du hast ja mal geschrieben, dass deine Ex narzisstische Züge aufweist. Wie soll so jemand so sein eigenes Verhalten an den Verletzungen an anderen messen?
Ich will damit nicht jeder sagen, dass es okay ist. Aber ich kann Ex in seinen Fähigkeiten und Grenzen sehen, und ich kann mich in meinen Fähigkeiten und Grenzen sehen und dafür ist es ganz okay geworden