Zitat von Caecilia: Was ich getan habe: Zunächst mal dafür gesorgt, dass der Mann und ich uns nicht mehr sehen und keinen Kontakt mehr haben. Dann: Reflektiert. Zunächst habe ich mir natürlich auch die Frage gestellt, ob mir in meiner Beziehung etwas "fehlt", bin dann aber recht schnell zu dem Schluss gekommen, dass diese Frage schon falsch gestellt ist. Ich würde eher fragen: Ist diese Beziehung "richtig" für mich und mein Leben? Fühlt sie sich für mich gut an? Ist dieser Mensch (neben meinen Kindern) der wichtigste für mich? Ist es Liebe, was ich für ihn empfinde? Die Antwort auf all diese Fragen war für mich ganz klar "ja". Ich wollte nichts tun, was diese Beziehung irgendwie gefährdet (hat nichts mit Moral zu tun, auch aus ganz egoistischen Motiven, weil mir die Beziehung wichtig war).
Danke dir für deine ausführliche Antwort. Du triffst damit genau meinen Punkt. Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass Ex das nicht gemacht hat und auch nicht mehr so empfunden hat.
Wäre Next zwei Jahre früher aufgeschlagen, wäre es vielleicht anders ausgegangen, aber an dem Punkt wo sie in sein Leben kam, war die Beziehung nicht mehr richtig für ihn.
Zitat von Caecilia: Ich glaube aber, dass zumindest meinem Ex tatsächlich dieses ständige Hinterfragen (und ggf. gemeinsame "Nachsteuern" zusammen mit mir) z.T. gefehlt hat.
Ist das eine realistische Forderung? Ist das schöne an so langen Beziehungen nicht, dass man nicht ständig hinterfragen und steuern muss?
Das geht auch ein bisschen Zusammen mit @Unterwegs2023 Beitrag zu "Beziehungsarbeit".
Zitat von Unterwegs2023: "It's not like people don't know what to do [in einer Beziehung]," Perel says. "They've often done it in the past. But they've stopped doing it and they basically have treated their relationship like a cactus, and then they're surprised that even the cactus can die."
Die Frage ist doch, warum hören sie auf es zu tun.
Ex und ich sind so unterschiedlich, dass vieles "Arbeit" war. Aber es hat ziemlich lange ziemlich gut funktioniert, weil die Basis große Liebe war. Damit waren viele Kompromisse mögliche, es gab viel Großzügigkeit zwischen uns. Es war leicht aufmerksam und zugewandt zu sein. Und dadurch hat es sich nicht wie "Arbeit" angefühlt.
Als die Liebe ging, wurde es Arbeit. Aber die Liebe ging zuerst.
Auch wenn ich wirklich lange mit der Trennung gehadert habe und mir manches schön geredet habe, bin ich jetzt auf dem Stand das es so okay ist.
Ich weiß für mich nicht, ob ich um diese Beziehung hätte "kämpfen" wollen. Ich hätte es mit Sicherheit gemacht. Aber es hätte mich einiges gekostet und ich kann mir irgendwie nur schwer vorstellen, dass dieses Gefühl der großen Sicherheit in der Beziehung zurückgekommen wäre. Hätte man die Liebe zurückquatschen können?
Eine Sache, die ich mit der Trennung gelernt habe, ist es anzunehmen, dass Menschen so sind wie sie sind und irgendwann gibt es nicht mehr viel Veränderung. Ex und ich haben relativ lange relativ gut gepasst, aber es gab immer schon die Stellen, wo wir nicht gepasst haben. Die wurden irgendwann anstrengend auszugleichen. Vielleicht wäre es ohne Trennung irgendwann wieder leicht geworden, vielleicht hätten wir uns aber nach und nach aneinander aufgerieben.
Jetzt sind wir wieder an einem Punkt mit viel Großzügigkeit zwischen uns. K1 und Ex haben mich gestern beim Abendbrot zusammen liebevoll verarscht und das ist einfach ein großes Geschenk.
Ich möchte eine Beziehung, die sich leicht anfühlt. Für die wichtigen Menschen in meinem Leben muss ich mich nicht sehr anstrengen. Da denke ich automatisch an wichtige Ereignisse, interessiere mich für deren Alltag und will Zeit mit ihnen verbringen.
So, und jetzt fahre ich auf den Flughafen, schreibe meine Telefonnummer an die Wände der Personaltoiletten, damit mich nicht irgendwann Haustiere aufessen.