Liebe alle,
geht’s Euch gut? Ich habe das Gefühl, dass viele aus „unserem“ Thread noch mitlesen. Ein Update von mir:
Mir geht’s ja länger schon gut: Die Trennung ist 2,5 Jahre her (so lange wie die Affärenzeit ging, fällt mir gerade auf

) Für mich waren das im Rückblick 2,5 Jahre „Truman-Show“, leben in einem Leben, das es gar nicht gibt …
Was ich bis vor kurzem hatte, war diese leichte Wehmut, dass wir keine Familie mehr sind, weil das oft geborgen und schön war. Diese Wehmut ist irgendwie weg. Es bleibt eher ein schales Gefühl beim Gedanken an das, was mein Ex veranstaltet hat. Am meisten leid tut es mir für unsere Kinder, die einen rein höflich-distanzierten Kontakt zu ihrem Vater haben, weil sie die Affären untragbar finden. Ich hoffe, dass sich das mit der Zeit noch verändert. Vielleicht ist meine Wehmut weg, weil ich – durch neue Beziehungen/Freunde – merke, wie viel ich damals ausgeglichen habe, damit wir überhaupt ab und an harmonisch als Familie sein können, und wie stressig das oft war. In gesunden, lebendigen Beziehungen macht das nicht nur eine Person …
Naja, was mir noch aufgefallen ist: Letztlich habe ich mein Leben weiterhin auf die Trennung bezogen bis jetzt. Klar, durch die Trennung hat sich mein Leben komplett geändert, auch im Außen: Wohnort, Job, letztlich Hobbies, Freundschaften … Aber durch diesen Rückbezug spielte die Trennung bis heute eine Rolle, faktisch tut sie das heute aber nicht mehr. Ich habe z. B. lange gesagt: Ich bin getrennt, als Beispiel. Heute würde ich sagen: Ich bin Single oder ich bin ungebunden (wenn ich mal wieder ungebunden bin

). Vielleicht klingen die Gedanken für Euch sehr theoretisch, aber in mir fühlt es sich richtiger an, mich nicht mehr auf die Trennung zu beziehen. Das hielt mich in der Vergangenheit fest.
Und ein bisschen ist es so auch mit dem Forum: Ich war dauereingelogged und hab täglich bisschen gelesen, aus Gewohnheit, selten mit dem Gefühl, hilfreich sein zu können. Ich gehöre hier nicht mehr hin, glaube ich. Hab neulich mein eigenes Thema unter meinem alten Nick gelesen (ich hatte damals um Anonymisierung gebeten und den Namen gewechselt, weil ich zu detailliert war in meiner Verzweiflung), ganz andere Zeit. Gefühlt ist hier die übernächste Generation unterwegs. Zusätzlich: Sehr viele neue Forennamen ohne eigenes Thema und ohne jeglichen Trennungsschmerz, die sich gefühlt gut auskennen. Wiedergänger erkenne ich selten, aber wundere mich manchmal. Plus Unmengen allgemeiner Threads, die in schöner Regelmäßigkeit eskalieren, weil kaum eine/r zuhören oder sich austauschen will, geschweige denn die eigene Meinung justieren oder gar ändern.
Das tut mir nicht gut, merke ich. Werde mich also zumindest mal ausloggen (hah, ein schwerer Schritt, wirklich!) – und falls mir jemand schreibt oder mich erwähnt, bekomm‘ ich’s wohl noch mit.
Ich hoffe, es geht Euch gut. Ihr alle in diesem Thread habt mein Leben bereichert, ganz unironisch. Danke!
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