Jamirah
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Zitat von acre:Es waren vielleicht nicht ganz zwei Jahre, aber ich habe lange gehofft, die Beziehung zurückzubekommen. Gar nicht so sehr wegen Ex, eher weil ich mein Leben mit Ex so gemocht habe. Und jetzt befinde ich mich auf dem Weg wo ich denke, es ist okay.
Ich denke man kann es nur zeitlich vergleichen. Ich wollte so sehr, dass mein Mann zurückkommt, dass ich sofort verziehen hätte und keine Bedingungen stellen wollte. Du hast wie ich erinnere, versucht, Ursachen zu ergründen, Verletzungen als schlimm zu sehen und damit 2.0 in Frage gestellt. Das fand ich stark. So konnte ich es nicht. Ich habe mit Hilfe des Therapeuten erst richtig Abschied genommen im dritten Jahr. Da wurde die Frage beantwortet, wie wäre die Beziehung gelaufen, wenn sie fortgeführt worden wäre. Wie wären wir mit den unterschiedlichen Entwicklungen unserer Persönlichkeiten umgegangen. Wie hätte es mit dem Vertrauensverlust weitergehen können. Mein Ex war immer schon in Ansätzen egoistisch, er wurde es immer mehr. Verantwortung für andere wollte er nicht. Geliebte Menschen in seinem Leben wollte er nicht haben,die ihn behinderten. Die ersten zwei Jahre war reiner Schmerz, die nächsten 11/2 Jahre war Trauer und Aufarbeitung. Am Ende der Aufarbeitung wurde mir klar, dass ich durch eine Weiterführung nicht glücklich geworden wäre. Seine Entscheidung hat dann mir ermöglicht, tief drin zu kapieren, also emotional, dass es gut so ist. Dann konnte ich loslassen, habe mich auf die Kinder und die erweiterten Familie eingelassen.
Zitat von Balu85:Diejenigen die eigentlich glücklich waren in der Beziehung und von heute auf morgen abserviert haben andere Dinge zu verarbeiten als diejenigen die selbst in der Beziehung Baustellen sahen, aber für das große Ganze eben zurückgesteckt haben weil "eigentlich passt ja alles und dies oder jenes ist ja nicht so wichtig usw. "
Ja, so sehe ich es auch. Aber ich finde noch etwas anderes wichtig. Die meisten haben mit dem oder der Ex eine Familie gegründet. Das schafft, wenn es gut läuft erst einmal eine enorme Bindung. Ich erinnere mich an unzählige wunderbare Momente mit Ex. Manchmal mit Wehmut, manchmal mit dem Wissen, dass es was Schönes in meinem Leben gab. Das habe ich bei meinem neuen Partner so nicht erlebt. Ich meine das Kinderverbindende. Wir haben etwas gemeinsam geschaffen. Ex und ich. Deshalb ist das für mich anders. Ich habe mich neu einlassen können, weil ich fertig war mit der Liebe zu meinem Ex. Ich habe mich super gefreut, dass ich wieder Nähe zu einem anderen herstellen konnte, Vertrauen zu einen anderen Mann entwickeln konnte und mit einem völlig anderen Charakter Spannungen erlebe, die mein Leben bereichern. Wir sind keine Familie. Finanziell getrennt lebend, trotzdem großzügig. Wir machen viel zusammen, die Kinder empfinden ihn als Bereicherung. Ich mag mit ihm älter werden und kann reden, lachen und schweigen mit ihm. Das passt für mich. Vielleicht habe ich durch die Trennung gelernt, dass die einzige Konstante des Lebens die Veränderung ist. Todesfälle, die Eltern werden wirklich alt, die Kinder groß mit eigenen Lebensentwürfen. Man muss sich immer wieder darauf einstellen.
Ich wollte immer Familie. Nun ist es eine andere als geplant. Die Frage, ob es ohne Trennung das Glück geblieben wäre, weiß ich nicht. Spekulier ich nicht mehr. Ich konnte mich wieder einlassen. Das ist jetzt Teil meines Glücks.