Zitat von Warsdas: Du bist da schon viel weiter als ich. Wie hast du geschafft, dich da so klar abzugrenzen?
Indem ich einfach so viel darüber gelernt habe, was genau jetzt gerade eine Projektion ist.
Mittlerweile kann ich schon während er spricht sehr genau differenzieren, was seine eigenen Themen sind, wenn er mir Vorwürfe macht.
Und ich denke schon währenddessen: Da brauche ich gar nicht Erst drauf eingehen. Das ist SEINE Wahrnehmung von Dingen, die ICH ganz anders wahrgenommen habe.
Das akzeptiere ich jetzt auch.
Wenn er mir also Vorhaltungen macht, was er ja alles für mich getan, wo er mich überall unterstützt hätte usw., denke ich mir nur noch:
Und? Du bist ein erwachsener Mann und hättest damals einfach mal SAGEN können, wenn dir irgendwas gegen den Strich gegangen ist...nicht mein B.
🤷🏻♀... Eigenverantwortung sage ich da nur.
Mal ganz abgesehen davon, dass ich ihn ja genauso unterstützt habe (wie man das in einer Partnerschaft eben so tut), was er aber völlig unter den Tisch kehrt.
Darüber rege ich mich aber nicht auf, weil ich weiß, dass er im Moment gar nicht anders darüber denken KANN, als diese Schwarzmalerei zu betreiben.
Denn er will sich scheinbar nicht selbst reflektieren und sich auch keine Hilfe dazu holen.
Nochmal: Nicht mein B.
🤷🏻♀Ich denke, irgendwann ist man zusätzlich einfach auch emotional ziemlich abgekoppelt, dass man das halt so neutral betrachten kann. Das braucht Zeit.
Zitat von Warsdas: Die Ehetherapeutin, bei der wir ein paar Mal waren, hat immer wieder betont: es haben beide ihre Anteile (= Schuld) (das sagt sie sicher jedem Paar).
Ja, beide haben Anteile daran.
Von "Schuld" würde ich hier nicht so sprechen.
Es ist eben der Lauf der Dinge, dass Menschen sich verändern. Und in einer Partnerschaft entwickelt man sich hin und wieder voneinander weg, wenn man nicht aufpasst.
Bei mir stimmen meine Anteile, die ich für mich reflektiert habe, aber nicht mit seinem Eindruck meiner Anteile überein.
Er gibt mir die Schuld, dass er sich selbst aufgegeben hat (wenig reif im Übrigen). Ich sehe (vielleicht etwas neutraler), wo wir uns vorher schon auseinanderentwickelt haben. Ich es aber nicht bemerkt habe.
Und das hat für mich persönlich überhaupt nichts mehr mit "Schuld" zu tun. Nur mit dem Lauf des Lebens.
Zitat von Warsdas: Aber vielleicht muss man es so sehen: das gibt niemandem das Recht, uns so zu behandeln.
Das Ding ist vielleicht nicht, dass jemand nicht "das Recht" hat, dich so zu behandeln, als viel eher, dass DU dich nicht so behandeln lassen musst.
Und damit meine ich nicht unbedingt auf Contra zu gehen oder auszuteilen, sondern dass DU selbst für deine Gefühle verantwortlich bist.
Du kannst dich entscheiden, ob du es an dich heranlässt oder nicht.
Ich weiß, das klingt jetzt vielleicht esoterisch, aber andere Menschen sind eben nicht für deine Gefühle verantwortlich.
Und vor allem kannst du DIE ANDEREN nicht ändern. Du kannst immer nur dich selbst bzw. deine Einstellung dazu ändern.
Auch das braucht natürlich Zeit.
Ich schaffe es mittlerweile wohl ganz gut. Da sind meine Eltern oder Freunde manchmal sogar empörter als ich über manche Äußerungen von ihm, die ICH aber gelernt habe, zu übergehen.
Schlussendlich habe ich aber kein Geheimrezept. Mir persönlich hat es sehr, sehr geholfen, eben doch psychologisch auf sein Verhalten zu gucken. War dahinter steckt.
Denn das hat mich zur Erkenntnis gebracht, dass ICH maximal der Auslöser für irgendwas bin, was viel tiefer in IHM nicht ganz rund läuft.