acre
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Ich weiß auch nicht, was und wieviel ich davon verzeihen will.
Ich habe die drei Monate gebraucht, um ihn wahrhaftig gehen zu lassen. Und ich bin heilfroh drum, dass ich mir nicht mehr darüber Gedanken machen muss, was ich verzeihen kann. Weil es kein zurück mehr gibt.
Alles, was jetzt kommt, mache ich um meinetwillen.
Und auch wenn ich ein großer Fan von Wut und Zorn bin, weil es mit dem richtigen Umgang superhilfreiche Emotionen sind, will ich sie für mich nur noch begrenzt.
Sein Verhalten hat schon so viel kaputt gemacht. Ich will ihm nicht noch mehr zugestehen. Er hat getan, was er getan hat. Aber mir soll es nicht schlechter gehen, nur weil er ein Ar. ist.
Ich hab meinen Liebeskummer, aber er kriegt nicht mein Selbstbewusstsein. Er kriegt nicht mehr Kraft als nötig aus mir raus. Wenn die Wut mir nicht beim lösen hilft, kriegt er keine Wut von mir.
Die Verbundenheit beziehe ich eher auf die Kinder. Mit seiner Affäre hat er nicht nur mich aus den Augen verloren, sondern auch unsere Kinder. Ich hatte so lange so eine furchtbare Angst, dass ich in jedem Sinne alleinerziehend bin. Ich kenne auch meine Fehler, und mein NM hat die immer gut ausgeglichen.
Schon vor zwei Wochen oder so gab es bei der Übergabe einen Moment, wo ich gedacht habe, Hui, da ist ja noch was. Und das Gespräch heute hat mir gezeigt, dass wir für unsere Kinder immer noch da sind. Wir wollen das Gleiche für unsere Kinder. Wir können über Erziehungsdifferenzen reden mit dem Ziel die beste Lösung zu finden.
Ich weiß übrigens auch, wie egal ihm meine Tränen vor vier Monaten waren. Ich habe diesen ganzen Mist nicht vergessen.
Aber ich kann jetzt annehmen, dass ich Mitgefühl mit ihm habe. Es ist egal, ob er es verdient oder nicht. Ich habe es. Und dann nehme ich lieber jemanden in den Arm als draufzuhauen. Und ich verstehe lieber ihn, als mich zu fragen, was mit mir nicht stimmt.
Dieses ganze Ding ist Selbstschutz. Ich will wieder glücklich sein. Also sch. auf ihn. Aber meine Empathie für ihn nicht auf.