Hallo zusammen,
ich lese schon einige Zeit bei Euch mit und habe mich jetzt doch mal angemeldet.
Dieser Thread spricht mich besonders an - bin zwar bisher erst auf Seite 25

und habe dann noch die letzten paar Seiten gelesen, aber viele hier formulieren Gedanken, die ich auch habe oder hatte.
Meine Geschichte muss ich eigentlich gar nicht aufschreiben - sie ähnelt in erschreckender Weise so vielen hier.
Eckdaten: fast 25 Jahre zusammen (zum Glück nicht verheiratet), drei Kinder im Teenager-/Twen-Alter, Warmwechsel des Ex
Die "Trennung" (es war eher eine Entsorgung) ist jetzt ein gutes halbes Jahr her.
Es geht mir insgesamt schon deutlich besser als ganz am Anfang, zum Glück - auch wenn natürlich immer wieder auch Tiefs kommen.
Meine größten Dauerbaustellen waren und sind der Schlag fürs Selbstwertgefühl, diese Ohnmacht (es wurde einfach über meinen Kopf hinweg entschieden, nicht gemeinsam - ich bin sehr sicher, dass ich z.B. nach einem Ringen um die Beziehung, Paartherapie etc. und dann einer gemeinsamen Entscheidung zur Trennung viel besser mit allem hätte umgehen können) und die Härte, Kälte, Aggressivität und Überheblichkeit, zu der der Ex nach der "Trennung" übergegangen ist.
Im Moment beschäftigt mich daneben auch das gerade hier angesprochene Thema "neue Partnerschaft", auch wenn ich schon deutlich merke, dass ich noch nicht soweit bin. Ich habe mich auf Dating-Plattformen angemeldet, muss mich allerdings immer richtig zwingen, da reinzuschauen (war jetzt sicher schon zwei oder drei Wochen nicht mehr drauf). Außerdem mache ich immer schnell einen Rückzieher, wenn es ernster wird.
Eigentlich möchte ich auch gar nicht auf solchen Seiten unterwegs sein. Es widert mich an. Ich möchte mich nicht wie ein "Ochse auf der Auktion" zur Schau stellen. Ich möchte mit Anfang 50 nicht mehr "daten" (habe ich früher auch nie gemacht - meine bisherigen Beziehungen haben sich so ergeben). Es nervt mich, dass ich das jetzt "muss" bzw. gegen meinen Willen quasi dazu "gezwungen" bin.
Auf der anderen Seite hätte ich schon gerne in absehbarer Zeit wieder eine Partnerschaft - und in meinem Alter und bei meinem Lebensstil ist es wahrscheinlich nicht mehr so wahrscheinlich, dass sich das einfach so ergibt. Zudem wünsche ich mir zwar eine verbindliche, liebevolle, von gegenseitigem Vertrauen geprägte Beziehung, in der man miteinander diskutieren und lachen kann, möchte aber glaube ich mit niemandem mehr zusammenziehen und schon gar nicht, wie hier einige schrieben, im Rahmen irgendeines Patchworkkonstrukts "Familie spielen".
So, das war's mal fürs Erste - fragt nach, wenn was unklar ist.
Wenn ich darf, würde ich gerne ab und an bei Euch mitschreiben.